Günzburger Passivhäuser prämiert

Friedrich Bobinger, Leiter des Gebäudemanagements, und Stadtbaumeister Georg Dietze freuen sich über die Auszeichnung des Bundesverbandes (v.l.n.r.)

Grundschule Südost und Kinderhaus Hagenweide landen beim Klimaschutzwettbewerb des Bundesverbands Wärmepumpe ganz vorne

In Sachen Klimaschutz hat Günzburg die Nase vorne. Beim deutschlandweiten Wettbewerb „Kommune für Klimaschutz“ 2011, den der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. seit dem vergangenen Jahr ausschreibt, hat die Stadt Günzburg mit zwei innovativen Wärmeschutz-Projekten den 8. Platz belegt. Günzburg gehört somit bundesweit zu den Vorreitern im kommunalen Klimaschutz.

Der Verband prämierte die vom städtischen Bauamt in Auftrag gegebene Grundschule Südost sowie das Kinderhaus Hagenweide. Die Grundschule Südost war bei ihrer Einweihung im Jahr 2007 eine der ersten Passivhausschulen in Bayern und damit ein Vorzeigeobjekt hinsichtlich der Energiesparsamkeit. Auch beim Neubau des Kinderhauses Hagenweide setzte die Stadt Günzburg auf die zukunftsorientierte Passivhaus-Bauweise. Dank der modernen Bautechnik konnte der CO2-Ausstoß beim Kinderhaus Hagenweide von den üblichen 61 Kilogramm pro Quadratmeter und Jahr auf einen Ausstoß von 13 Kilogramm pro Quadratmeter und Jahr verringert werden. Das Kinderhaus verbraucht demzufolge 470 Prozent weniger Energie als ein Gebäude nach den heutigen gesetzlichen Vorgaben verbrauchen darf. Mit dem modernen Kinderhaus spart Günzburg CO2-Emmissionen von knapp 6 Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig gewinnt die Stadt durch die aufgestellte Photovoltaikanlage jährlich fast 3000 Kilowattstunden.

33 Gemeinden hatten sich bundesweit an dem Wettbewerb, der neue Impulse für die ökologische und klimaschonende Ausrichtung kommunaler Bauprojekte setzen will, beteiligt. Die Jury aus Experten des BWP habe es schwer gehabt, sich unter den vielen guten Objekten zu entscheiden, sagte BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski: „Bei den zahlreichen hervorragenden Bewerbungen fiel uns die Entscheidung schwer. Alle prämierten kommunalen Wärmepumpen-Objekte erfüllen eine Vorbildfunktion und setzen ein Zeichen für das klimafreundliche und zukunftssichere Heizen mit Wärmepumpen.“ 15 Bewerber schafften es in die Vorentscheidung. Günzburg punktete schließlich nicht nur mit der neuen Wärmepumpenheizung, sondern auch mit der modernen Photovoltaikanlage. Tony Krönert vom Bundesverband lobte insbesondere die „Innovationsoffenheit“ und den „wirtschaftlichen Weitblick“ der Großen Kreisstadt.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere energetisch hocheffiziente Bauweise nun auch bundesweit Anerkennung findet“, berichtet Friedrich Bobinger, Leiter des Gebäudemanagements bei der Stadt Günzburg. Auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig freut sich über die Ehrung: „Wir setzten mit der Passivhaus-Bauweise ein deutliches Zeichen für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die Auszeichnung motiviert uns zusätzlich, uns auch künftig für niedrige Emissionen, Unabhängigkeit von Öl und Gas, Senkung der laufenden Kosten und die Unterstützung der heimischen Wirtschaft einzusetzen.“

Ein Preisgeld ist mit der Auszeichnung nicht verbunden, allerdings werden die energiesparsamen Bauprojekte auf der Homepage des BWP unter www.waermepumpen.de vorgestellt, „um andere Kommunen dazu zu animieren, Ihrem guten Beispiel zu folgen“, so Krönert weiter. „Schon jetzt bekommen unsere zwei Passivhäuser immer wieder Besuch von Menschen, die sich für die Wärmepumpe und die Photovoltaikanlage interessieren“, berichtet Stadtbaumeister Georg Dietze. Außerdem darf sich das Rathaus künftig mit der BWP-Urkunde schmücken, die anlässlich der Preisverleihung überreicht wurde.

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myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 02.01.2012
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