Führerscheinstelle beim Landratsamt zeigt Jugendlichen und jungen Erwachsenen Gewalttätern „Gelbe Karte“
Aggressives Verhalten kann sich auch auf den Führerschein auswirken. Dies will das Landratsamt Günzburg den betreffenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen bewusst machen. Denn nach der Fahrerlaubnisverordnung kann der Führerschein demjenigen verweigert werden, der dafür „charakterlich nicht geeignet“ ist. Die Führerscheinstelle wird deshalb künftig bei Kenntnis von Gewalttaten, die ein hohes Aggressionspotenzial erkennen lassen, insbesondere auch bei Kenntnis von Alkohol- oder Drogenkonsum, die Betroffenen verwarnen und ihnen die „Gelbe Karte“ zeigen: Sie erhalten ein Schreiben mit dem Hinweis, dass sie bei Bekanntwerden weiterer Gewalttaten bzw. Alkohol- und Drogendelikten zum erstmaligen Erwerb der Fahrerlaubnis erst einmal ihre Eignung durch ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) nachweisen müssen. Wer schon einen Führerschein hat, kann in solchen Fällen ebenfalls zur Beibringung einer MPU aufgefordert werden und muss mit dem Entzug des Führerscheins rechnen, wenn das Gutachten negativ ausfällt.
Dadurch verspricht sich die Führerscheinstelle nun eine zusätzliche Möglichkeit, auf die jungen Leute einzuwirken.
Die Aktion „Gelbe Karte“ soll die Betroffenen schon vor Einleitung von gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen aufrütteln und sie darauf aufmerksam machen, dass ihr bisher an den Tag gelegtes aggressives Verhalten den Führerschein kosten kann.
Immer wieder werden Gewalttaten Jugendlicher oder junger Erwachsener bekannt, auch außerhalb des Straßenverkehrs wie z. B. Schlägereien aus nichtigen Anlässen in der Nacht vor oder in der Diskothek, auf Feten, aber auch Gewalttaten im häuslichen Bereich gegen die Freundin oder Familienmitglieder. Dabei ist oftmals auch Alkohol im Spiel, manchmal Drogenkonsum. Nicht selten aber besteht auch ohne Suchtmittelmissbrauch(diese berauschenden Hilfsmittel) ein hohes Aggressionspotenzial und es sind oftmals ganz belanglose Begebenheiten, die der Auslöser für solche Taten sind.
Die Polizei und das Jugendamt befürworten die Aktion. „Der Führerschein ist den meisten Jugendlichen „heilig“. Der Verlust des Scheins und die damit verbundene Ein-schränkung der Mobilität tut richtig weh. Die „Gelbe Karte“, die den Erhalt oder Besitz des Führerscheins in Frage stellt, wird somit eine zusätzliche Möglichkeit sein, nachhaltig auf diesen Personenkreis einzuwirken.“



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