Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg überzeugen Prüfer im Peer-Review-Verfahren mit hoher Qualität

Dr. Jürgen Hain, Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie Groß-Umstadt
Chirurgen aus Hessen loben gut organisierte und strukturierte Abläufe der Klinik für Allgemeinchirurgie unter Leitung von Chefarzt Dr. Jürgen Hain

Qualität auf dem Prüfstand: Als bundeweit zweites Krankenhaus hat sich die Klinik für Allgemeinchirurgie der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg mit dem neu etablierten Peer-Review-Verfahren einer kritischen Kontrolle unterzogen – und dafür Lob erhalten. Die prüfenden externen Chirurgen hoben die ausgezeichnete interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Klinik, die herausragenden Fortbildungsmöglichkeiten, die ausführlichen Videoaufnahmen bei jeder Operation und die „handwerklich gute“ Arbeit an der Klinik für Allgemeinchirurgie hervor.

Das sogenannte Peer-Review-Verfahren ist ein in der Wissenschaft bereits seit längerem etablierter Ansatz zur Qualitätssicherung. Dabei werden akademische Veröffentlichungen von Experten derselben Fachrichtung begutachtet. Doch auch in Krankenhäusern kann diese Methode effektiv sein, um die Prozess- und Fehleranalyse sowie die Ergebnisqualität zu verbessern. Da das Verfahren bislang ausschließlich in Hessen Anwendung findet, übernehmen die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg bundes- und landesweit eine Vorreiterrolle.

Vernetzung mit anderen Chirurgen wichtig
„Wir wollen an unserer Klinik immer bestmögliche Ergebnisse erzielen“, sagt Dr. Hans-Jürgen Hain, Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie in Groß-Umstadt. „Die Vernetzung mit anderen Medizinern in Hessen und der stetige Dialog über Verbesserungspotentiale sind dafür unerlässlich. So werden neueste, medizinische Erkenntnisse schnell in den Klinikalltag integriert.“

Hessenweite Ausbildung von Peers
Das chirurgische Peer-Review-Verfahren wurde von der GQH in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer Hessen und der Bundesärztekammer entwickelt. Die Hessische Landesärztekammer hat bereits 2014 damit begonnen, chirurgische Chefärzte zu Peers auszubilden. Zur ersten Generation gehörte auch Dr. Jürgen Hain, der Mitte vergangenen Jahres seine Ausbildung zum Peer absolvierte, die eine Schulungssimulation der Ärztekammer und der GQH beinhaltete. Dort wurden ihm und anderen Peers die Grundlagen der standardisierten Bewertung vermittelt. „Der respektvolle, kollegiale Umgang miteinander und die kritische Beurteilung der Qualitätskennzahlen machen das Peer-Review-Verfahren zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Behandlungsprozesse“, begrüßt Hain die Qualifizierungsmaßnahme.

Evidenzbasierte Begutachtung positiv für alle Beteiligten
Bei einem Peer-Review arbeiten mindestens zwei Ärzte, ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen und ein Mitarbeiter der Landesärztekammer gemeinsam an einem Krankheitsbild. Die Auswertung des Peer Reviews geschieht hinterher in mehreren Rückmeldephasen. Ein großer Fortschritt bei der Analyse von Prozessen und eventuellen Fehlerquellen, meint Hain, „weil die Chirurgen sich damit ganz konkret einer Diskussion mit externen Peers stellen und organisatorische Prozesse im Krankenhaus transparent machen und hinterfragen“.

Qualitätssicherungsmaßnahmen sinnvoll erweitert: Routinedaten nicht differenziert genug
Die Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) der Hessischen Krankenhausgesellschaft e. V. hatte auch an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg bereits seit langem gesetzlich vorgeschriebene, externe Qualitätssicherungsmaßnahmen in Krankenhäusern durchgeführt. Dabei waren bislang Gallenblasen-, Hüftgelenksoperationen und viele andere Behandlungen anhand bestimmter Qualitätsmerkmale überprüft worden.
Im zweiten Schritt ist bundesweit die zusätzliche Qualitätssicherung mit Hilfe von Routinedaten eingeführt worden, um daran eine qualitätsangepasste Leistungsvergütung zu koppeln.

Grundsätzlich hält Dr. Hain diese flächendeckende Qualitätssicherung für begrüßenswert. Der Nachteil liege jedoch in der Überprüfung und Analyse von Routinedaten. Diese seien nicht differenziert genug und würden nicht ausreichend Auskunft über die Ergebnisqualität der Behandlungen geben. Aus diesem Grund initiierte die Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) neben der etablierten, externen Qualitätssicherung für Gallenblasenoperationen im vergangenen Jahr das neue Peer Review-Verfahren.
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