Kniearthrose wirksam behandeln

Das Kniegelenk hat den habilitierten Sektionsleiter Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Beckmann schon während seines Medizinstudiums fasziniert. An der Sportklinik Stuttgart leitet er die Sektion Endoprothetik (künstliche Gelenke) Hüfte, Kniegelenk und Sprunggelenk. Für Patienten mit hohen Ansprüchen, die wieder aktiv Sport treiben wollen, sind für ihn maßgeschneiderte, individuelle Knieimplantate eine sehr interessante Option.
 
Jürgen Wittek
Patientenveranstaltung am 20.05.2015: Das individuelle Kniegelenk

Sie möchten mehr erfahren über patientenindividuelle Knieimplantate und Behandlungsmöglichkeiten bei Kniearthrose? Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Patienteninformationsveranstaltung „Das individuelle Kniegelenk“. Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Beckmann erläutert die operative Behandlung der Arthrose, Möglichkeiten der Individualendoprothetik sowie den erfolgreichen Weg zurück in einen schmerzfreien Alltag.

Zeit: 20. Mai 2015, 18.00 – 19:30 Uhr
Ort: Cafeteria Sportklinik, 4. OG
+++ Eine Anmeldung ist nicht erforderlich! +++
Sportklinik Stuttgart GmbH
Taubenheimstr. 8
70372 Stuttgart
Tel. +49 (0) 711 5535-0
Fax +49 (0) 711 5535-300
info@sportklinik-stuttgart.de


Wie ein neues Knieimplantat aus den USA den begeisterten Rennfahrer Jürgen Wittek wieder fit machte

Jürgen Wittek aus Neubulach litt bereits mehrere Jahre unter starker Arthrose im rechten Knie, als er sich im Sommer letzten Jahres in der Sportklinik Stuttgart in Behandlung begab. „Ich bin begeisterter Radfahrer, mache außerdem seit mehr als 13 Jahren aktiv Kanusport, war Kader-Athlet für Olympia. Doch irgendwann ging gar nichts mehr, selbst das Aufsteigen auf’s Rad war eine Qual“, erzählt der 57-Jährige. Medizinische Tests und Kernspintomographien mehrerer Ärzte und Kliniken deuteten darauf hin, dass ein künstliches Kniegelenk unumgänglich war. „Ich sah auf dem CT, wie ein Knochen auf den anderen rieb, dazwischen war gar kein Knorpel mehr“, erinnert sich der engagierte Sportler.
Fast zwei Jahre suchte Jürgen Wittek trotz starker Schmerzen nach der für ihn richtigen Behandlungsmethode und traf schließlich auf den Kniespezialisten Priv.-Doz. Dr. Johannes Beckmann der Sportklinik Stuttgart, bei dem er auf Anhieb ein gutes Gefühl hatte. Dr. Beckmann empfahl ihm ein in Deutschland noch relativ neues Knieimplantat. Denn: Wie gut ein Knie nach der operativen Behandlung funktioniert, hängt nicht nur von der Erfahrung des Chirurgen, sondern auch vom verwendeten Knieimplantat ab. „Bislang gab es eine Standardprothese in fünf bis sechs verschiedenen Größen“, erklärte der erfahrene Facharzt für Orthopädie seinem Patienten. „Damit die Prothese zwischen Schienbeinkopf und Oberschenkel richtig sitzt, muss der Knochen während der Operation an die entsprechende Prothese und Prothesengröße angepasst werden – oft mit erheblichem Verlust an Knochenmasse.“
Bei der neuen Maßprothese läuft es genau umgekehrt. „Mit einem individuell angepassten und für den Patienten maßgeschneiderten Knieimplantat kann die ursprüngliche Situation besser rekonstruiert werden als mit standardisierten Prothesen“, so Dr. Beckmann. Im Vergleich zu Prothesen von der Stange punkten die individuellen Knieimplantate mit Rekonstruktion, sehr guter Passform, Knochenerhalt und besonderen Teilprothesen als „Zwischengrößen“ zwischen den herkömmlichen Standardprothesen.
Dennoch bleibt die Initiative und Mitarbeit des Patienten und der Physiotherapeuten postoperativ von entscheidender Bedeutung für den Erfolg.

„Von nichts kommt nichts“
Im August 2013 war es soweit: Auf Basis eines CT-Scans wurde ein einseitiges Knieimplantat mit zusätzlichem Gleitlagerersatz hinter der Kniescheibe für Herrn Wittek in den USA maßgefertigt und dann in die Stuttgarter Sportklinik gesendet. Dr. Beckmann ersetzte innerhalb einer knapp einstündigen OP die beschädigte Knorpeloberfläche durch das Implantat. „Direkt am Nachmittag nach der OP durfte ich das Knie wieder voll belasten“, erzählt Jürgen Wittek. „Ich konnte mein Knie auch nach wenigen Tagen schon wieder um knapp 130 Grad beugen. Das machte mir Mut, jetzt wollte ich schnell wieder richtig fit sein für meinen Sport.“ Jürgen Wittek begab sich direkt in die ambulante Reha, gab Gas auf dem Ergometer-Fahrrad, ging an seine Grenzen. „Mein Motto war: Von nichts kommt nichts. Nach vier Wochen fuhr ich 10 Minuten auf 200 Watt auf dem Ergo-Rad, hatte Bewegungstraining, Muskellockerung und Lymphmassage an der Sportklinik“, erzählt er. Heute ist er wieder fast in alter Form, wie er sagt. Und dankbar. „Für mich war das lange Abwägen richtig. Ich bin mit meinem neuen Knieimplantat wieder schmerzfrei auf dem Rad unterwegs“, so der begeisterte Sportler.

3D-Drucker machen es möglich

Computertomographie und modernste Computertechnik wie 3D-Drucker stellen die patientenindividuellen Knieimplantate her. Außerdem erhält der Chirurg ein für jeden Patienten individuell hergestelltes Instrumentarium zur Operation. „Aus unserem eigenen Klientel wissen wir, was den Patienten beim herkömmlichen Gelenkersatz zu schaffen macht: Das Knie ist oft instabil oder die Prothese sitzt zu straff, die Achse ist nicht korrekt oder das natürliche Kniegefühl fehlt“, sagt Priv.-Doz. Dr. Beckmann. „Mit den neuen, patientenindividuellen Knieimplantaten können genau diese Probleme angegangen werden.“


In wenigen Schritten zum individuellen Knieimplantat

1. Das Produktionsverfahren des individuellen Knieimplantats (Fa. ConforMIS) beginnt mit der Durchführung von CT-Aufnahmen des Patienten.
2. Auf Basis dieser CT-Daten wird in Boston / USA ein dreidimensionales Modell des Knies erstellt.
3. Anhand einer differenzierten Bildanalyse werden das Implantat und die dazugehörigen Instrumente mit Hilfe modernster Technologie wie 3D-Druckern gefertigt.
4. Die Lieferung erfolgt innerhalb von 6 Wochen an die Klinik.
5. Die Operation verläuft schonend, das Implantat ist exakt an den Patienten angepasst/ gefertigt.
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