„Gesundheitsversorgung braucht mehr Qualität und Seele“

Pastor Ralph Eberhard Brachthäuser am Katholischen Klinikum Essen
Krankheitszeiten sind oft Krisenzeiten für die Seele. Wir werden uns unserer Grenzen bewusst und stellen fest, dass es Wunden gibt, die nicht einfach mit einem Medikament oder einem Verband zu heilen sind. Einige Krankheiten und Verletzungen brauchen einen langen Genesungsprozess. Wenn die körperlichen Leiden unerträglich werden, führt uns so mancher seelischer Schmerz an den Rand der Belastbarkeit. Dann sehnen wir uns mehr denn je nach Hilfe und einer liebevollen Geste, einer helfenden Hand, einem guten Wort und einem zugewandten Blick.

„In solchen Zeiten tut es gut, ein Gegenüber zu haben. Jemanden, der vertrauensvoll zuhört“, sagt Ralph Eberhard Brachthäuser, Klinikpfarrer (DGfP) und Krankenhausseelsorger am Marienhospital Altenessen des Katholischen Klinikums Essen. „Wenn Sie einen solchen Menschen brauchen, sind wir als Seelsorgerinnen und Seelsorger für Sie da, unabhängig von Ihrer Konfession oder Weltanschauung.“

Genesung und Geduld
Nach über 20 Jahren in der Pfarrseelsorge und eigener Krankheitserfahrung kam er vor drei Jahren zur Klinikseelsorge und vor knapp zwei Jahren an das Marienhospital Altenessen. Jeder Krankenhausseelsorger entwickelt eigene Schwerpunkte; für Pfarrer Brachthäuser sind es vor allem die Onkologie und die Intensivmedizin. Täglich geht er gezielt auf Patienten zu, „um bei ihnen zu sein, gemeinsam mit ihnen Ängste zu mindern und Halt zu geben“, wie er sagt. „Ich bin mir bewußt, nicht alle Menschen erreichen zu können. Aber wir als Klinikseelsorger bringen Zeit mit, haben kein System im Nacken. Wenn Menschen in Zeiten der Krankheit erleben: Da ist jemand auch nur eine halbe Stunde bei mir am Bett, ist in dieser Zeit nur für mich da, dann ist diese Begegnung von großer Bedeutung“, sagt er.

Selbstverständlich ist Ralph Eberhard Brachthäuser wie alle Klinikseelsorger an die Schweigepflicht gebunden. Ihm ist es wichtig, dass der Patient das Gespräch bestimmt. „Ich will nicht zuvorderst über fromme Dinge reden. Oft erzählen mir Patienten von ihren Gedanken und Gefühlen, die sich aus der Krankheit ergeben, von Lebenserfahrungen und Sorgen. Das geht deutlich tiefer.“ Wenn Patienten im Gespräch mit ihm oder auf Umwegen zu Gott finden, reflektiert er gemeinsam mit ihnen ihre und seine Beziehung zum Glauben. Daraus entsteht oft eine besondere Verbindung.

Eine besondere Verbindung
„Man muss sich selbst öffnen, um jemand anderem helfen zu können“, sagt Ralph Eberhard Brachthäuser. „Wenn das Gegenüber Öffnung zulässt, ist das oft eine Chance zu Wachstum und Veränderung.“ Dem engagierten Pfarrer zufolge kann eine solch wertvolle Situation einzig und allein in der persönlichen Begegnung stattfinden. „Die Begrüßung mit der Hand und das Gespräch von Angesicht zu Angesicht sind unersetzlich“, sagt er.

Erfahrung und Glaube

Als „Kind des Ruhrgebiets mit tiefwestfälischen Wurzeln“ hat ihn die freundlich-kommunikative Mentalität der Menschen sichtbar geprägt. Spricht er über seine Arbeit, ist er ehrlich, loyal und verbindlich. Selbsterkenntnis ist für ihn Grundvoraussetzung jeder seelsorglichen Tätigkeit. Eine Zusatzqualifikation zum Klinikseelsorger half ihm dabei, seine eigenen Stärken und Schwächen noch besser einschätzen zu können und in persönlichen Gesprächen ein verlässlicher, beruhigender Gesprächspartner zu sein. Doch vor allem ist es sein Glaube, der es ihm möglich macht, auch in schwierigen Gesprächen und Krisen Mut und Hoffnung zu schöpfen und zu spenden. „Und das ist ein zutiefst christliches Anliegen“, sagt er. Denn das Religiöse beginnt für Ralph Eberhard Brachthäuser nicht erst da, wo man über den Glauben spricht, sondern in den Momenten, in denen man für den Anderen da ist.


Kontakt:
Katholisches Klinikum Essen
Marienhospital Altenessen
Pastor Ralph Eberhard Brachthäuser
Kath. Krankenhausseelsorger
Tel.: 0201 6400 1216
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