"Endlich wieder Auto fahren" - Zurück in ein selbständiges Leben dank geriatrischer Tagesklinik

Rosemarie Schmeer ist das passiert, was jedem von uns passieren könnte. Zwei Stufen auf der Gartentreppe übersehen und schon lag sie im Krankenbett in der Klinik. Diagnose: Oberschenkelhalsbruch. Gerade bei älteren Patienten, deren Knochen oftmals durch Osteoporose geschädigt sind, wie bei der 78-Jährigen, kann ein kleiner Sturz langwierige Folgen nach sich ziehen. Den operativen Eingriff in den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg in Groß-Umstadt hat sie gut überstanden. Direkt danach folgte die Frührehabilitation - obwohl Rosemarie Schmeer noch nicht sicher auf Krücken gehen konnte und sich in ihren Bewegungen unsicher fühlte.

Heute sind kurze Liegezeiten in deutschen Krankenhäusern der Normalzustand. Jungen, mobilen Patienten, die schnell wieder in ihren Alltag und ins Berufsleben zurückkehren wollen, kommt das entgegen. Aber was ist mit der bald größten Gesellschaftsgruppe in Deutschland, den alten Menschen? „Die Regenerationszeit nach einer Operation dauert bei diesen Personen viel länger. Nicht nur die meist brüchigen Knochen und Gelenke brauchen mehr Zeit, um sich nach einem größeren Eingriff zu erholen – auch die Psyche muss sich an die neuen Gegebenheiten und Bewegungseinschränkungen anpassen“, sagt Dr. Martin Schunck, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und der Geriatrischen Tagesklinik der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg. Eine intensive und speziell auf die Bedürfnisse geriatrischer Patienten abgestimmte Betreuung ist deshalb erforderlich. Die Klinik für Geriatrie und die Geriatrische Tagesklinik in Groß-Umstadt werden diesen neuen, komplexen Anforderungen mit ihren innovativen Konzepten gerecht.

Neue Therapiekonzepte
Auch Rosemarie Schmeer erhielt die Möglichkeit, in der Klinik für Geriatrie behandelt zu werden. Bei ihrem 17-tägigen Aufenthalt lag der Fokus vor allem auf der Kräftigung ihrer Arme und Beine. Schritt für Schritt gewöhnte sich ihr operiertes Bein wieder an das Gehen. Die 78-Jährige wurde von den Schwestern und Pflegern liebevoll umsorgt und geduldig in ihren Gehversuchen unterstützt und motiviert. So konnte sie ihre körperliche Kondition recht schnell verbessern. „Ich fühlte mich dort richtig geborgen. Es ist eine wunderbare Einrichtung mit einer tollen Atmosphäre“, sagt die Groß-Umstädterin.

Stationär und ambulant
Nach dem stationären Aufenthalt in der Klinik für Geriatrie wurde Rosemarie Schmeer in die Geriatrische Tagesklinik aufgenommen, die erst im Januar diesen Jahres eröffnet wurde und über insgesamt 12 Plätze verfügt. In dieser Einrichtung werden die Patienten von Montag bis Freitag von
9 - 16 Uhr behandelt, kehren aber abends sowie an den Wochenenden in ihr Zuhause zurück. „So können sie das ganze medizinische, diagnostische und therapeutische Spektrum der Klinik nutzen, aber weiterhin in ihrer häuslichen Umgebung bleiben. Die Patienten können einen von der Klinik organisierten Fahrdienst in Anspruch nehmen und kommen so sicher und einfach in die Klinik“, erklärt Dr. Schunck.

Behandlung
Je nach Erkrankung stehen in der Tagesklinik verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zur Kräftigung der Arm- und Beinmuskulatur trainierte Rosemarie Schmeer unter ärztlicher und therapeutischer Anleitung an Sportgeräten und führte Gleichgewichtsübungen durch. Physikalische Behandlungen wie Infrarotbestrahlungen und Massagen und physiotherapeutische Maßnahmen regten ihre Blutzirkulation an und wirkten schmerzstillend. Neben Einzelbehandlungen sind in der Geriatrischen Tagesklinik auch Aktivitäten in der Gruppe vorgesehen. Dadurch werden die Sozialkompetenzen gestärkt und das Gehirn angeregt. „In Diskussionsrunden mit einer Pfarrerin haben wir uns über interessante Themen ausgetauscht. Außerdem nahm ich immer an der Gruppengymnastik teil. Das hat meinem Körper gutgetan. Jeder hat die Übungen so weit gemacht, wie es der Körper zuließ“, so Rosemarie Schmeer.

Fortschritte
„Da die Patienten, die in die Tagesklinik kommen, unterschiedlichste akute wie auch chronische Erkrankungen haben, ist ein sehr hohes Maß an individueller Betreuung und speziell abgestimmten Therapien notwendig“, sagt Dr. Schunck. Der Chefarzt und sein Team geben jeden Tag ihr Bestes, um diesen Anforderungen gerecht zu werden – mit Erfolg. „Ich wurde von gut geschultem Personal optimal betreut. Alle Patienten, die ich in der Tagesklinik kennengelernt habe, sind sehr zufrieden mit der Klinik, den Ärzten und dem Team und freuen sich, dass sie dort behandelt werden. Für mich war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung in die Klinik für Geriatrie und in die Tagesklinik zu gehen“, sagt die 78-Jährige.

Rosemarie Schmeer hat große Fortschritte gemacht. Sie hat jetzt eine wesentlich größere Sicherheit beim Laufen, fühlt sich gestärkt und gekräftigt und bereit für ihre Alltagstätigkeiten. „Ich komme im Alltag wieder sehr gut alleine zurecht. Ich kann sogar schon wieder Auto fahren“.
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