Buchlesung 23.03.15_16:00 in 31028Gronau: „Zeitlebens-Lebenszeit“, 80Jahre Geschichten u. Geschichte…

Wann? 23.03.2015 16:00 Uhr

Wo? Bücherei, Junkernstraße 7, 31028 Gronau (Leine) DE
Eberhard Sievers: „Zeitlebens-Lebenszeit“, 80Jahre Geschichten u. Geschichte mit Kindern und mit Gott erlebt. Der Verfasser ist Diplom Pädagoge. Er wurde 1930 in Gronau an der Leine geboren und erlebte in dieser niedersächsischen Kleinstadt den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die anschließenden Hungerjahre. _ _http://www.myheimat.de/gronau-leine/kultur/realsch... (Foto: Sievers)
 
Eberhard Sievers: „Zeitlebens-Lebenszeit“, 80Jahre Geschichten u. Geschichte mit Kindern und mit Gott erlebt. Der Verfasser ist Diplom Pädagoge. Er wurde 1930 in Gronau an der Leine geboren und erlebte in dieser niedersächsischen Kleinstadt den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die anschließenden Hungerjahre. _ _http://www.myheimat.de/gronau-leine/kultur/realsch... (Foto: sievers)
 
Eberhard Sievers: „Zeitlebens-Lebenszeit“, 80Jahre Geschichten u. Geschichte mit Kindern und mit Gott erlebt. Der Verfasser ist Diplom Pädagoge. Er wurde 1930 in Gronau an der Leine geboren und erlebte in dieser niedersächsischen Kleinstadt den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die anschließenden Hungerjahre. _ _http://www.myheimat.de/gronau-leine/kultur/realsch... (Foto: Sievers)
 
31028Gronau, 23.03.15 16:00: Sievers Lesung "Zeitlebens-Lebenszeit" . Stark geschönter LDZ-Bericht: "Erinnerungen an gute alte Gronauer Zeiten". Das Buch beinhaltet auch die Nazi-Verbrechen: Menschenfang, Holocaust, Krieg, Tod, Verzweiflung, Vertreibung, Elend, Zerbombung, Hungerjahre, durch Deutsche auch in Nachbarländern! (Foto: LDZ_Leinetal 24)
 
Gronau/Leine 20.10.15 ...die Nazi-Schmierfinken sind leider dumm geblieben!
 
Gronau/Leine, Sparkasse, 20.10.15 ...die Nazi-Schmierfinken sind leider dumm geblieben!
 
Gronau/Leine 20.10.15 ...die Nazi-Schmierfinken sind leider dumm geblieben!
Gronau (Leine): Bücherei | ...mit Kindern und mit Gott erlebt.
Der Verfasser ist Diplom Pädagoge. Er wurde 1930 in Gronau an der Leine geboren und erlebte in dieser niedersächsischen Kleinstadt den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die anschließenden Hungerjahre. Ein umfangreiches Kapitel ist seiner Kreismittelschule/Georg-Sauerwein-Realschule Zeit gewidmet. Eberhard Sievers lebt jetzt im Ruhestand im Dorf Loccum, in dessen Gemeinde mit Kinderakademie und altehrwürdigem Kloster, er sich gern ehrenamtlich betätigt. Lesen Sie unten die Buchauszüge!
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Junge und ältere Menschen können nur staunen über das Leben von damals! Verpaßt nicht die Lesung:

KulturKreis Gronau e.V. ...
Junkernstraße 7
31028 Gronau(Leine)
05182 903848 oder 05182 902121
info@kulturkreisgronau.de
Internet: www.kulturkreisgronau.de
(Anmeldung vorsorglich ratsam)

...präsentiert

Mo. 23.03.15 16:00
in der Bücherei Junkernstraße 7 , bei Überfüllung Nr.5, -
die Lesung des Autors
Eberhard Sievers
zu seinem Buch :
Zeitlebens-Lebenszeit

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2015: Walter Deppe:

Den jüngeren Generationen zur Beachtung empfohlen, denn die NS-Zeit scheint in Deutschland noch nicht vollens bewältigt zu sein und Wachsamkeit ist erforderlich! :


Angesichts staatlich geduldeter/geförderter ? NSU-Morde, rassistischer Pegida-Aufmärsche in vielen deutschen Städten, widerrechtliches Wegsperren von unbequemen Bürgern in psychiatrische Anstalten ,
Ermittlungsbehinderung zweier LKA-Polizeibeamter in Bayern, http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-schottdorf-... _
rechtsradikaler Naziaufmärsche in Deutschland, Holocaust-Leugnung, usw., usw. - -
sollte die Jugendbildung diesbezüglich endlich stattfinden!


Das Buch "Zeitlebens-Lebenszeit" kann dabei helfen, daß nicht wieder die Volksmassen Verbrechern folgen und Kriege verursachen!

Siehe dazu die Bundespräsident Weizsäcker Rede zum 08.05.45 _ _ http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1016084....

In meiner Schulzeit bis 1957 hat Staat und Schule dazu versagt! Absichtlich? Ich wurde erst durch die RAF-Ereignisse aufmerksam. Ohne Pressefreiheit funktioniert Demokratie offensichtlich gar nicht !

Am Grundproblem von Unfrieden und Krieg hat sich wenig geändert. Amerika, Russland, der EU-Westen mit Deutschland usw. produziert und liefert scheinheilig Waffen, damit sich an zig Orten unseres Globus die Menschen morden können!

Walter Deppe--------•
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Das Gymnasium Himmelsthür packt es an:
29.01.15 Holocaust-Gedenken in Himmelsthür und im Rathaus. Dunkelste Jahre der Geschichte.

HILDESHEIM. Der Holocaust in all seinem Grauen ist ein schwieriges Thema und eine große Verantwortung – auch für Lehrer, die sich überlegen müssen, wie sie dieses grausame Verbrechen ihren Schülern im Unterricht nahe bringen.
http://www.leinetal24.de/lokales/hildesheim/dunkel...
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Die KGS Gronau machte zwar Werbung für die Lesung, Schüler, die es eigentlich angeht, waren aber nicht zugegen! Die Geschichtslehrer mieden das Thema offenbar. Gibt es noch eine Lesung speziell für Schüler? Der Zeitzeuge Sievers, ehemaliger Pädagoge, wäre dazu bereit !

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Hallo Jugend! Die Menschenfänger sind nahe: Hildesheim wehrte sich am 22.03.15 gegen eine Nazi-Demo:
http://www.kehrwieder-verlag.de/epaper/delivery.ph...

2. Weltkrieg ganz nah: Britischer Bomber stürzt bei Hörsum ab: http://www.na237.net/
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Das ist auch Thema im Buch
E. Sievers "Zeitlebens-Lebenszeit" , Auszüge:


Kreismittelschule Gronau

S68: Als meine Grundschulzeit zu Ende ging, lag es nahe, mich genauso wie meine älteren Brüder auf die Gronauer Kreismittelschule zu schicken. Die Anmeldung dazu war in jener Zeit noch ganz kleinstädtisch-privat. Eines Tages nahm mich mein Vater bei der Hand, und wir gingen zum Mittelschulrektor Dr. Schallas, der in unserer Nachbarschaft wohnte. Der gestrenge Herr mit dem Spitzbart empfing uns freundlich, notierte meine Formalien, studierte mein ziemlich gutes Zeugnis und fing ein Gespräch mit meinem Vater an. Er machte darauf aufmerksam, dass die Aufnahme nur vorbehaltlich des Bestehens der Aufnahmeprüfung vorgenommen werden könne. Die wichtigste Neuerung für den Schüler sei der Beginn des Fremdsprachenunterrichts. Die ersten Vokabeln sicher zu beherrschen sei entscheidend. Mit solchen Ratschlägen versehen gingen wir wieder heim im Bewusstsein, dass damit wieder ein Schritt in eine neue Welt getan sei.
Ich bestand die viertägige Aufnahmeprüfung glänzend. Dr. Schallas sprach meinen Vater lobend darauf an, als sich die Herren einmal auf der Straße trafen. Auch als der Unterricht in der Kreismittelschule begann, hatte ich einen guten Start. Fräulein Klaaßen kam zum Englisch-Unterricht in die Klasse, und wir standen wie gewöhnlich auf. Nach dem „Heil Hitler“ sagte sie unvermittelt: “Good morning, boys and girls! Sit down please!“ Wir verstanden nichts, reagierten aber richtig auf die die Sprache begleitenden Gesten der Lehrerin und waren durch den direkten Einstieg in die fremde Sprache voll motiviert. Damals gab es noch so gut wie überhaupt keine englischen Ausdrücke in der täglichen deutschen Umgangssprache. Ich schrieb in der ersten Englisch-Arbeit eine Eins, in der zweiten und dritten auch eine Eins. Bei der Rückgabe der vierten Arbeit meinte Fräulein Klaaßen bedauernd: „Den einen Fehler, den du gemacht hast, hätte ich gerne verbessert. Aber Gerechtigkeit muss sein. Diesmal hast du eine Zwei.“ So beherzigte ich den Ratschlag von
Dr. Schallas.

Der Unterricht in der Mittelschule fand im Gebäude der Volksschule und in Räumen des benachbarten Amtshofes statt, weil das Mittelschulgebäude hinter der Leinebrücke als Lazarett für verwundete Soldaten umfunktioniert worden war. Die Schule hatte durchweg tüchtige Lehrer, so dass sie sich eines guten Rufes erfreute. Fräulein Auguste Klaaßen gab einen guten Englisch-Unterricht, war aber als Funktionärin der NS-Frauenschaft auch die politischste Lehrerin im Kollegium. Die kleine und bucklige Erna Brennecke hatten wir in Religion. Sie war berüchtigt wegen ihres „Trommelfeuers“, denn sie schlug Ohrfeigen mit beiden Händen. Ich bekam ihr Trommelfeuer einmal zu spüren, als ich zum Vorlesen einer schriftlichen Hausarbeit aufgefordert wurde, diese aber vergessen hatte. Unverfroren stand ich auf und tat, als wenn ich aus dem Heft vorläse, formulierte aber tatsächlich aus dem Kopf. Als ich mich verhaspelte, sollte ich den Satz wiederholen. Dabei verhaspelte ich mich noch mehr. Erna Brennecke ließ sich mein Heft zeigen – es war leer. Trommelfeuer war die übliche pädagogische Strafe für Vergesslichkeit = Faulheit und Täuschungsversuch. Bei Willi Dom
durfte ich erste physikalische Versuche mit Bunsenbrenner und Reagenzgläsern vorführen.
„Die Mädchen sind dafür zu dumm,“ war seine pädagogische Erkenntnis.

Bei dem meistens etwas schlafmützig wirkenden August Held hatten wir Zeichnen und malten mit Wasserfarben Sonnenblumen, Schmetterlinge und blühende Herzen. Ich kannte die gleichen künstlerischen Aufgabenstellungen bereits von meinen beiden älteren Brüdern. Einmal spielten wir in der Pause in dem hinter unserem Klassenraum liegenden Kartenzimmer der Schule, als plötzlich unerwartet Papa Held durch die Klassentür eintrat. Sofort schlossen wir die Tür zum Kartenzimmer und setzten uns auf unsere Plätze. Leider hatte es einer von uns in der Eile nicht mehr geschafft, rechtzeitig aus dem Kartenzimmer herauszukommen. Der war nun in dem Nebenraum gefangen. Als Papa Held das bemerkte, musste er aus pädagogischer Verantwortung solchem verbrecherischen Tun Einhalt gebieten. „Wer war an dieser Tat noch beteiligt?“ fragte er drohend in die Klasse hinein. Nach längerem eisigen Schweigen standen schließlich ein Mitschüler und ich auf und gestanden die Mitschuld an der Untat ein. Papa Held fühlte sich verpflichtet, das Vergehen dem Herrn Rektor zu melden. Dr. Schallas kam und war auch empört über die ungehörigen Rüpel. „Zwei Wochen lang täglich eine Stunde nachsitzen!“ war das vom Schulleiter für angemessen gehaltene Strafmaß. „Ach,“ warf Papa Held auf einmal in erregter Aktivität ein, „wenn es Ihnen recht ist, Herr Rektor, so lassen Sie die Bestrafung der Übeltäter nur meine Sache
sein!“ Schallas war es zufrieden und ging. Held aber holte seinen Rohrstock hervor, rief mich nach vorne, ich musste mich bücken und erhielt mehrere scharfe Stockschläge auf den Po. Heulend vor Schmerz und vor Wut über die Schande und über den blöden Lehrer schlich ich auf meinen Platz zurück. Es war das einzige Mal, dass ich in der Schule mit Stockschlägen bestraft wurde – für eine Nichtigkeit. Solche Pädagogen müssten geprügelt werden, das wäre gerecht.

Den größten und bleibenden Eindruck auf mich machte der Lehrer Adolf Bunner, der Deutsch, Geschichte und Mathematik lehrte. Einige Gedichte, die er uns auswendig lernen ließ, habe ich mein Lebtag behalten. Die Diktate waren lehrreich, die Aufsätze sorgfältig vorbereitet und ausführlich kommentierend beurteilt. Jede Geschichtsstunde endete mit dem Diktat einer kurzen Zusammenfassung des Unterrichtsstoffes. Unsere Geschichtshefte mit den Jahreszahlen am Rande wurden so zu einem oft benutzten Geschichtsbuch in der Familie. Am strengsten und unerbittlichsten war seine konsequente Didaktik der Mathematik, wo er uns Formeln und geometrische Lehrsätze einpaukte. Ich stellte mich auf seine berechenbare Strenge ein, denn ich hatte gute Noten. Aber besonders auf die Mädchen wirkte „Alo“ manchmal nicht gerecht, sondern grob bis zur Brutalität. „Verstauch diesem Reptil von Peters mal die Wirbelsäule!“ rief er einmal der Nachbarin von Sigrid Peters zu, als diese aus irgendeinem Grund vom Unterrichtsgeschehen abgelenkt war.

Meine Eltern planten, mich genauso wie vorher meinen Bruder Detlef auf das Gymnasium
„Scharnhorst-Oberschule“ in Hildesheim zu schicken mit dem Ziel, das Abitur zu erwerben.
Hildesheim war die nächste große Schulstadt für die Gronauer, nicht etwa Alfeld, die Kreisstadt. Hildesheim war durch eine Eisenbahnverbindung von etwa 30 km zu erreichen. Der Besuch des Gymnasiums war also mit den Unbequemlichkeiten eines Fahrschülers verbunden. Die Scharnhorstschule begann in Klasse 7 zusätzlich zum Englisch-Unterricht mit Latein als zweiter Fremdsprache. Die Schulleitung war aber einverstanden, den Übergang von der Mittelschule zur Oberschule erst zur Klasse 9 zu gestatten, wenn der Lernstand in Latein auch erreicht würde.

Das wurde nun so geregelt, dass ich in Klasse 7 und 8 privaten Lateinunterricht bei
Dr. Schallas bekam, und zwar zusammen mit Heinz Walkling, Friedrich Stucke aus Deinsen und Karlheinz Bertram aus Eime. Dieser Unterricht fand immer dann statt, wenn die übrige Klasse Französisch bei Erna Brennecke hatte. Dann marschierten wir vier „Lateiner“ in einen leerstehenden Klassenraum und setzten uns auf die erste Bank. Schallas setzte sich uns direkt gegenüber, so dass wir in der für Schüler unangenehmen, aber sonst sehr lernintensiven Situation waren, keine Distanz zu den scharfen Augen des Lehrers zu haben. Schallas glaubte, lateinische Vokabeln würden sich besonders fest einprägen, wenn man sie der Reihe nach auswendig aufsagen konnte. Als ich dabei einmal sehr stockte, stand er auf, beugte sich vor und holte zu einer Ohrfeige aus. Blitzschnell drehte ich den Kopf, da schlug er mit der anderen Hand kräftig genau auf meine Nase, die in Strömen anfing zu bluten.
„Gehn´s naus und halten´s den Kopf unter die Wasserleitung!“ – so versuchte er die Situation seiner brutalen Pädagogik zu retten. Nach den Vokabeln kam das Übersetzen aus dem Lateinbuch dran, dann einige grammatische Übungen und dann die Hausaufgaben für die nächste Lateinstunde. Zum Abschluss zückte jeder von uns sein Portemonnaie und bezahlte 75 Pfennige, denn Schallas erhielt 3 Reichsmark für eine Privatstunde.

Übrigens konnte Schallas gut Flöte spielen und war bereit, lernwilligen Schülern das Spielen dieses Instruments beizubringen. Die Schule besaß einige gute Querflöten. Ich trat einer kleinen Flötengruppe bei und übte stundenlang leichte Stücke und Läufe. Unsere Gruppe brachte es bis zu einem kleinen mehrstimmigen Stück von Stamitz, dem Flötenlehrer des jungen Mozart. Als wir dieses Stück anlässlich irgendeiner Schulfeier, wahrscheinlich Verabschiedung der Schulentlassenen, in der Turnhalle (Aula gab es nicht) aufführten, brach Schallas mitten im Spiel ab und sagte laut: „´s hat keinen Zweck, wir müssen erst noch mehr üben.“ Dabei fand ich unser Spiel durchaus manierlich. Nach dem Verlassen der Mittelschule habe ich das Querflötenspiel nicht mehr fortgesetzt, wir hatten kein Instrument, und die Zeit war auch nicht danach.

Im Frühjahr 1944 fuhren wir vier Lateiner zur Aufnahmeprüfung in die Scharnhorstschule Hildesheim. Wir hatten Schwierigkeiten, uns in der anderen Welt der Oberschule zurecht zu finden. Zum Beispiel wussten wir nicht, dass es dort ein „Sekretariat“ gibt, in dem man sich melden muss. Wir vier standen ratlos in der Eingangshalle herum, bis zufällig ein Lehrer vorbeikam und uns fragte, was wir wollten, und uns weiter half. Wir bestanden alle vier die Aufnahmeprüfung. Die Kreismittelschule Gronau war wieder einmal ihrem guten Ruf gerecht geworden. Allerdings sprang Friedrich Stucke, der Bauer, gleich ab und blieb in der Kreismittelschule Gronau. Karlheinz Bertram blieb nur kurze Zeit bis zum Kriegsende. Nach der längeren Schulpause 1945/46 setzte er seinen Schulbesuch auch wieder in Gronau fort.

Der Unterricht der Kreismittelschule Gronau von 1940 bis 1944 litt zunehmend unter den Kriegsereignissen. Wir wurden in vielen verschiedenen Klassenräumen herumgeschickt. Mitsamt unseren Lehrern wurden wir mehrmals zu folgenden Aufgaben anstelle von Unterricht eingesetzt: Pflücken von Lindenblüten und Ebereschenbeeren, Sammeln von Kartoffelkäfern, Pflücken von Erbsen, Sammeln von Wollsachen und Schuhen, die tiefverschneite Reichsstraße 3 zwischen Banteln und Elze freischaufeln. Bei Fliegeralarm wurden wir nach Hause geschickt, weil die Schule für so viele Schüler nicht genügend Luftschutzkeller besaß. Wir Gronauer nahmen dann immer einen oder mehrere auswärtige Klassenkameraden mit nach Hause. Kam dann Entwarnung, blieb vom Unterricht nicht mehr viel übrig. Im Winter 1943/44 wurde die Schule viele Wochen lang geschlossen, weil keine Kohlen für die Heizung zur Verfügung standen. Wir bekamen dicke Pakete von Hausaufgaben auf und erledigten sie in kleinen Gruppen, die sich abwechselnd in den Wohnungen trafen. Bei der Gelegenheit lernte ich die gesamte „Bürgschaft“ von Friedrich von Schiller auswendig. Ich kann sie heute noch.

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Weitere Buchauszüge, nur hier mit Namenskürzungen, nicht im Buch:

Grundschulzeit in Gronau
S38: ...Buchhandlung "Kleiner Brunotte"....
S39: ...Nachbarschaft Südstraße: Willi G. , Heini R. , Fritzchen F. , Friedel U. , Helmut R. (Vater Fabrikarbeiter)...
S42:..Oma Höwe, die frühere Ratskellerwirtin...
Die Bauern in Gronau hießen: Hesse, Hering, Helmedach und Dörrie, Rittergüter in Banteln und Dötzum...

...S47: Am 09.11.1938...wachte ich abends von lautem Stimmengewirr unten auf der Straße vor unserem Haus auf. "Schlagt alles kaputt!" - "Dreckige Juden!" - "Weg mit der Synagoge!" - "Anzünden!" ... Die Flammen erleuchteten die ganze Nacht unsere Fenster. ...Auf dem Marktplatz qualmte noch lange der verkohlte Scheiterhaufen. ...Wenig später waren alle jüdische Familien aus Gronau verschwunden. ...

Gronau in den dreißiger Jahren
S50:...Die nazigeführte Stadtverwaltung gab sich den Anschein des Fortschrittlichen, Modernen, Volkstümlichen. ...

Straßen- und Ortenamen damals:
... "Norkus-Stätte" - (Hoher Escher?) , über Hopfenberg- Calenberger u.
Osterbrink zugänglich.
"Hindenburg -Allee" -Steintorstraße . "Wilhelm -Gustloff- (Breite)Straße" . "Josef-Goebbels-Schule" . "Straße des 10.April" -Hauptstraße.

Zweiter Weltkrieg
S51:...Polizisten: Der strenge "Gewinn" und der dicke "Wippich". Marktplatz= "Adolf- Hitler-Platz"...
S56: 1942 ...im Norden eine Reihe von Scheinwerfern den Himmel absuchte... "Tannenbäume", Leuchtraketen an Fallschirmen, die den Bomberpiloten anzeigten, wo sie die Luftminen abladen sollten. 23.09.1943: ... So sahen wir von Gronau aus, zitternd in der Nachtkälte, den Feuerschein am Himmel, wie Hannover in Schutt und Asche sank. ...
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Jungvolk der Hitlerjugend
S61: ... Im Jahre 1976 gab es ein Wiedersehenstreffen meiner ehemaligen Klasse der Kreismittelschule Gronau..... "Weißt du noch...?" ...Friedesine B. , geb. Schramm...
S63: ...Mit Detlef zusammen brachte ich zweimal einen "Bunten Abend für die Soldaten der Gronauer Lazarette und die Soldaten im Urlaub auf die Bühne...im "Ratskellersaal"...

...1943 wurden Günter R. und ich zu einem Fanfahrenzugführer-Lehrgang nach Scheuerfeld im Westerwald einberufen. ...
S67: ...Hitlerjugend auf dem Gronauer Schulhof 1942...
_________________________
S68: Kreismittelschule Gronau
Siehe ganz oben am Anfang.
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S72: ...alte Badeanstalt an der Leine vor Gronau...mit Bootsschuppen und Wohnung für den alten Herold, der die Badeanstalt bediente, Bier und Brause verkaufte und Paddelboote vermietete. ...
S76: ...die große Kinderschar der Pastorenfamilie...auch in der "Hitlerjugend"...meine Konfirmation:...dabei hatten wir der Tante Paula den anderen kernigen Tischspruch noch erspart: Äten, fräten, slapen, supen, langsam gahn und feste pupen! ... konnte ich einen Konfirmationsanzug von unserem Nachbarn "Hüpper Reese" leihen..

Scharnhorst-Oberschule
Hildesheim.
S79: ...Fliegeralarm: ...im Liebesgrundstollen eine Gruppe Engländer in deutscher Kriegsgefangenschaft, die mit Deutschen gegen die Russen kämpften.
S80: ...22.03.1945...warfen amerikanische Bomber ihre todbringende Last über Hildesheim ab. Die Stadt brannte völlig aus. Am nächsten Tag stand ich vor den rauchenden Ruinen der Schule am Dammtor.

Ende des zweiten Weltkrieges
S81: 20.07.1944...Hitler-Attentat...Onkel Hans zu Besuch in Gronau...sie flüsterten u.A.
"München wird jetzt die Stadt der Gegenbewegung genannt".
S82: ...Flüchtlinge aus dem Osten und dem Westen und Ausgebombte füllten die Stadt Gronau....
Auf dem Bahnhof Nordstemmen ...Die Güterwagen transportierten...riesige Raketen. Die "V1-" und ",V2" ... und stumme Menschen mit ausgemergelten traurigen Gesichtern Richtung "Bergen Belsen" ...Ende 1944 wurden die letzten Kräfte des Volkes mobilisiert...

So spannend geht die Geschichte weiter…….

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Inhaltsverzeichnis des Buches "Zeitlebens-Lebenszeit" :
Vorwort---4
Vater---9
Mutter---15
Reinhard---20
Detlef---25
Christiane---29
Als Kleinkind in Gronau---33
Grundschulzeit in Gronau---38
Gronau in den dreißiger Jahren---50
Zweiter Weltkrieg---54
Jungvolk der Hitlerjugend---60
Kreismittelschule Gronau---68
Religionsunterricht, Kindergottesdienst und Konfirmation---75
Scharnhorst- Oberschule Hildesheim---79
Ende des zweiten Weltkrieges---81
Hungerjahre---95
Fahrschülerschicksal---108
Neues geistiges Leben---113
Weg zum Abitur---120
Elektrowerker Lehrling---126
Radeln in die weite Welt---131
Kant-Hochschule Braunschweig---133
Freundschaften---145
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste 1---153
„Stadt“ bei Sulingen---161
Landjugendgruppe „Stadt“---170
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste 2---177
Social Service in den USA---181
Christel---197
Hannover- Volksschule Fuldastraße---204
Hannover- Landesblindenschule---207
Volksschule Oldau bei Celle---212
Christel und ihre Familie---215
Junge Familie in Oldau---219
Hauptseminarleiter---224
Dozent im Lutherstift Falkenburg---227
Dozent im Religionspädagogischen Institut in Loccum---213
Ein eigenes Haus---238
Christian---241
Hans Georg---248
Ein alter Student---255
Stellvertretender Rektor in Loccum---259
Kichenvorstand Loccum---263
Loccums deutsch- deutsche Partnerschaft---271
Landessynode---275
Lehrpläne und Unterrichtshilfen---277
Reisen und Bergsteigen---281
Hildesheimer Klassentreffen---288
Amt der Verkündung---290
Kirchenkreis Stolzenau-Loccum---307
Hans Georgs Türkei-Abenteuer---313
Verkehrsunfall---338
Wiedervereinigung Deutschlands---346
Religionspädagogik Schwerin---351
Kloster Loccum---357
Vom Dozenten zum Rentner---363
Evangelisches Altenheim Loccum---369
Ruhestand im Hochgebirge---373
Pilger auf dem Jacobsweg---380
Christels Tod---393
Allein---400
Lebendiges Kloster Loccum---406
Silbersee---412
Isi---418
Pilgern in Deutschland---424
Alt werden---441
Geschenk des Lebens---446

_______________

23.03.15 Die Lesung war, vorrangig von älteren Bürgern, bestens besucht. Es war kein Platz mehr frei.

Als Überraschung gab es das Buch "Zeitlebens-Lebenszeit" kostenfrei.

Einige gaben dafür Spenden ins Sparschwein.
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