"Die Leiden des jungen Werthers" im Deutschen Theater in Göttingen

Der depressive Werther (Foto: Nina Urban)

Göttingen: Deutsches Theater | Die klassischen Stücke der deutschen Literatur sind mir noch sehr präsent, da ich erst diesen Sommer die Schule beendet habe. So auch "Die Leiden des jungen Werthers" von Goethe. Der Roman hatte mich stark beeindruckt und betroffen, durch den mir sehr bizarr vorkommenden Widersrpuch, der Hauptperson. Werther als ein junger, kluger Mann, der seine natürlichen Ressourcen nicht nutzt und schwere Depressionen erleidet, die hervorgerufen werden durch die Langeweile und Sinnesleere, die sein Leben bestimmen.
Er passte nicht in die Gesellschaft, in der er lebte, zerbrach an einer unerwiderten Liebe zur schönen Lotte, die schon Alfred versprochen ist, und sah am Ende keinen anderen Ausweg als Suizid.

Im Deutschen Theater in Göttingen wird seit Mitte September eine moderne Adaptation von Goethes Briefroman aufgeführt. Die Regisseurin Mirja Biel versuchte das Stück auf unsere heutige Zeit zu übertragen. Die Melancholie und Schwermütigkeit, die Werther erfasst, hat sie durch den Begriff der Depression ersetzt, der doch die heutige Gesellschaft beherrscht. Selbstentfremdung, Rat- und Rastlosigkeit, Burn-Out-Syndrom auf der einen und doch die Charakterisierung als Spaßgesellschaft lässt sich mit Werthers leben gleichsetzten. Er lebt in einer Welt des Rauschs und der Ekstase und versucht gesellschaftliche Barrieren zu brechen.
Die Rezensionen über Mirja Biehls "Leiden des jungen Werthers" haben mein Interesse an dieser Aufführung stark geweckt. Biel soll die Goethe-Texte verbunden haben mit Musik und Texten von Nirvana-Sänger Curt Cobain, um eine Brücke zwischen der Sprache Goethes in den heutigen Zeitgeist zu bringen.

Das Stück läuft seit 25. September im Deutschen Theater in Göttingen. Falls ihr theaterinteressiert seid, ist es sicher zu empfehlen. Ich selbst möchte auf jeden Fall noch eine Aufführung miterleben.

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