Gebrauchtwagenkauf: Darauf muss geachtet werden

(Foto: Stefan Bayer / pixelio.de)

Damit der Käufer keine bösen Überraschungen erlebt, ist es notwendig, dass beim Gebrauchtwagenkauf zahlreiche Dinge beachtet werden. Gerade KFZ-Laien laufen sonst Gefahr, den teilweise unüberschaubaren Folgekosten zum Opfer zu fallen. So wird aus dem vermuteten Schnäppchen schnell ein Groschengrab.

Gebrauchtwagencheck

Viele Automobilclubs und auch diverse Kfz-Werkstätten bieten eine Überprüfung von Gebrauchtwägen an. Speziell bei Automobilclubs profitieren Mitglieder von teilweise kostenlosen oder sehr günstigen Angeboten für einen Fahrzeugcheck.

Bei dieser Überprüfung wird der Wagen von einem Profi genau unter die Lupe genommen und sämtliche relevanten Baugruppen werden sichtgeprüft. (Zum Gebrauchtwagencheck siehe auch: http://gutachten-amawi.de/kfz-gutachten.html) Vor allem, wenn sich der Kaufinteressent nicht sehr gut mit KFZ-Technik auskennt oder wenn Unsicherheiten bestehen, ist das eine sehr gute Möglichkeit, die letzten Zweifel auszuräumen.
Hier wird der Käufer auf möglicherweise anstehende Defekte und bereits bestehende Probleme am Fahrzeug hinweisen.

Ein seriöser Verkäufer hat normalerweise nichts gegen eine solche Überprüfung beim Gebrauchtwagenkauf einzuwenden. Falls dieser sich doch weigern sollte, ist das ein recht sicheres Zeichen, dass irgendetwas am angebotenen Fahrzeug nicht stimmen kann.

Checkliste Gebrauchtwagenkauf

Wenn der Kauf ansteht, sollten einige Dinge bei der Autobesichtigung besonders beachtet werden. Falls kein professioneller Gebrauchtwagencheck durchgeführt wurde oder geplant ist, muss das Objekt der Begierde ganz genau unter die Lupe genommen werden.

Der erste Eindruck
Ist manchmal eben doch entscheidend. Wie wirkt der Verkäufer? Versucht er sie an die Wand zu reden? Ist er auffällig nervös oder von sich selbst und seinem Auto überzeugt? Wie wirkt das Auto? Ist es unnatürlich sauber oder dreckig, wurde eine Motorwäsche oder eine Politur durchgeführt? Versucht der Verkäufer den Kunden von bestimmten Bereichen fernzuhalten?
Dieser erste Eindruck kann in einigen Fällen hilfreich sein, den Verkäufer, und wichtiger noch, seine Ware grob einzuschätzen.

Papiere
Die vorhandenen Dokumente sollten gewissenhaft überprüft werden. Stimmt die Zahl der Vorbesitzer? Sind die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) und die Motornummer korrekt? Existiert ein Serviceheft? Sind Rechnungen über Reparaturen und Unfallinstandsetzungen vorhanden? Wurden Anbauteile und eventuell vorhandenes Tuning korrekt eingetragen?

Woran sind Vorschäden erkennbar?
Besonders der Lack ist sehr aufschlussreich in Bezug auf die Historie eines Fahrzeugs. Klare Hinweise sind zum Beispiel Abweichungen im Farbton, Sprühnebel und Lackreste an Stellen, wo kein Lack hingehört.

Zusätzlich kann die eigentliche Karosserie Hinweise zu vergangenen Schäden liefern. So sind zum Beispiel schief schließende Türen und Klappen, oder ein ungleichmäßiges Spaltmaß sichere Indizien für ein Unfallauto. Besonders wenn die Reparaturen an der Karosserie nicht absolut professionell durchgeführt wurden, ist das ein sicheres Zeichen für eine schlecht durchgeführte Reparatur. Hier drohen später unabsehbare Kosten durch Rost und Folgereparaturen.

Der Blick unters Fahrzeug
Wenn die Möglichkeit besteht, sollte unbedingt die Unterseite des Autos inspiziert werden. Hier sind Blechverformungen und beginnende Rostherde oft besonders gut zu erkennen.

Besondere Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn der Vorbesitzer die gesamte Bodengruppe mit frischem Unterbodenschutz zugeschmiert hat. Hier soll eigentlich immer etwas versteckt werden. Zusätzlich sollte Ausschau nach öligen Stoßdämpfern und eingerissenen Gummimanschetten von Lagern und Gelenken gehalten werden. Sonst drohen hier sehr bald kostspielige Reparaturen.

Der Motorraum
Ist der Motor sauber? Ölverschmierte Stellen an Motor und Getriebe deuten auf Undichtigkeiten hin, und lassen auf eine nicht durchgeführte oder mangelhafte Wartung schließen.

Sind alle Betriebsflüssigkeiten, sowie das Kühlwasser und das Motoröl ausreichend vorhanden und sauber? Die Flüssigkeiten dürfen nicht verunreinigt sein. Wasser im Motoröl, Rost im Kühlwasser oder Schlamm im Motoröl können auf einen Motorschaden hindeuten.

Probefahrt
Die Probefahrt ist mit Abstand der wichtigste Punkt auf der Checkliste Gebrauchtwagenkauf. Hier können Mängel festgestellt werden, die sonst im Verborgenen bleiben würden.

Einige wichtige Punkte direkt beim Start:
• Funktionieren alle Kontrollleuchten? Gehen sie nach dem Auto-Check aus?
• Funktioniert die Elektronik? Geht das Licht? Funktionieren Lüftung und Klimaanlage?
• Macht der Motor komische Geräusche? Geht die Motorkontrollleuchte aus?

Wenn keine Auffälligkeiten auftreten, wird eine ausgiebige Proberunde gefahren:
• Treten Geräusche beim Lenken auf? Hat die Lenkung ungewöhnlich viel Spiel?
• Ruckelt das Auto beim Schalten und Lastwechseln? Treten beim Kuppeln Geräusche auf?
• Fährt das Auto geradeaus? Verzieht das Lenkrad beim Bremsen? Entstehen Geräusche beim Lenken?
• Raucht das Auto blau oder schwarz bei warmem Motor? Das kann auf verschlissene Kolbenringe und Ventilschaftdichtungen hinweisen.

Wichtig ist, dass für die Probefahrt genügend Zeit eingeplant wurde und der Fahrer das Auto auf Herz und Nieren testen kann. Falls immer noch Zweifel bestehen, hilft ein Gebrauchtwagencheck beim Profi, die letzten Unklarheiten zu beseitigen.
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1 Kommentar
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 15.02.2015 | 20:49  
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