KULTUR-Politik: CDU/CSU steht allein im Abseits mit der KULTUR-als-STAATSZIEL-Verweigerung
Nicht im Abseits stehen bleiben und mitmachen beim KULTUR-als-STAATSZIEL-Verwirklichen wollen alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien - Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und SPD außer der CDU und CSU. Ein konsequentes Abseitsstehen befürworten die Unionsparteien: Sie sind gegen eine Grundgesetz-Verankerung KULTUR als STAATSZIEL. Ermittelt hat dies der Deutsche KULTURRAT.
Der KULTURRAT meldet: Nur die Unionsparteien sind gegen das STAATSZIEL KULTUR! Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat in Berlin gerade die Antworten der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien auf seine Fragen zur Bundestagswahl 2009 vorgestellt. Fragen zu den kulturpolitischen Vorhaben und Planungen der Politiker. Alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien hätten die Fragen mit (angeblich) großer Ernsthaftigkeit und Sachkenntnis beantwortet, liest man.
Aus folgenden Themenkomplexen wurden auch Fragen gestellt: KULTURPOLITIK auf bundespolitischer Ebene, Kulturwirtschaft (Schutz des geistigen Eigentums) und kulturelle Bildung: mehr Menschen sollten an Kunst und Kultur teilhaben. Bis auf die Unionsparteien sprachen sich alle für das STAATSZIEL KULTUR aus. Der Präsident des Deutschen Kulturrates, Prof. Dr. Max FUCHS sagte laut Presserklärung: "In ihren Antworten auf die Fragen des Deutschen Kulturrates zur Bundestagswahl 2009 bekennen die Parteien in der Kulturpolitik Farbe. Diese Antworten können eine wichtige Entscheidungshilfe für die Bürgerinnen und Bürger sein, welcher Partei sie ihr Vertrauen schenken.“ Man wolle die Parteien daran „messen, welche ihrer Zusagen sie im Koalitionsvertrag und später in der Regierung umsetzen", so FUCHS. Siehe WEB pdf-Datei unter: www.kulturrat.de/dokument... (1MB).
Deutschlandradio Kultur stellte fest, dass die KULTUR heute im Wahlkampf bisher „überhaupt keine Rolle gespielt hat, auch in den Reden der Spitzenpolitiker Kultur selten bis gar nicht vorkommt“. Dass in der nächsten Legislaturperiode das Staatsziel Kultur im Grundgesetz verankert wird, wolle nur die Union nicht. Dass man ein eigenes Bundeskultur-Ministerium schaffen könnte wird diskutiert. Nur – „und zwar ganz grundsätzlich - von Bündnis 90/Die Grünen“ werde es heute abgelehnt, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf ZIMMERMANN in einem Interview (http://www.dradio.de/dkul... ). Bernd NEUMANN (CDU)wird sein Amt verlieren.
Zu Bernd NEUMANNs sichtbaren Miss-Erfolgen als KULTUR-Staatsminister
Zum Kulturstaatsminister Bernd NEUMANN (CDU, 67jährig) kommentierte auch die FAZ (Der Kommentar, Feuilleton – Andreas KILB), dass der von SCHRÖDER initiierte KULTUR-Posten angeblich „seit fast vier Jahren mit sichtbarem Erfolg von dem Christdemokraten Bernd Neumann bekleidet“ worden sei. Der „Tagesspiegel“ (Print 18.07.09 – Bernd Neumann: Immer schön mittig bleiben) kritisiert zwar B.N. als „obersten Repräsentant der Kulturnation“, der „nicht brennt für seine Sache“ („Strippenzieher“) - der Behauptung „die Kulturszene ist zufrieden mit ihm“, muss ich aber heftig widersprechen. Apropos „STAATSZIEL KULTUR“, das ins Grundgesetz gehört (GG Art. 20 b): Der CDU-Mann konnte nicht durchsetzen, dass dem Grundgesetz (GG) der Satz zugefügt wird: „Der Staat schützt und fördert die KULTUR“! Eine Bundestags-Mehrheit wollte das „Staatsziel KULTUR“ ins GG aufnehmen, CDU/CSU & SPD stimmten plötzlich dagegen!
Die Bundeskultur-Politik ist bis heute zumeist NEGATIV zu sehen. Sollten FDP/CSU-CDU das Wahl-Rennen im September gewinnen, sollte die FDP den Kultur-Posten übernehmen. Die FDP will das „Staatsziel KULTUR“ ins GG (Artikel 20 b). Die KünstlerInnen sollten den Politikern ruhig öfter mal „auf die Finger sehen“, so wurden sie von Frank-Walter STEINMEIER ermuntert; „Jubiläumsabend“ der SPD am 29.09.08 in Berlin - Motto „Hauptsache Kultur. 10 Jahre Bundeskulturpolitik“ (PHOENIX (ARD) ). Ex-Kanzler Schröder hatte im Herbst 1998 das neue Amt eines Kulturstaatsministers in der BRD geschaffen: die SPD stellte die Minister M. Naumann, J. Nida-Rümelin und Chr. Weiss; jetziger Amtsinhaber ist B. NEUMANN (CDU). Angeblich hätten KünstlerInnen einen „obersten Lobbyisten bundesdeutscher Kulturinteressen als direkten Ansprechpartner in der Zentralregierung“, wurde behauptet. Das mag für etablierte „Staatskünstler“ gelten, kritische und unabhängige Kuturschaffende (KünstlerInnen) sind unerwünscht! Ich kann belegen, dass wichtige Interessen der Künstler den „Strippenziehern“ in der KULTURPOLITIK von Hessen und in der BRD-Regierung unangenehm sind.
Bernd NEUMANNs „Kultur“-Politik schadet auch der documenta
Die Aufgabenteilung zwischen Bund- und Länder-Kompetenzen hat sich m. E. (noch) NICHT zum Nutzen der Kulturnation BRD bewährt. Beispiel: Das Land Hessen und auch die Stadt Kassel (documenta-Träger, d12-Geldgeber) unterliegen einer besonderen Verantwortung des Staates für die Kultur, die durch das in der Verfassung des Landes Hessen niedergelegte KULTUR-Staatsgebot des Artikels 62 ausgedrückt wird: PolitikerInnen haben zur Sicherung der Grundlagen für eine freie Entfaltung von Kunst und Kultur beizutragen! Was der Kulturstaatsminister Bernd NEUMANN zur total gescheiterten documenta 12 (BUERGELiade) und einer dringend erforderlichen Reform hessischer KUNST-Politik zu sagen hat, hätte man gerne gewusst! Eine DOCUMENTA-DEMOKRATISIERUNG wird von mir seit langem gefordert (Mahnmal der 100 Verrisse im Internet; Link art-and-science.de). Die SZ forderte wie andere: „Kassel muss sich ein neues Kuratoren-Konzept ausdenken“!
Anlässlich der d12-Eröffnung betonte Bernd NEUMANN noch (unwissend): "Dem künstlerischen Leiter Roger BUERGEL und Kuratorin Ruth NOACK ist mit der diesjährigen Präsentation etwas Einzigartiges gelungen: Hier wird die Kunst der Gegenwart nicht nur im Spiegel ihrer eigenen Geschichte, sondern auch als Teil unserer Zukunft erfahrbar. Die documenta ist und bleibt ein weltweit anerkannter Seismograph der zeitgenössischen Kunst". Der finanzielle Beitrag des Bundes sei auch auf das hohe Ansehen zurückzuführen, das die documenta heute national wie international genießt, so der Staatsminister (irrend). Siehe auch http://www.myheimat.de/gladenbach/beitrag/95625/wi... zum TRAUERSPIEL „Kultur kein Staatsziel“.
Die KULTUR-als-STAATSZIEL-Verweigerung geht einher mit VERWEIGERUNG einer Documenta-Demokratisierung. Die d-Reform forderten mit mir Peter WEIBEL (ZKM Karlsruhe) und Kunstzeitungs-Chef Karlheinz SCHMID. Statt dessen mutierte die documenta von der misslungenen BUERGELiade zur BAKARGIEViade (d13). NEUMANN schweigt: zur Misere und auf meine e-mail an den CDU-Herrn; so entwickelt sich POLITIK(ER)-Verdrossenheit. MERKEL – SCHÄUBLE – NAUMANN förderten ideell & materiell die Skandal-Ausstellung 60 x 60 im Gropiusbau Berlin; bitte googeln (Katalog, Eröffnung; bitte googeln). Angela MERKEL besuchte in Begleitung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) die SKANDAL-Ausstellung "60 Jahre - 60 Werke" und hat die umstrittene Schau im Gropius-Bau eröffnet und gestützt. Hierzu mehr mit Bilderserie (und mit BILD-Chef DIEKMANN) siehe im WEB: http://www.myheimat.de/gladenbach/beitrag/93367/ku...
Bernd NEUMANN meint: „Nach diesen drei, vier Jahren - glaube ich - kann ich sagen, dass ich ein Stück dazu beigetragen habe, dass der Stellenwert, mindestens auf nationaler Ebene, der Kultur doch ein Stück gestiegen ist. Ich selbst sehe keine riesigen Vorteile, wenn die Struktur meines Amtes verändert würde. Okay, ich würde dann den Titel "Bundesminister für Kultur" erhalten gegebenenfalls - jetzt bin ich Staatsminister für Kultur oder für Kultur und Medien -, aber in der eigentlichen Tätigkeit würde überhaupt keine Veränderung stattfinden.“ (…) Ich habe (…) eine unmittelbare Beziehung zur Bundeskanzlerin“. Und: „Wir sollten nicht mit zusätzlichen Forderungen das Grundgesetz belasten, denn es gibt bereits engagierte Leute aus dem Sport, die sagen: Wenn Kultur, dann auch Sport.“
(Interview mit Deutschlandfunk – WEB: REGIERUNG ONLINE – http://www.bundesregierung.de/nn_23376/Content/DE/... )
Dass sich KUNST und KULTUR gut entfalten und die Kulturschaffenden und Künstler angeblich „frei atmen“ können (so MdB W. Börnsen CDU/CSU), ist zu widerlegen. Der kontinuierliche Abwärtstrend der Bundes-KULTURPOLITIK in der BRD-Kulturlandschaft ist auch festzumachen am „Staatskünstler“-Erzeugen sowie Fördern. Und natürlich – wie betont - am exemplarischen Beispiel der negativen documenta-Kulturpolitik, die die private Institution (GmbH) samt Möchte-Gern-Allein-Kuratoren die freie Hand lässt, den erweiterten Kunstbegriff ständig zu erweitern. Die Kultur-als-Staatsziel-Verweigerung geht einher mit Verweigerung einer Documenta-Demokratisierung. Was die hessischen Partei-Oberen zur Dokumenta-Reform sagten, ist dokumentiert: A) http://www.myheimat.de/gladenbach/beitrag/68918/ka... Und B) http://www.myheimat.de/gladenbach/beitrag/70811/un...
Oskar LAFONTAINE hat in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des Musikforums betont: Ohne den Erhalt der öffentlichen KULTUR-FÖRDERUNG wäre kulturelle Vielfalt nicht denkbar, deshalb sei, so Lafontaine, die Debatte um das STAATSZIEL KULTUR mehr als Symbolpolitik: „Kulturförderung braucht bessere rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, steuerpolitische Konsequenzen, haushaltspolitische Aufmerksamkeit in Bund, Ländern und Gemeinden.“ Kulturelle Äußerungen seien öffentliche Güter der Völker, die Möglichkeit ihrer Aneignung ein Menschenrecht – sie dürften nicht allein nach marktwirtschaftlichen Kriterien betrachtet und behandelt werden, sondern bedürften des Schutzes und der öffentlichen Förderung, denn „KULTUR kostet, UNKULTUR kostet mehr.“ Hierbei komme es besonders auf die „Stärkung der Rechte und soziale Sicherung der Kreativen“ und „gezielte KÜNSTLER-FÖRDERUNG auch ohne Scheu vor ihrer Marktreife“ an.
In fast allen Landesverfassungen sind der Schutz, die Pflege und die Förderung von Kunst und Kultur eine staatliche Aufgabe von Verfassungsrang. Das Vorhandensein einer KULTUR-Staatsklausel in der Landesverfassung erwies sich bei Juristen in HESSEN als belanglos: bedeutungslos-irrelevant im „Fall documenta“; vor Gerichten wie VG, VGH, LG, OLG und Staatsanwaltschaft. Die Verankerung der KULTUR als Staatsziel im GG stützt, was das Bundesverfassungsgericht 1970 festgehalten und 2002 erneut unmissverständlich formuliert hat: „Als objektive Wertentscheidung für die Freiheit der Kunst stellt die Verfassungsnorm des Artikels 5 Abs. 3 dem modernen Staat, der sich im Sinne einer Staatszielbestimmung auch als Kulturstaat versteht, zugleich die Aufgabe, ein freiheitliches Kunstleben zu erhalten und zu fördern“? Ein aktuelles Negativ-Beispiel: Eine Politiker(!)-„Findungs-Kommission“ bestimmte unlängst eine d13-Findungskommission für eine monokratische d13; trotz www.-„Mahnmal der Verrisse“ (d12). Ergebnis: BAKARGIEViade-documenta-13.
Zur KRISE der KUNSTFREIHEIT siehe http://kommentare.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/...
Seriöse Medien könnten durch kultur-kritische Berichte mithelfen, dass nicht nur (teils unfähige) Partei-Politiker in der BRD und Lobbyisten sowie Höflinge in der Kunstpolitik das Sagen haben, meinte ich. Gregor GYSI sprach im Bundestag über die gescheiterte Skandalschau "60-Jahre/Werke" und beklagte die Ausgrenzung der DDR-Künstler. Medien (Feuilleton, KULTUR-Seiten) interessierten sich indessen weder für die Podiumsdiskussion noch darüber, dass der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages sich mit den Stimmen der großen Koalition DAGEGEN ausgesprochen hatte, die KULTUR als STAATSZIEL ins GRUNDGESETZ aufzunehmen. FDP und LINKE stimmten dafür, die GRÜNEN enthielten sich. Das Grundgesetz sollte um einen Artikel 20b ergänzt werden, der folgenden Wortlaut haben sollte: „Der Staat schützt und fördert die Kultur.“ Man hoffte, die Klausel, die keinerlei direkte Vorteile für die Förderung der Künste brächte, könne wenigstens als Auslegungshilfe für Gerichte und Verwaltungen dienen und so gleichsam indirekt das Gewicht der Kultur in der Konkurrenz mit anderen Interessen stärken.
POSSE um Hessischen KULTURPREIS – bessere Kulturpolitik in Hessen gefordert
Die Entscheidung des Kuratoriums des Hessischen Kulturpreises, die Auszeichnung an Karl Kardinal Lehmann, Peter Steinacker und Salomon Korn, nicht aber an den ursprünglich als Mitpreisträger vorgesehenen Schriftsteller Navid Kermani zu verleihen, hat viel KRITIK hervorgerufen: Bundestagspräsident LAMMERT sprach von einer „Staatsposse“. In einer Debatte um die Aberkennung des hessischen Kulturpreises an den islamischen Schriftsteller Navid KERMANI hat die Opposition im Wiesbadener Landtag schwere Vorwürfe gegen Ministerpräsident Roland KOCH (CDU) erhoben. SPD, Grüne und Linke forderten KOCH auf, im Landtag Stellung zu nehmen und sich für die Herabwürdigung durch die Aberkennung bei Kermani zu entschuldigen. Koch trat jedoch trotz mehrmaliger Aufforderung nicht ans Rednerpult. Die Diskussion um den Kulturpreis war entbrannt, als das Kuratorium Kermani als Preisträger ausschloss: Das Kuratorium des Kulturpreises hatte Kermani als Preisträger ausgeschlossen, weil Lehmann und Steinacker es abgelehnt hatten, den Preis mit Kermani zu empfangen. Sie kritisierten einen Text des Schriftstellers, in dem dieser nach Auffassung beider die Kreuzestheologie als "Gotteslästerung" ablehnt. (Bitte mehr hierzu im WEB googeln.)
Bernd KÜSTER (57) wurde in der Kunstzeitung Nr. 7/09 als neuer Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel vorgestellt; Wunschkandidat der Kunstministerin Kühne-Hörmann (CDU - "strikt-konservativ"): Dass KÜSTER zum 1. August 2009 neuer Direktor der MHK wird, hatte ein Vorspiel. Staatsministerin Eva KÜHNE-HÖRMANN stellte den 57 Jahre alten Kunsthistoriker im Schloss Wilhelmshöhe vor. „Ich bin sicher, dass Prof. Küster der richtige Mann am richtigen Ort ist, um die weitreichenden konzeptionellen Veränderungen und umfangreichen Baumaßnahmen zu steuern, die mit der Neuordnung der Museumslandschaft verbunden sind“, sagte die Ministerin. Das Land investiert 200 Millionen Euro in einen der größten Museumsstandorte in Deutschland. Mehr: www.hessen.de (HMWK). Die Stelle des mhk-Direktors war seit Ende 2008 nur übergangsweise besetzt, nachdem der frühere Direktor Michael Eissenhauer an die Spitze der Staatlichen Museen Berlin gewechselt war.
Herr KÜSTER (er studierte in Marburg) bezeichnete es als Ehre, die Museumslandschaft Hessen-Kassel zu hegen und auszubauen. „Es ist einer der schönsten Kulturstandorte in Deutschland“, ergänzte er und betonte: „Ich übertreibe nicht.“ Vielleicht kann er die private INSTITUTION documenta in Kassel beeinflussen, deren Direktor-Posten zur Diskussion steht. KÜSTER kann nun die Neugestaltung der mhk mit prägen. Für documenta-„Sanierungsarbeiten“ wurde er allerdings nicht angestellt. Der kleine „böse“ GEIST der Kultur-Politik(er) in Hessen könnte jedoch beeinflusst werden – denn von allen guten Geistern verlassen waren Hessens Kultur-Politiker bisher! Aller VERNUNFT beraubt hinsichtlich einer DOCUMENTA-REFORM. Wes Geistes Kind Herr KÜSTER ist, bleibt abzuwarten. Kulturelle EVOLUTION in Kassel ist angesagt. Das Werk der letzten documentas atmete modernen Geist NICHT. Siehe z.B. den schlechten (gescheiterten) Geist der d12 (BUERGELiade).
Die Förderung derjenigen, die ihre Fähigkeiten nicht im Bereich der Wirtschaft haben, ist nicht im Sinne der etablierten Parteien. Im Bestreben der "Elite"bildung (wie immer man dieses Wort interpretieren mag) sehen unsere Politiker, die ihre Wurzeln oftmals ebenso in "Elite"schulen haben, nicht mehr über ihren Tellerrand hinaus. Dabei ist Kunst und Förderung von Kreativität, sei es in der bildenden oder darstellenden Kunst, erwiesenermaßen ein adäquates Mittel, schon in der Jugend auch sozial schwächeren Einkommensschichten (der Begriff "sozial schwach" beinhaltet hierbei nicht die soziale Kompetenz) einen eigenen Zugang zur Gesellschaft und nicht zuletzt zur Steigerung des Selbstwertgefühls zu schaffen. Kunst in jeder Form ist gesellschaftsförderlich und dient zu weit mehr als nur der Unterhaltung. Soziale oder gesellschaftlich relevante Themen, die nicht im Sinne der Wirtschaft sind, werden aber in der heutigen Zeit von der Politik leider als zweitrangig betrachtet. Zu meinem Entsetzen ist dieser Trend inzwischen bei allen Parteien angekommen. Es lässt sich eben nicht ausreichend Geld mit der Kunst verdienen. Schade.
Ach ja, jetzt sind wir also mit dem Wahlkampf auch bei "Myheimat" angekommen.
Ich glaube, dass das einzige "Staatsziel", das wirklich in das Grundgesetz gehört, der Satz ist: "Die Würde des Menschen ist unantastbar!" Damit ist alles gesagt, was zu sagen ist.
Ich denke mal, wir sollten uns das politische Sommerloch in Myheimat sparen.
"Es lässt sich eben nicht ausreichend Geld mit der Kunst verdienen. Schade"
Kunst ist doch ein Millionengeschäft.
Ausserdem gehts um Kultur - da ist Kunst nur ein winziger Bestandteil.
@Andreas
Hast schon recht, in manchen Bereichen ist Kunst wirklich einträglich.
Ich habe mich da auch nicht sauber ausgedrückt, ebenso meinte ich auch die Kulturförderung.
Wo Kunst und Kultur förderungswürdig sind, wird nach meiner Meinung allerdings zu wenig getan. Nach meinem Empfinden sind wir in unserer kulturellen Entwicklung eher rückläufig, insbesondere bei der Jugendarbeit. Da berühre ich jetzt ein Thema, dass der Schreiber des o.g. Artikels wahrscheinlich eher nicht meinte.
Das geht jetzt aber sehr ins Detail, könnte sein dass ich Euch damit zu Tode langweile ;-)
MHK-Chef Bernd KÜSTER & „Moderne“: documenta wenig interessant
JA: Kunst ist ein MILLIONEN-Geschäft. Über die KUNSTMARKT-Kunst und –„Künstler“ zum „Kunstmarkt-Irrsinn“ klärt der Enthüllungsfilm „Super Art Market“ auf: Den Film des Dokumentarfilmers Zoran SOLOMUN über den wahren „ Irrsinn des Kunstbusiness“ hat auch die KUNSTZEITUNG (August-Ausgabe) erwähnt: KZ-Chef und Herausgeber Karlheinz SCHMID hat sich jahrelang intensiv mit dem KUNSTBETRIEB befasst und ist (wie auch die Feuilletons der Massenmedien) Teil desselben. SCHMID konstatiert eine NEGATIV-BILANZ hierzu, die man diskutieren sollte.
Bernd KÜSTER stellte ich im Artikel als potentiellen HOFFNUNGSTRÄGER für Kultur&Kunst-Reformen vor: Von einem reinen „documenta-Museum“ oder einem „Haus der Moderne“ in Kassel hält der Kunsthistoriker Bernd KÜSTER – er leitet die Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk) ab 1.08.09 – NICHTS.
Kunst-Ministerin Eva KÜHNE-HÖRMANN bekräftigte noch einmal die Position des Landes, dass der neue Direktor großen Gestaltungsspielraum habe: KÜSTER könne, wenn er will, die Weichen für die innere Neugestaltung der Neuen Galerie, des Landesmuseums und von Schloss Wilhelmshöhe als Ganzem neu stellen und bisherige Vorhaben kippen. Für die Neue Galerie habe der neue mhk-Chef aber offenbar „keine Kursänderung“ vor; so der ehemalige Feuilleton-Chef der HNA Kassel Dirk SCHWARZE. KÜSTER vertrete die Ansicht, dass es nicht sinnvoll sei, die moderne Kunst isoliert zu zeigen: Man könne die (alte klassische) Moderne nur verstehen, wenn sie im Zusammenhang mit der älteren Kunst gezeigt werde. Deshalb halte KÜSTER die Kombination von Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts für wünschenswert. Von Postmoderne und neuer „Moderne“ (Neo-Moderne, Ultra-Moderne, Trans-Moderne – bitte googeln im WEB) ist keine Rede. KÜSTER habe deutlich gemacht, dass die DOCUMENTA (documentas) in seinen Planungen zwar vorkomme – sein Interesse gelte aber den „kunstgeschichtlichen und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen“.
SCHWARZE (umstrittener documenta-FAN; Befürworter von documentas, auch wenn sie scheiterten) bedauerte dies offensichtlich.
Im WEB kann man aktuell lesen, dass ANGEBLICH die Förderung von Kunst und Kultur „für die Hessische Landesregierung hohe Priorität“ habe. Sie lasse sich dabei von den Grundsätzen leiten, dass „Kulturpolitik die Grundlagen für die freie Entfaltung von Kunst und Kultur sichert“. Außerdem sei „jeder zensierende Eingriff in Kunst und Kultur abzulehnen“.
Im Widerspruch zu diesen Thesen steht die miserable documenta-Politik der Regierung, wie ich an unterschiedlichen Orten (4 Büchern zur documenta, WEB-Beiträgen) nachweisen konnte (vgl. juristischer „Fall documenta“). Mehr http://www.hessen.de/irj/HMWK_Internet?cid=5542c62... sucht man über die Suchmaske der Website des Kunst-Ministeriums nach „documenta“ wird man mit der privaten documenta-Institution in Kassel verlinkt: http://www.documenta.de/ !
PS:Man sollte sich nicht in nebensächlichen DETAILs verlieren. Leser meiner oft recht langen Artikel können sich (sie haben es in der Hand) Details schenken: d.h. überfliegen & übersehen (...). Ins Detail gehen ist aber (wissenschaftlich gesehen) m.E. oft wichtig. Daher auch der ergänzende Kommentar zum neuen MHK-Chef der documenta-Stadt Kassel. Wer sich langweilt, muss ja den Text nicht registrieren. Auch Kommentare in myheimat.de dürfen DETAILS beschreiben!
KÜSTER soll auch TOURISMUS fördern – schwierige MHK-Direktorenstelle
"Prof. Küster soll den mit den Investitionsmitteln ermöglichten Aufbruch der Institution mit einer nachhaltigen Verankerung bei der Bevölkerung als ein führendes, auch touristisch erfolgreiches Wahrzeichen der Region und Hessens verbinden", forderte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU); ganz analog zu Äußerungen, wie die documenta-Institution von der "Kultur"-POLITIK in Hessen gesehen wird.
Der Honorar-Professor (seit 2003) hatte sein Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg mit der Promotion abgeschlossen. Nach beruflichen Stationen unter anderem in Marburg, Osterholz und Bremen war er von 1991 bis 1999 Leiter der Kunsthalle Wilhelmshaven. Die MHK-Direktorenstelle war am 1. Juni 2008 ausgeschrieben worden und sollte Anfang 2009 besetzt werden.
Das hatte sich nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst wegen der unklaren politischen Verhältnisse vor den Neuwahlen zum Hessischen Landtag am 18. Januar sehr schwierig gestaltet. Schließlich war eine vom Ministerium damals nicht namentlich genannte Kandidatin gefunden worden, die aber aus persönlichen wieder absagte. In der Zwischenzeit hatte der stellvertretende Abteilungsleiter Kultur und Kunst des Ministeriums, Ernst WEGENER, die Museumslandschaft kommissarisch geleitet. Der frühere Direktor Dr. Michael EISSENHAUER amtiert seit 31. Oktober 2008 als Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin.
Zur peinlichen POSSE um den Hessischen KULTURPREIS – Kulturpolitik-Misere in Hessen
Der Orientalist KERMANI war zunächst wegen seiner „religionsübergreifenden Darstellungen“ als Preisträger nominiert worden. Nach Protesten hat ein KURATORIUM unter Verzicht auf Herrn KERMANI (muslimischer Kandidat) entschieden, den Preis an LEHMANN (Kardinal in Mainz), STEINACKER (früherer Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau) und Salomon KORN (Zentralrat der Juden) zu verleihen. Intriganten hatten versucht, Herrn KERMANI als "Christenhasser" darzustellen. Der Jury des Kulturpreises gehörten u.a. Roland KOCH (CDU), Kunstministerin KÜHNE HÖRMANN (CDU) und (sonderbarerweise) documenta-Befürworter und d-Verteidiger DIRK SCHWARZE (ehemaliger Kultur-Chef der HNA Kassel) an. Nach den Peinlichkeiten ohne Ende um die Verleihung des Preises, wurden die Kuratoriums-Mitgleider von Medienvertretern aufgefordert, schnell zurückzutreten, da sie ihrem Amt wenig gerecht geworden seien – sie exekutierten auf Wunsch der Landesregierung ihre frühere Entscheidung. Da kennt man die CDU-Oberen in Hessen aber schlecht; von wegen Rücktritt! Ein religiöser DIALOG war nicht mehr möglich. Kritisiert wurde, dass die Repräsentanten des hessischen "Kultur"-Betriebs korrumpierbar seien. Wie bei der documenta-Institution finanziert sich der Preis durch öffentliche Zuwendungen. Die JURY eines glaubwürdigen Preises müsse künftig aus Persönlichkeiten bestehen, die FREI URTEILEN können, wurde gefordert.. FREIHEIT & KULTUR gehören zusammen (auch in HESSEN), was ich im “Fall documenta“ ausführlich diskutiert habe.
"Ich habe mich da auch nicht sauber ausgedrückt, ebenso meinte ich auch die Kulturförderung"
Kultur ist im Prinzip alles, was über das Lebensnotwendige hinaus geht.
Essen ist Leben - aber wie der Mensch isst, ist Kultur.
Behälter sind praktisch - aber wie sie bemalt sind, ist Kultur.
Usw. ;)
"Wo Kunst und Kultur förderungswürdig sind, wird nach meiner Meinung allerdings zu wenig getan"
Die Frage ist doch, was "förderungswürdig" bedeutet.
Inwiefern würdig? Und wer entscheidet das?
Bei Kultur wird vieles gar nicht beachtet - und bei Kunst geht es sehr elitär und cliquenwirtschaftlich zu.







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