Puppenkinder aus den 50er Jahren
Eine Puppe unter dem Weihnachtsbaum ist auch heute noch eines der beliebtesten Geschenke für kleine Mädchen. Outfit und Material haben sich seit den 50er Jahren sehr verändert. Man nennt die Puppenkinder auch nicht mehr Erika, Hans, Inge oder "Ursel" und "Strampelchen" wie die beiden Schildkröt-Puppen, die ich als Kind zu Weihnachten bekam. Sie waren aus Zelluloid und hatten keine richtigen Haare zum Kämmen und Frisieren. Die Firma "Schildkröt", die seit 1896 bis heute Puppen herstellt, produziert viele dieser beliebten Modelle noch für Liebhaber und Sammler.
Mein "Strampelchen" aus den 50er Jahren hatte Schlafaugen und wenn man es vom Rücken auf den Bauch drehte, vernahm man ein feines Stimmchen, das "Mama" erahnen ließ. Man musste etwas vorsichtig mit diesen Puppen umgehen und mir passierte es, dass Strampelchen unglücklich auf den Boden fiel und ein Loch in der Stirn hatte.
Meine Mutter tröstete mich damit, dass es eine Puppenklinik gab und dass wir Strampelchen dorthin bringen würden. Ich war beruhigt, denn sicher würden sich die besten Ärzte und Krankenschwestern um meine Puppe mühen.
Natürlich sah das in Wirklichkeit etwas anders aus. Meine Mutter brachte die Puppe in den Laden, wo sie gekauft worden war. Dort wurde sie von einem Mann abgeholt, der in seiner kleinen Werkstatt zu Hause beschädigte Puppen reparierte. Ich war etwas stutzig, als ich Strampelchen zurück erhielt. Unter "heilen" verstand ich etwas anderes, als dass nur das ausgebrochene Stück Zelluloid wieder in die Stirn eingeklebt worden war. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber daran, dass der Beweis meiner Unvorsichtigkeit für immer an Strampelchens Stirn zu sehen war, was meiner Liebe zu ihr aber keinen Abbruch tat.



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