Ein Weihnachtsgedicht nach einer wahren Begebenheit in unserer Familie

Die Überraschung

O du schöne Weihnachtszeit
hältst so manche Freud' bereit.

Damit das Fest auch wohl gelinge,
kauft man viele leck're Dinge:
Blätterteig und Küchenkräuter,
Gans, Kroketten und so weiter,
packt sie in das Kühlgerät,
das im Keller dafür steht,
lässt im Eiseshauch der Truhen
bis zum Weihnachtsfest sie ruhen,

Alsdann beginnt in eil'gem Rasen
man die Läden abzugrasen,
um was Passendes zu schenken
zum Beglücken und Gedenken.
Wer nun eine Liebste hat,
wird des Schenkens nimmer satt.
Doch kein gekaufter Heuchelschein,
nein, Selbstgemachtes soll es sein.
Voller Eifer steuert man,
drum den nächsten Baumarkt an.
Kauft sich Holz und Schleifpapier,
Schrauben und Metallscharnier.

Vollbepackt mit all dem Kram,
den man pfeifend an sich nahm,
geht man in den Keller runter
und dort werkelt man ganz munter,
weil die Liebste man so liebt,
was dieser Liebe Ausdruck gibt.

Will man fräsen, bohren, löten
ist zuweilen Strom vonnöten,
diesen zapft man aus der Wand,
was ein kluger Kopf erfand.
Kilometerlang mit Kraft
durch die Leitung fließt der Saft.
Das ganze Haus ist so vernetzt,
doch - jede Dose ist besetzt.
In des Schenkens Fieberfreude:
"es muss fertig werden heute",
zieht man einen Stecker raus
- irgend ein Gerät geht aus
und im Stress denkt keiner dran,
dass es so nicht bleiben kann.

Man ahnt es schon:
Aus dem Kälteschlaf erwachen
all die leck'ren Festtagssachen:
Blätterteig und Küchenkräuter,
Gans, Kroketten und so weiter.
O du schöne Weihnachtszeit
hältst so manche Freud' bereit!

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6 Kommentare zum Beitrag
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Sandra Biegler aus Meitingen am 30.11.2011 um 10:39 Uhr  
8.758
Cornelia Gerhardt aus Gladenbach am 30.11.2011 um 11:31 Uhr  
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Silvia B. aus Neusäß am 30.11.2011 um 14:12 Uhr  
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Heike O. aus Bad Wildungen am 02.12.2011 um 14:25 Uhr  
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Cornelia Gerhardt aus Gladenbach am 02.12.2011 um 14:53 Uhr  
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