Nach der Flugzeug-Katastrophe - Lufthansa führt Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein

Foto: Wiki Commons / Evrik (beispielhaft) (Foto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:C130_cockpit.jpg)
Nach dem verheerenden Flugzeugabsturz einer Germanwings-Maschine vergangene Woche zieht nun auch die Lufthansa erste Konsequenzen aus dem Unglück und ändert die Regularien für´s Cockpit. Demnach sollen zu jedem Zeitpunkt eines Fluges mindestens auch zwei Personen im Cockpit anwesend sein müssen. Das teilte das Unternehmen der Öffentlichkeit am Freitag dieser Woche mit.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/welche-airline...

Auch andere deutsche Fluglinien einigten sich auf diese Regel, die nun rasch umgesetzt werden soll. Dabei sind kritische Stimmen nicht zu überhören.

- Ein Kommentar von Sandra Bender -

(SB) Es ist doch mindestens erstaunlich, wie schnell Änderungen durch - und dann auch umgesetzt werden, wenn nur genügend Medienvertreter darüber berichten. Noch am Donnerstag, dem 26. März, sträubte sich das Unternehmen gegen die Einführung einer "Zwei- Personen-Regel", da hieß es noch: "Germanwings-Chef Thomas Winkelmann sieht die von einigen geforderte Zwei-Personen-Regel skeptisch und will sich nicht auf eine Einführung festlegen", weil das sei "noch zu früh, um jetzt schon Schlüsse daraus zu ziehen", teilte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann gegenüber Pressevertretern mit. (Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015...

Nur einen Tag später - 27. März - kam die Zwei-Mann-Regel dann doch und auch die Lufthansa-Tochter Germanwings musste mitziehen, wohl auch, um das Vertrauen der Passagiere nicht noch weiter zu verlieren. Zu groß die Gefahr, dass Reisende nur noch bei Airlines buchen, die das 4-Augen-Prinzip im Cockpit eingeführt haben. Eine Maßnahme, die in Europa - im übrigen - längst schon überfällig ist.

- In Amerika schon lange Pflicht -

Bereits seit dem 11. September 2001 schreibt die Flugsicherheitsbehörde FAA den amerikanischen Fluglinien vor, dass immer mehr als nur ein Besatzungsmitglied im Cockpit anwesend sein muss. Eine Katastrophe, wie die des Fluges 4U9525 wäre so vielleicht auch zu verhindern gewesen, zumal dann mindestens zwei Personen mit dem Absturz der Maschine hätten einverstanden sein müssen und das ist garantiert noch schwieriger, als wenn nur eine einzige Person über das Schicksal der Maschine entscheiden kann. Somit kann es nur gut sein, dass dieses "4-Augen-Prinzip" nun auch bei europäischen Linienfliegern zur Pflicht wird und Reisende nicht länger darum bangen müssen, wie fit oder flugtauglich der Co-Pilot einer Maschine nun ist oder nicht. Denn Fakt ist doch Eines: Egal, was Andreas L. nun auch dazu bewogen hat, die Maschine abstürzen zu lassen und egal an welcher Krankheit er litt oder nicht, welche Motive er hatte und welche nicht, das alles ist unerheblich. Entscheidend ist nur, ob eine zweite Person hätte eingreifen können, wenn Diese nur mal anwesend gewesen wäre und das war sie nachweislich nicht! Andreas L. war mutterseelenallein im Cockpit dieser Germanwings-Maschine und schon das ist ein nicht hinnehmbares Sicherheitsrisiko, über das man nicht lange hätte diskutieren oder nachdenken müssen, das man sofort hätte auch einführen und umsetzen sollen, wie nun ja auch geschehen.

- Katalysator Medien -

Ich habe - und das auch nur am Rande bemerkt - so meine Zweifel, dass dies so schnell geschehen wäre, wenn nicht auch die Medien so kritisch über dieses Sicherheitsrisiko berichtet hätten. Vermutlich ist es damit auch nur den Medien zu verdanken, dass diese Zwei-Mann-Regel so schnell nun auch umgesetzt wird. Nichts ist schädlicher - für eine Airline - als sinkende Passagierzahlen und deren Angst vor dem Fliegen und diese Angst wäre, gerade jetzt wohl auch riesig, wenn jeder wüsste, dass auch weiterhin hunderte von Menschen in einem Flugzeug der Willkür von nur einer einzigen Person aussetzbar sind. Etwas Derartiges sollte - auch meiner Meinung nach - so nie wieder passieren dürfen.

Sandra Bender

Foto: Wiki Commons / Evrik
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Kai Debus aus Hamburg | 05.04.2015 | 18:00  
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