Wunderschön: Ehemaliger Obdachloser setzt Hauswirtin ein Denkmal

Heinke von Löw (†) starb im Alter von 93 Jahren und hinterlässt ein denkwürdiges Lebenswerk (Foto: Collage: Facebook Max Bryan)
 
Öko-Aktivistin Heinke von Löw (93†) setzte Zeichen und Max Bryan ihr ein Denkmal (Foto: Collage Max Bryan Wordpress)
 
Der ehemalige Obdachlose Max Bryan zusammen mit Heinke von Löw† im Sommer 2012 (Foto: Facebook Max Bryan)
 
"Um Erfolg zu haben, brauchst Du nur eine einzige Chance" hat Jesse Owens einmal gesagt und die bekam er. Hier eine Aufnahme von Max Bryan vom Frühling 2012 auf dem Steinfurther Gartenhof. (Foto: Collage Max Bryan)
 
Zuerst entdeckt wurde Max Bryan von einer Frau aus Bad Nauheim, die ihn kurze Zeit später mit der in Steinfurh lebenden Heinke von Löw† bekannt machte. (Foto: Collage Facebook Max Bryan)
 
"Danke an Alle", heißt es in dieser Collage von MaxBryan.com, dem Blog, der so viele Leser begeistert. (Foto: Collage Max Bryan)
 
"Frühling auf dem Gartenhof". Seit 3 Jahren dokumentiert Max Bryan die Schönheiten der Jahreszeiten auf dem Steinfurther Gartenhof. (Foto: Max Bryan)

Max Bryan schreibt ergreifenden Nachruf für verstorbene Heinke von Löw (93†)

3 Jahre ist es her, dass der durch eine Radtour überregional bekannt gewordene Obdachlose Max Bryan eine Bleibe auf dem Steinfurther Gartenhof fand. Die Ökogärtnerin Heinke von Löw (93†) nahm den damals Wohnungssuchenden 2012 bei sich auf und bot ihm eine Unterkunft. Nun ist die alte Dame verstorben und Max Bryan verfasste einen bewegenden Nachruf mit ergreifenden Inhalten in Wort und Bild.

(sbe) "Es ist Heiligabend, der 24. Dezember 2014 und ich stehe im Torhaus, im Westflügel des Löwsch´schen Anwesens, gerade wird es dunkel", schreibt Max Bryan zu Beginn seines fast 40-seitigen Nachrufs zu Ehren der Freiherrin von und zu Steinfurth, Heinke von Löw, "die am Tag nach Heilig Abend im Kreise ihrer Lieben verstarb", so der Bericht.

Minutiös schildert Max Bryan darin die ersten Momente nach Bekanntwerden der auch für ihn offenbar so niederschmetternden Nachricht vom Tod seiner geliebten "Schutzherrin", wie er sie bezeichnet und seine Trauer ist groß, das wird spürbar in jedem Bild, das begleitend zu seinem Text erscheint.

"Ich zittere am ganzen Leib, was sich drehte, hörte auf sich zu drehen und was strahlte, hörte auf zu leuchten", schreibt Max Bryan in sein Tagebuch.

http://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-he...

Mit viel Herz und Gefühl verarbeitet der ehemalige Obdachlose darin seine Trauer und den Verlust. "Ich ringe um Fassung, es war passiert, was nicht passieren durfte und doch ist es geschehen", schreibt der 39-Jährige in seinem Bericht. Wochenlang hatte ihn dieser Nachruf beschäftigt und sicher ist es nie leicht, einen geliebten Menschen zu verlieren und die richtigen Worte dann auch zu finden. Gerade dann, wenn die Verstorbene keine Unbekannte war. Die engagierte Öko-Aktivistin Heinke von Löw war bis ins hohe Alter noch aktiv. Viele kennen und schätzen sie.

http://www.sokratische-gesellschaft.de/Frau-von-Lo...

Heinke von Löw - Ein Lebenswerk

Anfang der 50-iger kehrte die Familie der Löw´s aus Berlin nach Steinfurth zurück und übernahm einen Pachthof im Herzen des Rosendorfes Steinfurth, wo seit Ende des 18. Jahrhunderts im großen Stile Rosen angebaut werden. Heinke von Löw engagierte sich Zeit ihres Lebens für einen naturbelassenen Anbau von Rosen und Küchenkräutern. Eine Rolle, die ihr auch Widerstand einbrachte. Als Mitbegründerin der Steinfurther Rosenunion im Jahre 1961 zog sie offen zu Felde gegen die Vermarktungspolitik der Großfirmen, deren Ansinnen es war, kleinere Rosenzüchter von sich abhängig zu machen. In zahlreichen gerichtlichen Eingaben sprach Heinke von Löw sich gegen die Patentierung von Leben aus. “Kein Patent auf Leben”, hieß es damals und die Freiherrin fand Gehör. 2008 erhielt Heinke von Löw den Ehrenpreis des Bundesumweltministeriums für ihr Lebenswerk als Ökogärtnerin und für ihren unermüdlichen Einsatz im Bereich der Biodiversität und kulturellen Vielfalt, damals im Rahmen des Wettbewerbs »Frauen Leben Vielfalt«.

Kondolenzen von Graz bis Jerusalem

"Sie war ein Vorbild, eine Lehrmeisterin, eine Freundin und Erdbehüterin, Familienvorstand und Visionärin”, schreibt der Grazer Phytologe Manfred Grössler in seinem Nachruf zu Ehren der engagierten Frau aus Steinfurth. Zahlreiche Kondolenzen von Graz bis Jerusalem, machen deutlich, wie bedeutungsvoll das Leben und Wirken der 93-Jährigen bis zuletzt war und ist. Auch der mit ihr befreundete jüdische Dichter und Schriftsteller Elazar Benyoëtz schrieb im Gedenken an die Freiherrin: "Ich habe immer noch ihre helle Stimme im Ohr, die vielen Gemeinsamkeiten vor Augen, das schönste Foto unserer Begegnung in Weinsberg, einander entgegenfliegend. Mein Herz erblasst, (...) von ihr sollte man lernen, das richtige Tun, auch wenn sich das Richtig nicht einstellt, sondern - sich selbst korrigierend - nachwächst, nach und nach" (Quelle: Max Bryan Wordpress).

http://maxbryan.wordpress.com/2015/03/15/nachruf-h... )

Hunderte Fotos

Mehr als 700 Fotos hat Max Bryan im Zuge seiner Bemühungen um einen denkwürdigen Nachruf für seine Hausherrin zusammengetragen und der Umfang des präsentierten Materials ist beeindruckend. Nicht nur wegen der Anzahl der Bilder, auch wegen dem, was sie zeigen. Zu sehen sind nicht nur einzigartige Naturaufnahmen, auch der Werdegang des ehemaligen Obdachlosen vom Neuling im Dorf zum gewertschätzten Hof-Chronisten wird darin nachvollziehbar. Selbst der Bürgermeister der Stadt Bad Nauheim stand dem Hobby-Chronisten schon Rede und Antwort. Ein beeindruckender Werdegang mit Mutmacher-Qualitäten auch für andere, die ihren Weg noch suchen.

Rückblick: 2011 entschied der damals noch obdachlose Max Bryan die Hansestadt Hamburg für immer zu verlassen, nachdem er 18 Monate lang vergeblich von Tür zu Tür lief, um eine neue Wohnung zu finden. Sein Vermieter hatte ihm im März 2010 gekündigt, "wegen Eigenbedarf", wie es heißt und irgendwie hat der gelernte Reisekaufmann dann auch den Anschluss verloren, wie diese Rede vom Oktober 2011 belegt: https://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo . Darin schildert ein sichtlich angeschlagener Max Bryan die Probleme bei der Wohnungssuche im reichen Hamburg und dass er einfach nur mal eine Chance bräuchte, jemanden, der ihn so nimmt, wie er ist und ein bisschen Vertrauen hat in sein Können.

Doch die "Stadt der 1000 Millionäre" hat nicht viel übrig, für Menschen mit geringem Einkommen. Das Video entstand offenbar während einer Protestkundgebung gegen den "Hamburger Mietenwahnsinn" im Oktober 2011 und die Verzweiflung ist dem damals noch 36-Jährigen deutlich anzumerken. Mit gebrochener Stimme und hörbar geschwächt, spricht er von sich und seinen Freunden und dass "niemand als Penner geboren wird". Ein unter die Haut gehendes Statement, das unter Tränen endet und mit einem Versprechen schließt - "Ich werde mich selbst retten", versprach der damals noch Obdachlose sich selbst und den Zuhörern vor Ort. "Ich habe ja noch mein Fahrrad", "eine liebe Frau hat es mir geschenkt", hieß es zum Schluss und Bryan ist ein Kämpfer. Er fährt 1000 Kilometer raus aus Hamburg, Richtung Süden und erlebte entlang seiner Wegstrecke noch so manche Überraschung. In Hameln zum Beispiel, da bekam er keine Wohnung, weil er keinen festen Wohnsitz vorzuweisen hatte. http://www.facebook.com/notes/max-bryan/ergebnis-h... Für einen Obdachlosen eigentlich völlig normal, sonst wäre er ja nicht obdachlos. "Auf Hoffnung folgt Enttäuschung", schrieb die Lokalpresse daraufhin und sämtliche Zeitungen entlang seiner Route folgten dem bärtigen Mann und seinem Fahrrad. "Junger Obdachloser radelt quer durchs Land ", schrieb auch die Rheinzeitung und "Tour d´appartement" das Hamburger Abendblatt.

Pressestimmen: https://maxbryan.wordpress.com/?attachment_id=1152

Kurz vor Gießen dann der vorläufige Höhepunkt seiner Reise, das Treffen mit seiner Mutter, ein tragisches Erlebnis mit traurigem Ausgang. Die Mutter will nichts wissen von ihrem Sohn, schämt sich sogar für ihn, weil er wie ein "Penner" aussieht und schimpft ihn aus. "Der Bart, die Haare", sie lässt ihn stehen, es ist Weihnachten und Bryan ist "wieder allein, genau wie vor 22 Jahren", wie er später noch schreibt.

Weihnachten 2011: http://www.facebook.com/notes/max-bryan/14-etappe-...

Das gescheiterte Treffen mit seiner Mutter war dann wohl auch Anlass zur Fortsetzung seiner Tour. Bryan fuhr weiter ins Hessische Bad Nauheim, wo er als junger Mann schon lebte und vor gut 20 Jahren seine Ausbildung zum Reisekaufmann machte. Im Reisebüro habe er gelernt, erzählt er im Nachgang und sein Chef von damals erkannte ihn "schnell auch wieder" und das trotz des langen Bartes. 20 Jahre sind vergangen und Max Bryan ist irgendwie auch jung geblieben. Kaum zu glauben, dass er dieses Jahr schon 40 wird. "Ich fühl mich aber wie 20", sagt er und lacht. Es sind diese tröstlichen Momente, die seine Geschichte so empathisch machen. Ein Junge der auszog, sein Glück zu suchen und selbiges auch fand. Schöner können Dinge nicht zu Ende gehen.

Auch in Cleeberg, noch während seiner Reise, trifft er Menschen, die mit offenem Herzen auf ihn zugehen, ihm helfen und ihm einen warmen Platz am Ofen geben. Januar 2012, es war bitterkalt, als Max Bryan an die Tür der evangelischen Pfarrgemeinde in Cleeberg klopft. "Ich bin kein schlechter Mensch", sagte er und bat um die Aufladung seines Akku´s. Doch die Gemeinde erkannte sofort die Not des Radlers, "keinen Hund schickt man bei diesem Wetter vor die Tür ", hieß es dann und wie immer hat Bryan im Nachgang alles aufgeschrieben, sein Erleben ist so wertvoll auch für andere.

Cleeberg-Bericht: http://www.facebook.com/notes/max-bryan/cleeberg-u...

Kurz darauf dann zog er weiter, bis ihn schließlich eine Frau fand, halb erfroren auf einer Parkbank in Bad Nauheim und sie bot ihm ihr Gästezimmer an. Wenig später bringt sie ihn zu Heinke von Löw†, die ihn aufnahm und eine Chance bot. Bryan´s Reise hatte ein Ende und er auch wieder ein Dach über dem Kopf. "Du hast in ihr die Mutter gefunden, die Dich liebte", schrieb der Spiegel-Autor Matthias Matussek später in einem seiner Kommentare zum Nachruf der Verstorbenen Heinke von Löw und "was sie tat, war vorbildhaft", fügt Max Bryan noch hinzu. Zusammen mit Bryan´s Bildern eine "rundum gelungener Nachruf ", schreibt auch eine begeisterte Anhängerin seines Blogs.

Bewegende Anteilnahme

Viele Menschen haben Bryan´s Nachruf gelesen und darauf reagiert. "Ich persönlich fand ihren Mut überragend, ihre Menschlichkeit, ihre Art auf Leute zuzugehen und sie in ihr Herz zu schließen ", schreibt eine Freundin des Hauses und viele sind "einfach nur dankbar" für die zahlreichen Bilder auch im Internet und die Rückschau auf 3 Jahre Hof-Geschichte, die Max Bryan mit viel Fleiß und Liebe zusammengetragen hat. "Diese Bilder zeigen, dass es sich lohnt, für sein Glück zu kämpfen, die Wege zu gehen, nie aufzugeben" (...) "an sich und sein Glück zu glauben", schreibt der passionierte Tagebuch-Blogger in sein "Wordpress" und berührt damit ganz unglaublich viele Menschen.

http://www.maxbryan.wordpress.com

"Ich habe diese gute Frau nie kennengelernt aber Deine Bilder und Worte haben sie mir lebendig gemacht", schreibt Eva M. und "diese Bilder machen Mut sich selbst auch einzusetzen" (...) "jeder Mensch kann dazu beitragen, Liebe und Hoffnung in die Welt zu senden", schreibt Barbara Sabine N. in Reaktion auf Bryan´s Nachruf im Internet.

Viele der Menschen, die auf den Nachruf reagierten, haben selbst auch schon Erfahrungen mit Tod und Verlust gemacht und sind froh, die Trauer mit anderen teilen zu können. "Das hat eigene Erinnerungen geweckt, an meine liebe Großmutter, die viel zu früh gestorben ist, und einige liebe Menschen mehr", kommentiert eine Frau die ergreifenden Zeilen "und meine Hoffnung ist, dass trotz der finsteren Zeiten solche Menschen nachwachsen", ergänzt sie.

Menschen für Menschen begeistern

Andere empfehlen dem 39-Jährigen den Tod seiner Freiherrin zum Anlass zu nehmen, um "in ihrem Sinne weiter zu machen" und Max Bryan tut das auch schon. "Ich möchte Menschen für Menschen begeistern und auch Andere ermutigen, an sich und ihr Glück zu glauben", erklärt der 39-Jährige in seinem Nachbericht vom März diesen Jahres. Es sei einfach wichtig, "die Dinge zu teilen", "Mut zu machen", "Trost zu spenden", Trost und Zuspruch könne "helfen, Trauer zu überwinden", so der Hobbyfilmer und Lebenskünstler.

http://maxbryan.wordpress.com/#jp-carousel-1761

Passionierter Tagebuchfilmer - Es geht um Chancen

Akribisch sichtet Max Bryan alle seine Videos Frame für Frame und schneidet die besten Standbilder darin aus. "Nahezu alles, was sie bei mir sehen, gibt es auch als Video", berichtet der passionierte Tagebuchfilmer, denn das Filmen sei seine große Leidenschaft und Bryan verweist auf 15 Terrabyte an Videodaten, die er in den letzten 5 Jahren von Hamburg bis Steinfurth gesammelt hat. Nur ein Bruchteil dessen stehe bislang öffentlich, "der Rest folgt noch", so Bryan.

"So viele Menschen, die verzweifelt schon seit Jahren auf der Suche sind, nach Chancen und Chancengebern", erklärt Max Bryan und zitiert dabei den afroamerikanischen Leichtathleten Jesse Owens, der einmal gesagt hat: "Um Erfolg zu haben, brauchst Du nur eine einzige Chance" und Bryan macht daraus: "und manche brauchen mehr, brauchen zwei, drei oder vier Chancen (...) egal wie viele, höre nie auf Chancen zu vergeben, dann findet jeder noch sein Glück", wünscht er sich.

Vollendet und vollbracht

Viel Dankbarkeit zeigt auch der der jüdische Dichter und Schriftsteller Elazar Benyoëtz in einen Brief an Max Bryan vom Januar diesen Jahres. Darin heißt es: "Vollendet und vollbracht. Sie verfassten einen Nachruf mit lebendigen Farben", er ist "das heitere Nachzittern eines großen Lebens, das sich beibrachte", poetisiert der in Jerusalem lebende Aphoristiker Elazar Benyoëtz seine Empfindungen zum Tod der Freiherrin und hält Max Bryan´s Nachruf für Zitat: "unübertrefflich". "Ihr Nachruf ist nicht zu übertreffen", schreibt der Mann mit weißem Bart (Quelle: Max Bryan Wordpress). Viel Lob, für einen ehemaligen Obdachlosen, der in nur wenigen Jahren diesen erfreulichen Aufstieg erlebt.

Matussek interessiert

In dem Ende 2012 erschienen Buch "Die Apokalypse nach Richard", widmete Matussek dem "Philosophen der Landstraße", wie er Max Bryan bezeichnete, gar ein ganzes Buch-Kapitel. Darin gehe es wohl um einen jungen Mann namens "Max", "mit blauen Augen", die habe er zwar nicht, "aber das Fahrrad und alles andere stimmt", erzählt der heute fast 40-Jährige. Eine wundervolle Geschichte über Rettung, Selbstrettung und Nächstenliebe, die Max Bryan am Ende zwar nicht von seiner Mutter, dafür aber von anderen erfährt.

https://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo

"Lieber Max Bryan, man sieht den Fotos an, dass ein liebender Blick sie entstehen ließ (...) sie (Heinke von Löw, Anm. d. Red.) hat in Dein Herz geschaut und Du in ihres, eine ganz besondere Begegnung ", schreibt Matussek in seinem abschließenden Kommentar zu Bryan´s Nachruf.

Eine Brücke ist kein Zuhause

Jemand anderes schreibt: "Eine Brücke ist kein Zuhause, steht auf dem Banner, hinter Deinem Profilbild und die kostbarste Brücke bist Du, lieber Max selbst, denn Dir gelingt es, uns, die wir ein Zuhause haben, die Herzen zu öffnen, für die Menschen, die unsere Unterstützung brauchen", schreibt Ute B. in ihrem begeisterten Kommentar unterhalb des Nachrufs von Max Bryan, der darin auch Goethe zitiert, mit seinem weltberühmten Spruch "Liebe verbindet alles Sein". Max Bryan macht daraus "Frühling verbindet alles Sein". Eine Hommage an die Lebensgeister der ersten Jahreszeit und ein wertvoller Brückenschlag auch zu aktuellen Themen in Hamburg, der Stadt, die er vor 4 Jahren verließ.

http://www.facebook.com/notes/max-bryan/fr%C3%BChl...

Appell an Chancengeber

Dort habe sich auch "kaum etwas geändert", im Gegenteil, mehr als 2000 Obdachlosen leben aktuellen Schätzungen zu Folge in Hamburg, "weit mehr als zuletzt", erzählt Max Bryan. Die Container, in denen die Obdachlosen den Winter verbringen, werden "wie jedes Jahr im April wieder abgebaut" und sollen angeblich und im Sommer als "Touristenhotels" genutzt werden, heißt es in dem aktuellsten Bericht des Blogs mit Link zu Hamburger Quellen. Anfang 2010 habe Max Bryan zudem selbst auch in einem solchen Container gelebt, "bis auch der dann abgebaut wurde" und ein Programm, die Container ganzjährig stehen zu lassen, "gibt es nicht", erklärt Max Bryan, der sich nun selbst auch als Bürgerreporter betätigt. Mehr als 20 Beiträge hat er schon verfasst, zumeist für Hamburger Online-Medien. Sein Fleiß ist bemerkenswert und auch seine Kumpels sind begeistert, ihnen will er Mut machen, an sich und ihr Glück zu glauben.

http://www.maxbryan.com

"HALTET DEN KURS - GEBT NICHT AUF", ruft er seinen Freunden zu. "Glaubt an Euch und Euer Glück und Ihr werdet es finden!", motiviert Max Bryan seine Leser und fordert die Gutbetuchten darunter auf, "es Menschen wie Heinke von Löw gleich zu tun" und "Schwächere aufzunehmen", "selbstlos und vorurteilsfrei", wie es darin heißt. (Quelle: MaxBryan.com). Darum ginge es auch, ein Zeichen zu setzen, ein Signal für mehr Nächstenliebe und Menschlichkeit, egal woher man kommt und egal was man kann. "Schaue her, ich sehe nur dich und sonst nichts um dich herum, ich sehe nicht deine Armut und nicht das, was dir anhängt, ich sehe nur dich und den Menschen in Dir", heißt es im Blog von Max Bryan.

Motivation pur

"Mir fehlen die Worte! Dein Nachruf ist ganz wunderbar!", schreibt Ronny W. im Bryan´schen Blog und auch eine gewisse "Jessica K." mag offenbar sehr, was der Graswurzel-Journalist da so tut. "Ein wunderschöner und berührender Nachruf. Ich mag die Art wie Du schreibst und Deine Erlebnisse mit uns teilst. Es ist fast als wäre man dabei gewesen", schreibt eine begeisterte Anhängerin seiner Texte und "Willi F." fügt noch hinzu: "Sehr bewegend (...) mir kamen die Tränen. Tolle Frau und tolles Vorbild". Großen Dank gibt es auch von Manuela W. und sie schreibt: "Danke, dass Du uns ihre Geschichte und ihr Wirken so ans Herz gelegt hast" und eine Michaela R. wünscht sich, "dass wir alle ein bisschen näher zusammenrücken und aufmerksam ohne Vorurteile durchs Leben gehen".

Die Möhre und die Liebe

Zum Ende hin schreibt eine gewisse Marion S.: "Ich konnte nicht weitergehen, bis ich alle Bilder gesehen hatte" und "ich danke Max Bryan von Herzen für seinen gewissenhaften, authentischen und liebenswürdigen Nachruf", schreibt ein Mann aus Graz.

Ein gewaltiges Feedback von allen Seiten, quer durch die Länder, was will man mehr und Max Bryan hilft damit auch anderen. Erst kürzlich kommentierte er auf Nachfrage einer nach Rat suchenden Frau: "Tapfer bleiben, durchhalten, nicht aufgeben! Hast Du ein Ziel, hast Du eine Aufgabe. Stelle Dich dem Feedback der Leute. Zuspruch motiviert und bringt Dich von A nach B. - wer "A" sagt, muss auch "B" sagen - das ist Dein Motor, der Dich antreibt, der Dir hilft, an Dich und Deine innere Stärke zu glauben", predigt Max Bryan seine Durchhalteparolen. Die Frau fragte, wie sie es denn anstellen solle, an sich zu glauben, wenn das "so unheimlich schwer" sei und fast gewinnt man den Eindruck, Max Bryan würde auch einen guten Seelsorger in der Tradition von Jürgen Domian abgeben. "Zeige Dich! Du brauchst jemanden, der Dir sagt, dass Du gut bist!", gibt er der Frau noch mit auf den Weg.

http://www.facebook.com/pages/Max-Bryan/1611027105...

Sein letztes Posting vom 10. Mai zeigt zwei Möhren, die ineinander verschlungen wie ein verliebtes Ehepaar wirken, vielleicht aber auch wie Mutter und Kind. "Vielen Dank, Du lieber Mensch", schreibt daraufhin eine Facebook´lerin in die Kommentare direkt darunter und kaum jemand kann verbergen, wie sehr die Geschichte zwischen ihm und seiner Mutter ans Herz geht. Er selbst hatte den Link noch einmal in die Kommentare darunter gesetzt, vielleicht weil das Bild ihn so sehr daran erinnert, was er nicht hat (die Liebe seiner Mutter). Als ich die Geschichte das erste mal las, vor 3 Jahren, war ich zu tiefst berührt und bin es immer noch. Ein wirklich ergreifendes Beispiel von über sich hinauswachsen und die Ketten der eigenen Grenzen zu überwinden. Es ist die Reflexion des Seins, die das alles so wertvoll macht. In einer Zeit, die schnelllebiger kaum sein könnte, sehnen Menschen sich nach Vorbildern und Werten von Bestand. Nach Menschen, die von Dauer etwas wirklich Bedeutsames vollbringen und Max Bryan gehört nun zweifellos dazu, wie auch seine verstorbene Hauswirtin, sie muss ein wirklich toller Mensch gewesen sein. "Immer ein offenes Ohr, für die Schwächeren um sich herum", resümiert Max Bryan und so ist das was bleibt, "die Freundschaft, der Mut, die Treue, das Vertrauen und die Liebe zur Nächstenliebe, die alles Sein verbindet", erklärt Max Bryan abschließend und ehrvoll ziehe ich meinen Hut, vor diesem Mann, vor dieser Frau und vor diesen Werten!

Sandra Bender
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