Gebäude mit Geschichte Marktlauben und Brandplatz Gießen

Der Bauplan der Feuerwache ist im Stadtarchiv
 
Modell aus dem Oberhessischen Museum
Gießen: Deutschland | Marktlauben und Brandplatz gehören fest miteinander verbunden. Ohne den Stadtbrand, der dem Brandplatz seinen Namen gab, hätte man die Marktlauben auch woanders bauen können. Am 27.05.1560 kam es durch einen Blitzschlag zum Großbrand. Die Bewohner Gießens waren nicht in der Lage die rund 150 Häuser auf dem jetzigen Platz zu retten. Eine Feuerwehr gab es noch nicht. Da der Brandplatz zwischen Altem und Neuen Schloss liegt, konnte man diesen Platz nun auch für repräsentative Zwecke gestalten. Der Großbrand hing Gießen in den Knochen. Man überlegte, wie man in Zukunft solche Stadtbrände verhindern kann. Aus dem Jahre 1667 ist eine Feuerlöschordnung der „Statt und Vestung Gießen“ bekannt, die die Hessisch-Fürstliche Regierung erlassen hatte.
Die Alarmierung der Bevölkerung bei Bränden erfolgte durch einen Feuerwächter, den Türmer, der seine Entdeckung durch Schlagen der Sturmglocken anzeigte. Die Richtung zur Brandstelle wurde tagsüber durch Aushängen einer roten Fahne und nachts durch eine rote Laterne am Stadtkirchenturm angezeigt. Erst ab 1855 gibt es in Gießen eine freiwillige Feuerwehr. Im Jahr 1892 wird die Feuerwehr in Gießen neu geordnet. Freiwillige Feuerwehr, Gail’sche Feuerwehr und Pflichtfeuerwehr wurden unter das Kommando eines Branddirektors gestellt. Gießen baute eine Feuerwache. Sie Stand an der Ecke Marktlaubenstraße Brandplatz. 1894 wurde die Feuerwache eingeweiht. Das erste Inventar bestand aus:
2 vierrädrige Saug- und Druckspritzen, 1 zweirädrige zum Abprotzen, 1 Hydrantenwagen mit Standrohr und 2 Schlauchhaspeln, 1 Wasserzubringer,
1 zweirädrige Schlauchhaspel mit ca. 800 m Druckschläuchen, 2 mechanische Leitern, 1 Steigerwagen mit 8 Haken, 3 Dach- und 2 Anstelleitern, 1 Gesimsbock, Rettungsschlauch und sonstiges Arbeitsgerät.
Die untere Etage gehörte der Feuerwehr, ebenso der Turm, indem die Schläuche nun zum Trocknen aufgehängt werden konnten. Im Obergeschoss hatte später der Kunstverein seine Räumlichkeit. ,, Unten steht die Feuerspritz, oben hat die Kunst ihrn Sitz,, so hieß es damals. Direkt neben der Feuerwache wurden in den Jahren 1892 bis 1894 die Marktlauben gebaut. Gießen wurde bereits früh eine für die Region wichtige Handelsstadt. Den Wochenmarkt hat man aber erst seit dem Bau der Marktlauben. Hier konnten nun die Bauern der Umgebung ihre Waren verkaufen. Die Metzger hatten schon damals einen festen Platz in den Lauben. Genau da, wo sie heute auch noch sind. Wer einmal nicht nur auf die Wurst schaut, sondern den Blick in die Nischen wagt, erblickt ein Zunftwappen über einer Eingangstür. Man war stolz auf diese modernen Gebäude. Von der Feuerwache gibt es nur noch die Baupläne im Stadtarchiv, Fotos und Erinnerungen. Die Marktlauben wurden nach ihrer Zerstörung im Dezember 1944 so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut. Die Feuerwehr hatte bereits eine neue Bleibe, in der sie ihr Gerät unterbringen konnte, gefunden. Es bestand keine Notwendigkeit das alte Haus wieder aufzubauen. Heute steht an dieser Stelle ein Wohn- und Geschäftsgebäude. Im Oberhessischen Museum kann man sich ein Modell der Stadt ansehen. Hier wird gezeigt wie Gießen vor 1944 ausgesehen hat.
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Armin Serfling aus Naumburg (Saale) | 23.02.2016 | 09:50  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 23.02.2016 | 11:11  
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Rita Schwarze aus Erfurt | 23.02.2016 | 21:28  
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Nicole Freeman aus Heuchelheim | 25.02.2016 | 08:00  
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