Außergewöhnliches Klangerlebnis

Das Augsburger Bläserensembles „fagotti parlandi“ spielte in der Sankt Georg Kirche in Margertshausen. Die Musiker von links nach rechts: Raphael Sirch, Karsten Nagel , Matthias Löffelmann, Laurens Zimpel und Moderatorin Lou Paquins.
  Außergewöhnliches Klangerlebnis
Kammerkonzert in Margertshausen
Prof. Karsten Nagel gastierte mit seinem Ensemble „fagotti parlandi“, bestehend aus ihm und Fagott-Studenten des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg, am 15. März 2014 in der Pfarrkirche St. Georg in Margertshausen. Dieser jährliche Kammermusikkonzerttermin im März ist durch die Initiative von Raphael Sirch, selbst Fagottstudent bei Prof. Nagel und gebürtiger Margertshauser, mittlerweile schon zu einem festen Ereignis in St. Georg geworden, die Kirchenbänke waren inklusive Empore gut gefüllt.
Hervorzuheben ist die Moderation Lou Paquins, ebenfalls Fagottistin und Studierende bei Prof. Nagel am LMZ Augsburg, die es dem Publikum leicht machte, der durchaus anspruchsvollen Musik zu folgen. Sie führte mit Charme und Witz durch das vielfältige Programm „Mozart bis Beatles“.
Es begann mit einem sehr leichtfüßig und durchsichtig gespielten Mozart-Trio (Matthias Löffelmann, Raphael Sirch, Laurens Zimpel). Dann folgte eine Komposition von Karl Kolbinger „Münchner Miniaturen“ für Fagottquartett. Ein sehr witziges Stück, farbig von Paquin durch die Sätze „Die Schäffler tanzen“, „Der alte Peter“, „Schon wieder Fön“, „Valentin-Paraphrase“ geführt. Man hörte deutlich, dass Prof. Karsten Nagel eine besondere Verbundenheit zu dem noch lebenden Komponisten und Fagottisten Karl Kolbinger inne hat und dessen Gesamtwerk der Fagottkammermusik mit „fagotti parlandi“ auf CD aufgenommen hat. Nachdem eine „Polka – Intermezzo“ von Kolbinger folgte, um den unterschiedlichen Kompositionsstil des Münchner Meisters zu zeigen, präsentierten die 4 Fagottisten Arrangements unterschiedlicher Musikstile äußerst farbenreich und charakteristisch. Lou Paquin formte dazu eine bildhafte Erzählung eines Liebespaares, welches durch Höhen und Tiefen ging. Die Geschichte begann in Wien mit der „Pizzicato-Polka“, gefolgt von einem Konzertwalzer „Horch, schon rumpelt der Baß“ – bei „fagotti parlandi“ natürlich das Kontrafagott - über einen „Marsch“ zu „Nessun Dorma“, ein musikalischer Höhepunkt an Klangraffinesse des Abends: man wurde hineinversetzt in einen Opernabend von G. Puccini. Noch nicht genug des Klangbadens, denn danach konnte man mit dem Liebespaar bei Glenn Millers „Moonlight Serenade“ in eigenen romantischen Erinnerungen schwelgen. Durch einen Wirbelsturm der Gefühle mit den Arrangements „Mean to Me“ und „The Talk of the Town“ endete es in einem rauschenden Hochzeitsfest und mit einem „Galopp“. Natürlich hielt Prof. Nagel mit seinen Studenten sein Versprechen „Mozart bis Beatles“ und rundete mit der Zugabe „Yesterday“ von Lennon/McCartney das Konzert ab. Das Publikum war begeistert, wie ein reines Fagott-Ensemble einen Konzertabend so spannend füllen konnte. Das lag wohl an der Kommunikation der Musiker des Ensembles „fagotti parlandi“ (sprechende Fagotte): ihr Name spricht für sich! Langer Applaus ließ die Künstler nicht gehen, und so war noch ein besonderes Schmankerl zum Abschluss zu hören: ein wunderschöner Ländler aus dem Allgäu.
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