Schwertransport meistert alle Schwierigkeiten
Schwertransport meistert alle Schwierigkeiten
Der Schwertransport hat bei seinen beiden Tagesetappen am Freitag und Samstag alle zu bewältigen Hindernisse problemlos passiert. Am Freitag musste der Ofen auf dem Transporter einen Meter angehoben werden um die Ortsdurchfahrt in Mickhausen zwischen zwei eng beieinander stehende Häuser passieren zu können.
Am Samstag musste in der Leuthau (Weiler bei Schwabmünchen) eine schwierige Kurvenstrecke abwärts bewältigt werden. Am heutigen Sonntagabend wird der Transport um 22:00 Uhr auf die vorletzte Etappe nach Oberottmarshausen gehen. Am Montagabend wird er sich auf die letzte Etappe von Oberottmarshausen nach Augsburg machen.
Für die zur Verfügung gestellten Bilder möchte ich mich bei meinem Bruder Georg, meinem Schwager Toni und beim Freund meiner Tochter Thomas recht herzlich bedanken.
Hier können sie die Berichte aus der Augsburger Allgemeinen lesen:
So stand es im Landboten:
Überstunden für den rollenden Giganten
20.02.2010 05:06 Uhr
Von Melanie STeck
Um halb zwei Uhr nachts ist Fabian aufgestanden. Jetzt ist es halb sieben Uhr, er muss schnell sein Müsli aufessen, sonst darf er nicht nach draußen auf die Straße. Hier, 50 Meter vor dem südlichen Ortsausgang Mickhausens, steht der gigantische Schwertransport, der seit Tagen den gesamten Landkreis in Atem hält. Nun hat das Gefährt eine Verschnaufpause eingelegt: mitten in Mickhausen. Läuft alles nach Plan, erreicht der Gigant nach einer weiteren Zwischenstation in Oberottmarshausen am Dienstag sein Ziel.
Der riesige Plattformanhänger ist die Attraktion in den Stauden. Wie bei allen Stationen kamen immer wieder Schaulustige, um das Gefährt zu begutachten und zu fotografieren. Die Anwohner hegen keinen Groll gegen den Riesen. Im Gegenteil: „So etwas hat man hier noch nicht gesehen“, sagen die Schaulustigen. Sie sind sogar bereit, Überstunden für ihn zu machen. Inge Bösch, Mitarbeiterin eines örtlichen Pflegedienstes, ist schon jetzt auf den Beinen und versorgt ihre Patienten, obwohl sie eigentlich erst abends arbeiten müsste. „Meine Kollegin konnte Mickhausen nicht passieren und deshalb die Patienten, die südlich von hier wohnen, nicht versorgen“, sagt sie. Ausweichstrecken sind wegen Unfällen gesperrt. „Da bin ich sehr gerne eingesprungen“, sagt Bösch.
Sie wohnt in den südlichen Stauden und muss Mickhausen nicht passieren, um nach Birkach zu gelangen. „Unglaublich“, „Sagenhaft“, rufen die Schaulustigen, während das Laufen im geschmolzenen Schnee Schmatzgeräusche von sich verursacht. Die Menschen schauen auf den Schwertransporter. Über die blaue Transportplattform hat sich eine dünne Eisschicht gelegt. Ebenso über Sicherungsketten, Stahlseile und die 196-Reifen. Die inspiziert Hans-Dieter Schmidt ganz genau. „Mich interessiert besonders die Hydraulik“, sagt er. Immer wieder zückt Schmidt sein Handy und macht Fotos. Zusammen mit seiner Frau ist er nach Mickhausen gekommen, um den Schwertransporter zu bestaunen.
„Ein wahnsinniges Geschoss“, sagt Silvia Schmidt. Sie ist extra wegen des Megatransporters um halb sechs Uhr aufgestanden - zwei Stunden früher als sonst. Sie ist nicht die Einzige. Auch die Wecker von Fabian und seinem Bruder Marco haben früh geklingelt. Doch die beiden sind nicht alleine da. Ihre Cousins Jakob, Julian und Lukas sind zu Besuch. „Weil wir den Schwertransporter direkt bei seiner Ankunft sehen wollten“, sagen die drei Buben. Die Einfahrt hat sie fasziniert: Es sei plötzlich immer heller geworden. Jetzt ist es sieben Uhr morgens. Draußen wird es allmählich wirklich hell. Immer mehr Schaulustige scharen sich um den Transporter. 80 Menschen sind es bis halb zehn.
„Ein riesiger Wagen“
Den Schwertransporter vergleicht Carmen Kellermann mit dem Bergrennen: „Dann fahre ich eben eine andere Strecke, wenn ich nach Schwabmünchen möchte. Das sind wir vom Bergrennen gewohnt.“ Sie ist mit ihrem Sohn Sven gekommen. „Ein riesiger Wagen“, sagt er und begutachtet die Achsen des 36 Meter langen Plattformanhängers. Dann entdeckt er seine Freunde Fabian und Marco. Als sie aufgestanden sind, wollte Sven noch wach sein. Das hat nicht geklappt, um 22 Uhr ist er eingeschlafen.
So stand es in der Schwabmünchner Allgemeinen:
Mickhausen
Der Koloss steht jetzt auf Elefantenfüßen
19.02.2010 19:05 Uhr
Von Melanie Steck
Mickhausen. Der Riese rollt wieder. Aus den Funkgeräten schallt die Richtungsanweisung, während sich der Schwertransport Zentimeter für Zentimeter in Richtung Augsburg quält. Zuerst verlässt er Mickhausen. Um 16 Uhr geht es gestern weiter in Richtung Waldparkplatz. Damit er Mickhausen - dort hatte der Transporter seit Donnerstag pausiert - vollends passieren kann, wird er am Vormittag angehoben. Nur so gelingt es ihm, eine Engstelle sowie eine Kurve der Hauptstraße zu meistern.
In Millimeterarbeit tarieren die 17 Transportsicherer die großen, gelben Stahlblöcke aus. Es quietscht und knarrt. Sechs dieser gelben Stutzen - so genannte Elefantenfüße - positionieren die Arbeiter auf dem 36 Meter langen Plattformanhänger. Ist ein Klotz exakt positioniert, fährt ein Gabelstapler den nächsten heran.
Stahlklötze zum Unterfüttern wiegen eine halbe Tonne
Flink und zierlich wirkt der Gabelstapler neben dem gigantischen Gefährt, das sich neben ihm aufbaut. Blitzartig fährt er nach vorne. Wieder zurück. Und wieder nach vorne, bis er den 500 Kilo schweren Block auf dem ungelenken Riesen ablädt. Nach drei Stunden sind alle Elefantenfüße an ihrem Platz. Weitere drei Stunden wird das Team brauchen, um die Stahlblöcke nach Passieren der Engstelle wieder zu entfernen. „Das ist für Transporte dieser Größenordnung völlig normal“, sagt Transportleiter Peter Flöring.
Das einzige, was dem Schwertransporterteam ein wenig zu schaffen macht, ist das Wetter. Viele Schneehaufen am Straßenrand, die durch die Temperaturen der letzten Tage richtig hart geworden sind, machen die Fahrbahn zusätzlich schmal. Einen Schneepflug hat das Transportunternehmen extra aus Dortmund mitgebracht. Einen weiteren stellt die Straßenmeisterei. Alle Streckenabschnitte werden vor der Fahrt geräumt.
Doch auch Bäume oder Straßenlaternen sind Hindernisse für den 260-Tonner. In Deutschland müssen die Straßen bis zu einer Höhe von 4,50 Metern frei von Bäumen gehalten werden. Der Gigant ist neun Meter hoch.
Ein Tannenzweig hängt noch etwas verloren am hinteren Ende des riesigen Druckofens. Ein paar Schäden im Ort sind nicht ausgeblieben. „Am Schloss hat der Schwertransport ein paar Bäume beschädigt“, sagt Mickhausens Bürgermeister Hans Biechele. Das seien kleine Schäden, die sich leicht beheben ließen. Viel wichtiger sei, dass der rollende Gigant im Ort so gut aufgenommen wurde. Bisher habe es keine Beschwerden gegeben. „Nur vereinzelte Nachfragen im Rathaus nach der Dauer des Geschehens“, so Bürgermeister Biechele.
Was die Mickhauser begeistert, verursacht in der kleinen Metzgerei, 200 Meter vom Ortsausgang entfernt allerdings Unbehagen. Während der beiden Tage, in der die Ortsdurchfahrt gesperrt war, habe man dort bereits Umsatzeinbußen bemerkt. Gestern Vormittag brummt der Laden jedoch. Unzählige Schaulustige warten auf Wurst, Brötchen und Leberkäse.
Die Stammkundschaft kommt nicht durch den Ort
Eine Leberkässemmel ersetze aber nicht den Einkauf eines Stammkunden, sagt eine Angestellte. Doch die ganz Treuen kommen trotzdem, obwohl die Ortsdurchfahrt gesperrt ist. Das Durchkommen jedoch gestaltete sich gestern ohnehin mehr als schwierig: Gut 350 Schaulustige beobachteten das Spektakel.
Ein Polizeieinsatz war ursprünglich nicht geplant. Wegen des riesigen Menschenauflaufs kam gegen halb elf auch die Polizei nach Mickhausen. „Da hilft keine Flatterleine mehr“, sagt Polizeioberkommissar Dieter Doblaski.
Schwabmünchen
Pilgerstätte Schwertransport: 1000 Schaulustige bestaunen Autoklav
20.02.2010 17:03 Uhr
Der Ansturm war gigantisch: 1000 Menschen kamen am Samstag ab neun Uhr nach Leuthau im Landkreis Augsburg, um die Weiterfahrt des Schwertransports, der einen Druckofen zur Firma Premium Aerotec in Augsburg bringt, zu sehen.
Der Ansturm der Menschenauflauf war gigantisch: 1000 Schaulustige waren am Samstag nach Leuthau gekommen, um zu sehen, wie der Transporter eine Spitzkurve durchfuhr.
Im gesamten Wertachtal gab es kaum noch Parkplätze. Die Schaulustigen bevölkerten den Leuthau-Berg, auf dem der Transporter eine 180-Grad-Kurve bewältigen musste. Immer wieder wies die Polizei die Menge mittels Lautsprecherdurchsagen zurecht. Fünf statt ursprünglich geplanter drei Polizeiwagen sorgten für Ordnung.
Die Fahrbahn, die Leitplanken, die Böschungen am Rand des Berges - überall tummelten sich Menschen die sehen wollten, ob das neun Meter lange und acht Meter breite Gefährt die Spitzkehre sofort bewältigt. Und tatsächlich klappte es auf's erste Mal.
"Wir haben gut in die Kurve eingesteuert", sagte Transportleiter Peter Flöring. Er wies den Giganten ein. Zwei Fahrer - einer hinter und einer vor dem Transport - sorgten für die Steuerung. Schritt für Schritt mussten die 196 einzeln steuerbaren Räder um die Biegung gelenkt werden. Nach 18 Minuten war das Spektakel zu Ende. Der Schwertransport hatte die Kurve bravourös gemeistert.
Doch die 1000 Menschen, die extra wegen des Riesen gekommen waren, blieben weiter an ihrem Schwertransport dran. Viele machten Fotos und drehten Videos. Sie begleiteten das Fahrzeug bis zum eigens aus Aluplatten konstruieren Abstellplatz an der Wertachbrücke, kurz vor der westlichen Ortseinfahrt Schwabmünchen.
Hier, zwischen Umspann- und Wasserwerk, wird der 260 Tonnen schwere Transport bis Sonntagabend um 10 Uhr abgestellt. Dann geht es über Oberottmarshausen und die B 17 weiter nach Augsburg. Läuft weiterhin alles nach Plan, hat der Transport, für den Kosten im siebenstelligen Bereich angegeben werden, am Dienstag die Firma Aerotec erreicht. (Melanie Steck)
--- Gottfried , den Schwertransport hast Du wunderbar in Bild und Text wiedergegeben , sicher hast Du zwischendurch heisse Getränke zu Dir genommen um der Kälte zu trotzen...
Hallo Tchibo,
super Bilder,
Gruß
Dietmar H.





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