Wir kämpfen um den Ligaerhalt...

Es geht aufwärts. Von links: Ulf Haas, Guido Meier, Bernhard Binswanger, Klaus Assum
Dieses Versprechen kommt aus dem Mund von Klaus Assum, dem 1. Abteilungsleiter der Fußballabteilung des TSV Gersthofen 1909. Zusammen mit Ulf Haas (2. Abteilungsleiter), Guido Meier (Schriftführer) und Bernhard Binswanger (1. Beirat) fand ein Pressegespräch mit den lokalen Medien statt. Es war das erste dieser Art und sollte die gegenwärtige Situation der Fußballabteilung aufzeigen. Das Gespräch war offen und freimütig und fand in lockerer Atmosphäre statt.

Nicht ganz so locker war die Bilanz der letzten Monate. Die erste Mannschaft kämpft um das Überleben in der Landesliga Südwest. Dem Heimspiel gegen Kaufbeuren sieht man mit gebremsten Optimismus entgegen. Prinzip Hoffnung: drei neue Spieler kommen zum Einsatz. Verletzungspech und der Weggang von guten Spielern aus der letzten Saison hat zur jetzigen kritischen Situation geführt. Wobei weiterhin mehrere Spieler an das Ablegen des Gersthofer TSV-Trikots denken. Not macht erfinderisch. Es wird versucht ehemalige, jetzt in anderen Vereinen unter Vertrag stehende Spieler wie Abdu Al Jajeh, Stefan Strohofer, Roman Artes und Max Reiser wieder zum Spielen beim TSV Gersthofen zu bewegen. Dabei sind natürlich finanzielle Grenzen gesetzt - man will hier mehr an den "Lokalpatriotismus" appellieren. Die "erfahrenen Spieler" sollen die jungen und gut motivierten Spieler "bei der Hand nehmen" und ihnen Selbstvertrauen vermitteln. Erste Kontakte wurden geknüpft.

Szenenwechsel: Die Fußballabteilung besteht nicht nur aus der 1. Mannschaft. Es gibt noch eine 2. Mannschaft sowie eine Damenmannschaft und 20 Jugendmannschaften im Alter von 4 bis 18 Jahren. Drei spielen davon in den entsprechenden Bezirksoberligen. Ein gutes Beispiel, wie Breitensport aussehen kann. Es geht nicht nur um sportliche Erfolge. Durch den Einsatz von über 50 Trainern und Betreuern wird Rüstzeug für das Leben wie z. B. Ehrgeiz, Disziplin, Fairness und Kameradschaft. vermittelt. Leider wird das gerne auch von der Öffentlichkeit übersehen und hier besonders von potenten Sponsoren. Der Fußball Gersthofen steht hier im "Abseits". Ein der Ursachen könnte sein, dass spendenfreudige Firmen lieber ihr Logo durch den erfolgreichen FCA verbreiten lassen. Und wen wundert es: Gersthofer Fußballfans fahren lieber nach Augsburg in die SGL- Arena, um dort einen Bundesligisten spielen zu sehen. Künftig sollen über informelle Kontakte das Gespräch mit Gersthofer Firmen gesucht werden.

Das größte Handicap ist jedoch nicht mangelndes Spielkönnen der Fußballer. Assum bringt es auf den Punkt: "Wir haben durch das unglückliche Finanzgebaren der letzten Jahre viel an Vertrauen verspielt." Undurchsichtige Transaktionen, Verstöße gegen das Steuerrecht u. a. mehr haben den Ruf der Fußballabteilung lädiert. Kommt noch dazu, dass andere Abteilungen für die Schulden der Fußballer aufkommen müssen. Der fußballinteressierte Bürger ist enttäuscht und versagt dem TSV seine Unterstützung. Wobei er nicht differenziert zwischen 1. Mannschaft und weiteren TSV-Mannschaften. Siehe oben.

Und was kann die Abteilung auf der Haben-Seite vorweisen? Assum: „Wir haben großen Zulauf an Kindern und Jugendlichen." So haben sich die letzten Jahre ca. 260 "Kids" für das runde Leder in den Jugendmannschaften des TSV Gersthofen entschieden, die fast alle aus Gersthofen kommen. Die Einrichtungen der Selgros-Arena werden gerne angenommen. Es mache Spaß mit den Jugendlichen zu arbeiten. Der Kampfgeist bei unseren Fußballern wäre gut. Und es sei feste Absicht, künftig mit offenen Karten zu spielen – siehe auch das Pressegespräch. Es gelte zwischen Abteilung und Präsidium jetzt bei allen Finanzvorgängen das 8-Augenprinzip. Ein Schlussstrich soll gezogen werden und man schaue im Hinblick auf die kommenden Begegnungen optimistisch in die Zukunft.

Fazit: Es tut sich was in der Fußballabteilung des TSV Gersthofen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen wie z. B. leistungsfähige Zugänge, keine eklatanten Ausfälle durch Verletzungen und ein gewisses "Quantum" an Glück und natürlich entsprechende Unterstützuung aus der heimischen Wirtschaft sich einstellt, könnte beim nächsten TSV-Neujahrsempfang von einer erfolgreichen "Fußballgeschichte" berichtet werden.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 04.04.2015
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2 Kommentare
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Werner Aßner aus Affing | 16.03.2015 | 17:00  
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Heinrich Wörle aus Gersthofen | 17.03.2015 | 09:08  
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