Schwere Kost für die TSV-Leichtathletik

TSV-Präsident Hinrich Habenicht hat es nicht leicht
 
Der Gymnastiksaal der TSV-Turnhalle war voll
Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der TSV-Abteilung Leichtatlethik gab es einiges zu schlucken. Die vorgesehene Tagesordnung steckte voller Brisanz und sorgte für einen gut gefüllten Gymnastiksaal in der TSV-Turnhalle. Besonders der Tagesordnungspunkt "Finanzen des Vereins und der Abteilung Leichtathletik" hatte es in sich. Ging es doch (wieder einmal) um das Finanzgebaren des TSV Gersthofen und der daraus entstandenen Folgen.
Jürgen Taryne, Kassierer der Abteilung Leichtathletik, gab einen Überblick über den Kassenstand. Demnach verfügt die Abteilung über ein Vermögen von ca. 36.000 Euro. Darin sind Mitgliedsbeiträge, Girokonto und Geldanlagen vorhanden. Diese Offenlegung sollte die Entscheidung der Mitgliederversammlung erleichtern, ob eine finanzielle Unterstützung des Hauptvereins möglich ist, um anstehende unaufschiebbare Zahlungen zu leisten.

Der 1. Präsident des TSV Gersthofen Hinrich Habenicht schilderte, wie es zu der gegenwärtigen Finanzmisere gekommen ist. Er wies darauf hin, dass die Situation nicht das jetzige Präsidium zu verantworten hat, sondern in der Verantwortung früherer Präsidiumsmitglieder bzw. Abteilungsleiter zu suchen ist. Wie bereits bekannt, hat sich bei der Fußballabteilung ein Schuldenstand von 200.000 Euro angesammelt. Inzwischen ist bekannt, dass noch weitere Verbindlichkeiten drohen. Es wurden für die Spieler der 1. Mannschaft keine Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Beiträge für die Berufsgenossenschaft abgeführt. Grund genug, dass die Steuerfahndung sich 2013 für den TSV Gersthofen interessierte. Nach schwierigen Verhandlungen wurde eine Steuerschuld in Höhe von 140.000 Euro "vereinbart" . Die Nachzahlung beinhaltet 40.000 Euro Lohnsteuer, 70.000 Sozialversicherung und 16.000 Euro Berufsgenossenschaftsbeiträge. Am 27. August ist ein erste Rate von 70.000 Euro für Sozialversicherung fällig. ln diesem Zusammenhang informierte Habenicht, dass die Steuerbehörde gegen die früheren TSV-Präsidiumsmitglieder Karl-Heinz Wagner, Jürgen Treffler und Gerhard Kammerer wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

Von den Mitgliedern wurde immer wieder harsche Kritik am Verhalten der Fußballabteilung geübt. Habenicht versicherte, dass künftig sämtliche Zahlungsvorgänge der Fußballabteilung dem Präsidium vorgelegt werden müssen. Die Abteilung hat sich verpflichtet, jedes Jahr 25.000 Euro Tilgung der Altschulden zu leisten. Er informierte, dass deren Einnahmen lediglich aus Sponsorenverträgen und Bandenwerbung bestehen. Ansonsten erhalten die Fußballer lediglich 250 Euro von der Stadt. Unverständnis herrschte auch über früher ausgesprochenen Entlastungen des Präsidiums. Ein Mitglied weiß warum: "Weil keine genauen Aussagen über die Fußballer gemacht wurden." Nach längerer, zum Teil hitziger Diskussion, wurde von der Mitgliederversammlung beschlossen, 24.000 Euro für die fällige Nachzahlung beizusteuern. Von dem Kassenstand mit 36.000 Euro bleiben somit 12.000 Euro übrig, die vorwiegend für die Durchführung des Silvesterlaufs verwendet werden. Habenicht war deutlich die Erleichterung anzusehen: "Wir müssen aus dieser Krise wieder raus."

Nicht so recht ins Bild passte der Antrag im nachfolgenden Tagesordnungspunkt. Er sah die Auszahlung einer "Ehrenamtspauschale" für ehrenamtlich tätige Mitglieder vor. Mitglieder können die Zahlung einer solchen Pauschale beantragen, wenn sie der Meinung sind, dies sei aufgrund ihres Einsatzes für den TSV Gersthofen gerechtfertigt. Über die Gewährung entscheidet das Präsidium und die Mitgliederversammlung. Habenicht äußerte seine Bedenken über die zusätzliche Belastungen der ohnehin schon angespannten Finanzdecke. "Da wird ein Fass aufgemacht", warnte er. Anschließend wurden 6 Anträge von der Mitgliederversammlung genehmigt.

Nach zirka drei Stunden war die "außergewöhnliche" und außerordentliche Mitgliederversammlung der Abteilung Leichtathletik beendet. Wieder einmal mehr mussten Sünden aus der Vergangenheit aufgearbeitet werden. Aber - "Wir müssen den TSV Gersthofen am Leben erhalten", beschwor Hermann Romankiwiecz, ehemaliger Leiter der Abteilung „Turnen“. Ein kleiner Schritt wurde an diesem Abend unternommen...
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myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 06.09.2014
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Werner Aßner aus Affing | 09.08.2014 | 20:38  
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