Qigong und Tai Chi - Wege zu Harmonie und Ausgeglichenheit

Ingrid Pöllmann bietet Qigongstunden im TSV Gersthofen an
 
Dr.-Ing. Peter Pöllmann unterrichtet Tai Chi im TSV Gersthofen
Gersthofen: Gersthofen, TSV Turnhalle |

Einstieg in die Kurse des TSV Gersthofen im September möglich

Was ist Qigong?
Ingrid: Das Wort Qigong leitet sich her von chinesisch Qi, was als Lebenskraft umschrieben werden kann, und Gong, Weg oder beharrliches Üben. Der Mensch fühlt sich wohl und ist gesund, wenn sein Qi frei fließen kann. Die Übungen unterstützen den Fluss der Lebensenergie im Köper. Dabei handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz.

Was bringt es, Qigong zu betreiben?
Ingrid: Die langsam ausgeführten Bewegungen führen zu Ausgeglichenheit und Entspannung, unterstützen die Selbstheilungskräfte und führen ganz sanft zu einer grundlegenden Kräftigung und Dehnung des Körpers.

Geht es um Entschleunigung?
Ingrid: Das trifft es recht gut, ja. Der moderne Alltag überflutet uns mit Eindrücken und verlangt uns oft ein unglaublich schnelles Tempo ab. Übende erleben die wohltuende Rückkehr zu sich selbst, die es erlaubt, Signale des Körpers plötzlich wahrzunehmen. Eine Teilnehmerin meinte: “Langsame Übungen mag ich eigentlich nicht, aber ich merke, wie gut mir die Qigongstunde tut. Deshalb komme ich jedes Mal gern.“

Diese Übungen werden also als sehr bereichernd erfahren?
Ingrid: Ja, Körper, Geist und Seele kommen in Einklang. Der Mensch erfährt sich als Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Macht Qigong auch jungen Leuten Freude?
Ingrid: Die eigene Mitte finden, sich mit seiner eigenen Lebenskraft auseinanderzusetzen, ist altersunabhängig spannend. So beeinflussen unter anderem Körperhaltungen unsere Gefühle und umgekehrt. Die Übungen greifen auch stark auf die eigene Vorstellungskraft zurück. Es heißt: Wo das Herz ist, sind die Gedanken. Wo die Gedanken sind, ist das Qi. Wo das Qi ist, liegt die Kraft. So nehmen die Übungen Bezug auf Vorbilder in der Natur. Nebenbei wird ganz unbemerkt die Konzentration geschult und gefördert.

Wie lange machst Du schon Qigong?
Ingrid: Seit etwa zehn Jahren praktiziere ich diese Bewegungsform. Zunächst suchte ich eine Ergänzung zum intensiven Karatetraining und vor allem einen Ausgleich zum kräftezehrenden Berufsalltag. Dann zogen mich die traditionellen und nährenden Übungen ganz in ihren Bann. Ich absolvierte bei der Medizinischen Gesellschaft für Qigong Yangsheng die dreijährige Ausbildung zur Übungsleiterin und unterrichte nun bereits seit mehreren Jahren mit großer Begeisterung. Ich habe mich bewusst für dieses Lehrsystem entschieden, da es zahlreiche Übungsmethoden umfasst, die nachgewiesen gesundheitsfördernde Wirkung ins Zentrum rückt und auch durch fundierte Theorie gestützt wird. Der Begriff „Yangsheng“ bedeutet „Pflege des Lebens“ und hat eine lange Tradition.

Wo unterrichtest Du?
Ingrid: Der Kurs findet regelmäßig am Mittwoch 20.15 bis 21.15 Uhr in der TSV-Turnhalle Gersthofen, Sportallee statt. In den Ferien ist kein Training. Neueinsteiger und Interessierte sind ab 14. September herzlich willkommen.

Hast Du uns noch einen Gedanken zum Abschluss?
Ingrid: Ich möchte mit den Worten eines chinesischen Dichters (um das Jahr 300) schließen: „Der Mensch lebt inmitten von Qi und Qi erfüllt den Menschen, angefangen bei Himmel und Erde bis zu den zehntausend Wesen. Wer Qi zu führen weiß, nährt im Inneren seinen Körper und wehrt nach außen schädliche Einflüsse ab.“

Wie unterscheidet sich Tai Chi von Qigong?
Peter: Beiden Wegen liegen dieselben Prinzipien zugrunde. Im Qigong übt man kürzere Bewegungen oder Körperhaltungen, im Tai Chi lernt man längere Choreografien, die auch Formen genannt werden. Manche Tai Chi-Bewegungen haben Namen, die an eine Anwendung in der Selbstverteidigung denken lassen, z.B. Abwehren, Drücken oder Stoßen. Im Tai Chi gibt es Pushing Hands-Übung, wo man im Kontakt mit Partner/in Anwendungen der Tai Chi-Techniken lernt. Das kommt im Qigong eher nicht vor.

Was habe ich vom Tai Chi?
Peter: Durch regelmäßiges Üben steigern sich Körperwahrnehmung, Bewegungsintelligenz und elastische Beinkraft. Aus meiner Erfahrung gibt es da etwas, das mich ins Üben hineinzieht, einen Wohlfühleffekt, schwer zu benennen…

Kannst Du den Wohlfühleffekt trotzdem noch etwas mehr erklären?
Peter: Die Gelenke des Körpers werden in der Tai Chi-Form ihrem Bauplan entsprechend langsam bewegt, viele Male hin- und her, ohne an die Bewegungsgrenzen zu gehen, und bei sanfter Belastung. So werden sie optimal mit Nährstoffen versorgt. Wie meine Lehrerin Petra Kobayashi manchmal sagt: „Die Gelenke jubeln.“ - Und das fühlt sich einfach gut an, breitet sich im Körper, dann auch im Geist aus.

Wird man durch die langsamen Bewegungen nicht träge?
Peter: Das Gegenteil ist der Fall. Tai Chi ist körperliche Übung des Loslassens. Für eine bestimmte Bewegung unnötige Muskeln lernt man zu entspannen. Die Bewegungen werden nach längerer Übungszeit (in Jahren gemessen) immer müheloser. Weil dann nur noch das Nötigste im rechten Maß beteiligt wird, werden reflexartige Reaktionen schneller als jemals zuvor. Ich glaube, dieses Entschlacken vom Unnötigen kann sich auch in die Gedankenwelt fortsetzen.

Ich könnte mir vorstgellen, das ist dann auch gut für andere Sportarten?
Peter: Ja, denn auch die Fähigkeit, sich eigene Bewegungen vorzustellen, wird durch Tai Chi geweckt oder gesteigert. Sie bleibt nicht auf Tai Chi beschränkt, sondern kann positiv in andere technische Sportarten einwirken, ins Karate sicherlich, das ich selber 15 Jahre lang trainiert und unterrichtet habe, aber auch z.B. ins Tennis oder in Alpinsportarten. Ballspieler dürften sehr von der tiefen Lockerheit profitieren, die sich im Tai Chi entwickelt.

Es scheint viele Arten von Tai Chi zu geben, welches unterrichtest Du?
Peter: Es sind bis heute tatsächlich etwa 20 Hauptstile entstanden, auf deren Grundlage immer mehr vereinfachte Übungen in großer Vielfalt entwickelt werden. Ich lerne von Petra Kobayashi, die vor 40 Jahren mit ihrem Ehemann Toyo erstmals in Deutschland Tai Chi unterrichtet hat, Yang-Stil T‘ai Chi Ch‘uan in der Tradition von Prof. Cheng Man Ch’ing (1900-1975). Fam. Kobayashi lebt in München und unterrichtet auch viel in Bayern. Ich lerne seit 2013 von ihnen.

Wann und wo unterrichtest Du?
Peter: Tai Chi gibt es im TSV Gersthofen seit 2012. Zurzeit üben wir regelmäßig, außer in Ferien, am Mittwoch 19.15 bis 20.15 Uhr in der TSV-Turnhalle Gersthofen, Sportallee. Neueinsteiger sind ab 14. September herzlich willkommen.

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 03.09.2016
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