Die Friedberger Handballer auf Erfolgskurs
Vier Jahre in Liga Drei: Die Erfolgsgeschichte des TSV Friedberg geht weiter
Die Friedberger Handballer spielen weiterhin in der Dritten Liga Süd. Trotz zweier Jahre mit verschärfter Abstiegsregelung haben die Herzogstädter den Klassenerhalt geschafft. Anfang September startete dann die neue, nun vierte Spielzeit der Handballer in dieser Klasse.
Zum Auftakt gegen die Bundesliga – Reserve von Balingen – Weilstetten sahen die Zuschauer in der TSV – Halle eine veränderte Mannschaft. Mit Harald Feuchtmann, einem deutsch – chilenischen Linksaußen, Julian Prause, einem Kreisläufertalent aus der Jugend des Zweitligisten HC Erlangen und dem neuen Rückraumshooter Miro Ilic, der aus Söflingen gekommen war, standen drei neue Gesichter auf dem Parkett. Nach den Abgängen von Markus Walk, Stephan Auernhammer und David Langner und den Verletzungen von Keeper Michael Luderschmid Spielmacher Max Segmüller, Maxi Zott, Patrick Weiss und Jonathan Scholz. musste der TSV stark ersatzgeschwächt antreten gegen eine starke junge Mannschaft voller hoch talentierter Spieler.
Doch was der TSV auch unter ungünstigen Voraussetzungen zu leisten ist, bekamen die Gäste aus Baden – Württemberg an diesem Tag zu spüren. Obwohl Friedberg zur Pause mit drei Treffern zurück lag, konnten die Herzogstädter mit einer beeindruckenden Energieleistung und gestützt auf ihre sichere Abwehr am Ende mit 31:26 gewinnen. Der Held des Spiels war sicherlich der junge Torwart Benjamin von Petersdorff, der zehn Minuten vor dem Abpfiff in den Kasten kam und mehrere spektakuläre Paraden zeigte.
Von Petersdorff kam aus Göggingen nach Friedberg und ist ein sehr talentierter Keeper. Bislang hat er das Gehäuse der Zweiten gehütet, aber nach der Verletzung des etablierten Michi Luderschmid rückte er in die erste Mannschaft auf. Trainer Hartmut Mayerhoffer kann sich glücklich schätzen, einen so starken Spieler in seinen Reihen zu wissen.
Eine Woche später lief es nicht ganz so gut für den TSV. In Hochdorf setzte es eine knappe, unglückliche 22:23 Niederlage. Bis in die Schlussminuten hinein konnte Friedberg die Partie offen halten, ehe fehlendes Schussglück und ein wenig auch die mangelnde geistige Frische des dünn besetzten Kaders die Partie zuungunsten der Gäste entschied. Mayerhoffer sprach später von einem typischen Remisspiel, in dem sein Team am Ende einfach zu wenig aus seinen guten Chancen gemacht hatte. Trotzdem bescheinigte er der Mannschaft eine gute Leistung.
Die würde es auch gegen die SG H2Ku Herrenberg brauchen, so viel war den Verantwortlichen des TSV schon vor dem Heimspiel klar. Der Zweitliga – Absteiger konnte sich vor zweieinhalb Jahren die Meisterschaft in der Dritten Liga sichern, doch der verschärften Abstiegsregelung, die auch eine Klasse höher galt, fielen auch die Württemberger zum Opfer.
In dieser Partie brillierte Friedberg in einigen Phasen mit phantastischem Handball. Der Gegner hatte nicht den Hauch einer Chance, wenn der TSV seine Chancen besser genutzt hätte, wäre das Ergebnis noch höher ausgefallen als 31:27. Erst in den Schlussminuten konnten die Gäste den Rückstand noch einigermaßen annehmbar gestalten. In dieser Partie feierte Max Segmüller sein Comeback. Der Mittespieler konnte trotz seiner langen Pause dem Angriffsspiel frische Impulse geben.
Was zeichnet das Friedberger Spiel aus? Wo liegen die Stärken und Schwächen des Teams? Der TSV kann sich fast immer auf seine sichere Abwehr verlassen. In der Defensive arbeitet jeder für den anderern, es wird verschoben, herausgerückt, und wenn doch mal ein Ball auf das Gehäuse kommt, haben die Herzogstädter darin einen Klasse – Keeper stehen. Der momentan verletzte Michael Luderschmid und die beiden Stammkräfte Willi Seiler und Benjamin von Petersdorff gehören allesamt zu den Topleuten der Liga.
Im Angriff stehen mit Harald Feuchtmann auf Links Außen und Miro Ilic, der alle drei Rückraumpositionen spielen kann, neue Optionen zur Verfügung. Manchmal hakt das Friedberger Offensivspiel, so wie in einigen Passagen gegen Balingen oder Horkheim. Aber wenn der TSV sein variables, sehr laufintensives Druckspiel aufziehen kann, hat es jeder Gegner schwer. Die H2Ku Herrenberg kann ein Lied davon singen. Und mit dem erfahrenen Hartmut Mayerhoffer haben die Handballer einen kompetenten Mann auf der Trainerbank, der sich nach dem Spiel in Obernburg über einen tollen Saisonstart freuen konnte.
Denn auch der letzte Gegner der Friedberger hatte gegen die Angriffswucht der Herzogstädter keine Chance. Am vierten Spieltag in Obernburg, einem weiteren Zweitliga – Absteiger, zerlegte der TSV die Gastgeber beim 33:25 förmlich. Benjamin von Petersdorff war nach zwölf Minuten in den Kasten gekommen und hielt wieder einmal phantastisch. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre eine richtige Klatsche für die Obernburger möglich gewesen. Auch der Friedberger Angriff hatte an diesem Tag reichlich Grund zum Jubeln.
Damit stehen die Handballer nach vier Spielen mit 6:2 Punkten auf dem vierten Platz der Dritten Liga Süd. Das Saisonziel ist der Klassenerhalt, Friedberg will die nötigen Punkte so schnell wie möglich zusammen haben. Aber wer die Mannschaft in den ersten Spielen verfolgt hat, wie sie trotz der vielen Ausfälle viermal toll gespielt hat und drei Siege einfahren konnte, der hofft, dass es für den TSV Friedberg bald nicht mehr nur allein darum geht.
Domenico Giannino


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