Begegnung am 3. Oktober: Der BCF Wolfratshausen in der Abenstein-Arena
Nach der Gründung des Ball-Club Farchet (BCF) hatte man keinen eigenen Platz. Als 2. Mannschaft trat man hin und wieder unter dem Dach des TSV Wolfratshausen an. Doch der Ehrgeiz der Farcheter drängte nach einem geregelten Spielbetrieb. 1961 war es dann soweit. Der BCF wurde Mitglied beim Bayerischen Fußball-Verband und die Mannschaft durfte endlich am organisierten Fußballbetrieb teilnehmen. Zur damaligen Mannschaft gehörte auch ein junger Jurastudent, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Wegen seiner Härte war er bei den Gegenspielern gefürchtet.
1974 gab man sich einen neuen Namen: BCF Wolfratshausen. 1979 wurde die erste Abteilung nach dem Fußball gegründet. Der Verein spielte bis zum Jahr 1995 in der A-Klasse (früher C-Klasse), schaffte aber innerhalb weniger Jahre den Aufstieg in die Landesliga Süd, der der Verein von 2002 bis 2004 angehörte. Daran schließt sich der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte an: der Aufstieg in die Bayernliga. Nach nur einem Jahr musste der BCF Wolfratshausen 2005 wieder absteigen und spielt seitdem in der Landesliga Süd.
In dieser Saison wollen die Wolfratshauser in der vorderen Hälfte mitspielen. Mit dem neuen Trainer Andreas Brunner sind sie da schon auf dem richtigen Weg. Nach einem etwas holprigen Start mit fünf Punkten aus ebenso vielen Spielen hat der BCF in die Erfolgsspur gefunden und steht im ersten Tabellendrittel. Dabei hat ein Spieler eine ganz erstaunliche Entwicklung genommen: der 21-jährige Maximilian Thurnhuber. In der Vorsaison noch ohne Stammplatzgarantie, taucht sein Name unter Trainer Brunner wie selbstverständlich auf dem Spielberichtsbogen auf.
Thurnhubers Entwicklung war während der Vorbereitung so nicht vorauszusehen. „Anfangs gab es große Diskrepanzen zwischen seiner Trainingsleistung und den Spielen, sagt Brunner, „er hat zu langsam gespielt, keine Dynamik entfacht.“ Thurnhuber widerspricht seinem Coach nicht, liefert jedoch eine Erklärung für die Worte Brunners: „Ich hatte den Kopf nicht frei.“ Die Vielseitigkeit des 21-Jährigen, der unter anderem die Nachwuchsschmiede des FC Bayern München durchlaufen hat, hilft ihm, seine Position im Team festigen. „Es hat den Vorteil, mehrere Positionen spielen zu können. Da behält man seinen Platz in der Mannschaft natürlich leichter“, bestätigt Andi Brunner. Generell ist der Übungsleiter vom Talent seines Allrounders angetan. „Er bringt aus der Jugendzeit viel Potenzial mit.“
Einerseits kann sich Thurnhuber ein langfristiges Engagement an der Kräuterstraße vorstellen. „Beim BCF passt alles wunderbar. Es wäre schön, wenn wir mittelfristig in die Bayernliga aufsteigen würden.“ Andererseits treibt ihn auch sein Ehrgeiz. Ob er es noch einmal höherklassig versucht, „hängt hauptsächlich vom Studium ab. Da bin ich mir noch nicht ganz im Klaren“, sagt der Shootingstar des BCF Wolfratshausen.



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