24.10. 2009: Der TSV Eching mit bewegender Geschichte zu Gast in Gersthofen

Die 1. Mannschaft des TSV Eching (Foto: Fotografie Bernhard)

Beim TSV Eching löst Gersthofen wahrscheinlich gemischte Gefühle aus. Da ist zunächst der Samstag, 6. Juni diesen Jahres. Im Aufstiegsspiel in der Gersthofer Abenstein-Arena vor 600 Zuschauern verliert der TSV Eching gegen den TSV Landsberg mit 0:3. Aufstieg futsch? Mitnichten, denn aufgrund des Bayernliga-Klassenerhaltes des TSV Rain am selben Tag wurde in der Landesliga Süd ein Platz frei, somit waren sowohl der TSV Landsberg als auch der TSV Eching für die Landesliga Süd qualifiziert.

Da ist aber auch der Wechsel von Robert Eichler im August. Mit sechs Treffern hatte Eichler seinen Beitrag zu einem guten Saisonstart des Aufsteigers geleistet, ehe er kurz vor Ende der Transferperiode zum TSV Gersthofen wechselte.

Die Erfolgsgeschichte des TSV Eching verzeichnet im Jahr 1981 erstmals den Aufstieg in die Landesliga Süd. Die Krönung folgte dann 1983: In einem Entscheidungsspiel gegen den TSV Aindling um den Aufstieg in die Bayernliga – damals die dritthöchste Liga im deutschen Fußball – siegte der TSV Eching vor 6.000 (!) Zuschauern in Aichach mit 2:0. In sechs Jahren gelang dem Verein im Münchner Norden der Durchmarsch von der A-Klasse bis in die Bayernliga. Verantwortlicher Trainer war in dieser Zeit Toni Plattner, ehemaliger Profi des FC Bayern München und ein überaus erfolgreicher Coach im bayerischen Amateurfußball. Sein Nachfolger nach über acht Jahren war im Winter 1985 der ehemalige Nationalspieler Erich Beer, der aber nur ein halbes Jahr blieb und den Abstieg aus der Bayernliga auch nicht mehr verhindern konnte. In der Folge stiegen die Echinger noch zwei weitere Male in die Bayernliga auf, bekannte Namen saßen auf der Trainerbank: Willi Bierofka, Louca Moussa-Baba, Sepp Summerer, Ludwig Trifellner.

In der Bayernliga-Saison 1990/91 stellte der TSV Eching das beste Stürmerduo der Liga: Christian Radlmaier mit 20 Toren und Michael Witzl mit 12 Treffern. Beide wechselten danach zum FC Augsburg. 1993 spielte Eching letztmals in der Bayernliga. 2007 erfolgte gar der Abstieg in die Bezirksliga. Doch Eching schaffte schnell die Wende: 2008 Rückkehr in die Bezirksoberliga und 2009 erneut ein Aufstieg, der in die Landesliga Süd.

Die wohl spektakulärste Neuverpflichtung der letzten Jahre gelang dem TSV Eching im Januar 2009 mit Trainerin Sissy Raith, zweifache Fußball-Europameisterin. Jahrgang 1960, begann sie im Alter von sechs Jahren in Eching mit dem Fußballspielen. Nach einer Zwischenstation in Freising kam sie zum FC Bayern München. Weitere Stationen ihrer aktiven Karriere waren der FSV Frankfurt, Sportfreunde Siegen und der 1. FFC Frankfurt.
Nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn war sie Trainerin der Bundesliga-Mannschaft des FC Bayern München und Verbandstrainerin beim Bayerischen Fußballverband.
In der Zeit von 1983 bis 1991 absolvierte Raith 58 Länderspiele, wurde 1989 und 1991 Europameisterin und insgesamt 4 x Deutscher Meister, 6 x DFB Pokalsieger und 4 x DFB Länderpokalsieger.

Anfang Juli erlebte der TSV Eching eine turbulente Zeit. Präsident Robert Hofmeier, dessen erste Amtszeit in den achtziger Jahren von großen Erfolgen geprägt war und der erst Ende 2006 wieder die Verantwortung übernahm, erhielt nicht mehr das Vertrauen der Mitglieder. Zwar ist unter seiner Führung sportlich der Durchmarsch von der Bezirks- in die Landesliga gelungen, doch intern war sein Wirken höchst umstritten. Nachfolger wurde der bisherige Jugendleiter Peter Raab.

In Eching wissen die Verantwortlichen, dass der Klassenerhalt das einzige Ziel sein kann, das wird schwer genug. Pech, dass sich nach dem Abgang von Eichler auch noch Torjäger Fabijan Hrgota verletzt hatte. Da war es kein Wunder, dass der September ein rabenschwarzer Monat wurde: 2:14 Tore bei null Punkten in vier Spielen. Aber Sissy Raith ist als Trainerin erfahren genug, dass der TSV auch diese Zeit überstehen wird. Sind alle Verletzten wieder an Bord und sind die neuen Spieler bald integriert, dann kann Eching durchaus genügend Mannschaften hinter sich lassen, um am Ende den Klassenerhalt zu feiern.

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.VM Gersthofen | Erschienen am 02.10.2009
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