Reisebericht Alaska

Unsere Reise in die Wildnis begann an einem verregneten Junitag, an dem wir mit Condor von Frankfurt nach Anchorage in Alaska flogen.
Im Land des ewigen Eises empfing uns traumhaftes Frühlingswetter.
Im Hotel angekommen mussten wir dem langen Flug Tribut zollen und konnten dann, nachdem wir um 22:00 Uhr das Tageslicht per Vorhang ausgesperrt hatten, endlich einschlafen.
Nach einem ausgedehnten Frühstück hatten wir heute Zeit die größte Stadt Alaskas zu Fuß zu erkunden.
Besonders interessant war der größte Flughafen für Wasserflugzeuge der Welt, wo die De Havilland-Maschinen im Minutentakt landen.
Zu einem Rundflug mit einem der Buschpiloten konnten wir uns jedoch nicht durchringen.
Am dritten Tag verließen wir Anchorage mit dem Mietwagen in Richtung Norden. Nach einer Fahrt durch die wunderschöne Landschaft des Matanuska-Tales, wo aufgrund der vielen Sonnenstunden im Sommer das geerntete Gemüse riesige Ausmaße annimmt, erreichten wir am Abend das Grizzly Bear Resort am Denali Nationalpark.
Auf einer 7-stündigen Busfahrt lernten wir heute den Denali-Nationalpark kennen. Um die Natur des Parks zu schützen dürfen nur offizielle Fahrzeuge die Parkstrassen benutzen. Neben Schwarzbären, Elchen, Wapitihirschen und Kojoten hatten wir das besondere Glück und konnten am Abend einen der seltenen Grizzly-Bären beobachten.
Die Aussicht auf den Mt.McKinley, den mit 6194 Metern höchsten Berg Nordamerikas, war ein gebührender Abschluss eines unvergesslichen Tages.
Den nächsten Tag verbrachten wir zum Großteil auf dem Highway in Richtung Fairbanks. Die Yellow Eagle-Goldmine bei Ester, wo wir uns beim Goldschürfen versuchten, war eine willkommene Abwechslung.
Fairbanks liegt knapp südlich des Polarkreises und im Mittelpunkt der Stadt steht das Ölgeschäft. Das Museum of the North ist einen Besuch wert and auch die Pipelines sind beeindruckend.
Am darauffolgenden Tag fuhren wir auf dem Alaska-Highway Richtung Osten nach Tok.
Ein obligatorischer Stopp war das Städtchen North Pole, wo angeblich Santa Claus zu Hause ist.
Von Tok aus ging es über den Top-of-the-World-Highway Richtung Kanada.
Diese Schotterstrasse führt durch alpine Tundra-Landschaften über den höchstgelegenen Grenzübergang zwischen den USA und Kanada nach Dawson City, der legendären Goldgräberstadt am Klondike River.
Einen Halt sollte man unbedingt in Chicken einlegen. Hier scheint die Zeit seit den Zeiten des Goldrausches stehen geblieben zu sein.
In Dawson City fühlt man sich in die Tage der Goldgräber zurückversetzt. In den Klondike Goldfields kann man noch heute nach dem Edelmetall suchen. Am Abend muss man in Diamond Tooth Gertie´s Saloon unbedingt die Spezialität des Hauses, einen Whiskey, in dem eine menschliche Zehe schwimmt, probieren. Eine Urkunde bekommt derjenige, der das Glas ganz austrinkt und dessen Lippen die Zehe berühren.
Am Yukon entlang geht es dann nach Whitehorse in den Yukon Territories. Die Five Finger Stromschnellen bei Carmacks wurden früher vielen Goldsuchern zum Verhängnis.


In Whitehorse gibt es nach längerer Zeit wieder einen Supermarkt, so dass wie hier ausgiebig unsere Vorräte auffüllen.
Die Fahrt von Whitehorse nach Skagway gehört zu den landschaftlichen Highlights unserer Tour. Vorbei am türkisfarbenen Emerald Lake geht es zur Carcross Desert, die von vielen die kleinste Wüste der Welt genannt wird. Im alten Fischerort Skagway fuhren wir nach einem Spaziergang durch das Städtchen auf die Fähre, die uns durch den Lynn Fjord nach Haines brachte. Leider war von den angekündigten Ottern und Walen an diesem trüben, nebligen Tag nichts zu sehen.
Weiter ging es nach Haines Junction. Im Kluane Nationalpark verbrachten wir einige Stunden am größten nichtpolaren Eisfeld der Welt.
Am nächsten Tag unternahmen wir einen Rundflug über den Kluane Nationalpark auf der kanadischen, und den Wrangell St.Elias Nationalpark auf der amerikanischen Seite. Dabei gelangen uns großartige Aufnahmen der schneebedeckten Gipfel in dieser majestätischen Berglandschaft.
Über Tok ging es weiter durch die „Schweiz Alaskas“ nach Valdez.
In diesem meistens eisfreien Hafen endet die berühmte Alaska-Pipeline und wir konnten riesige Öltanker beim Beladen mit dem schwarzen Gold beobachten.
Die nächste Fähre brachte uns von Valdez durch den Prince William Sound nach Whittier wo wir endlich die langersehnten Wale vor die Objektive bekamen. Neben den schneeweißen Beluga-Walen unterhielten uns mehrere Seeotter mit ihren Kunststücken.

Durch den Portage-Tunnel erreichten wir Seward auf der Kenai-Halbinsel.
Von dort aus wollten wir per Flugzeug nach Kodiak-Island um die gewaltigen Bären dort zu beobachten. Erneut machte uns aber das regnerische Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an die Wetterkapriolen in Alaska.
Über den Seward-Highway ging es auf unserer letzten Etappe zurück nach Anchorage.
Diese Strasse bietet unvergessliche Ausblicke auf den Kenai-Fjords Nationalpark wo wir sogar Ende Juni noch treibende Eisschollen gesehen haben.
Nach einer Übernachtung mit Sonnenschein fast bis Mitternacht ging es wieder zurück nach Deutschland wo wir uns nach einem traumhaften Urlaub in den Weiten Alaskas erst wieder an die beengten Verhältnisse gewöhnen müssen.

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