Werkfeuerwehren im Fokus: IG BCE engagiert sich für die Belange der Brandschützer
Kann ein Mitarbeiter der Werkfeuerwehr bis zum Renteneintritt mit 65 bzw. 67 Jahren dienstfähig sein? Wie wirkt sich die angekündigte EU-Richtlinie auf das etablierte 24-Stunden-Schichtsystem aus? Diesen und anderen Fragen widmet sich derzeit eine Arbeitsgruppe der Gewerkschaft IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie).
Bereits seit Oktober letzten Jahres werden die besonderen Arbeits- und Belastungssituationen der Mitarbeiter von Werkfeuerwehren innerhalb der Gewerkschaft IG BCE und den Belegschaftsvertretungen in den betroffenen Unternehmen diskutiert. Kürzlich hat dazu eine Sitzung der Landeszielgruppe Werkfeuerwehren Bayern im Industriepark Gersthofen stattgefunden.
Bundesweit werden in verschiedenen Arbeitsgruppen mögliche Ansatzpunkte und Maßnahmen erarbeitet. Dabei haben sich drei Themenfelder herauskristallisiert:
- Vorbezogener Rentenzugang für Mitarbeiter von Werkfeuerwehren bzw. Gleichbehandlung mit den Berufsfeuerwehren im öffentlichen Dienst
- Berufsanerkennung des Werkfeuerwehrmannes/der Werkfeuerwehrfrau
- Auswirkungen der EU-Richtlinie auf das etablierte 24-Stunden-Schichtsystem
Die kommunalen Brandschützer können zum Beispiel im Regelfall mit dem 60. Lebensjahr ungekürzte Pensionen beziehen. Der Mitarbeiter einer Werkfeuerwehr muss dagegen bis zum gesetzlichen Rentenalter von 65 bzw. 67 Jahren arbeiten. Die Diensttauglichkeit unter vollem Atemschutz und Vollschutzanzug muss ab dem 50. Lebensjahr jährlich durch eine spezielle Belastungsprüfung nachgewiesen werden. Hier wird eine Gleichbehandlung mit dem öffentlichen Dienst angestrebt.
Für die 30 Mitarbeiter der Werkfeuerwehr im Industriepark Gersthofen engagiert sich die Belegschaftsvertretung der IGS (Industriepark Gersthofen Servicegesellschaft) in enger Zusammenarbeit mit der IG BCE, Bezirk Schwaben. Die Geschäftsführung der IGS begleitet das Vorhaben insbesondere im Hinblick auf die Erhaltung einer schlagkräftigen Einsatztruppe zur Sicherheit des gesamten Industrieparks.
Um das Bewusstsein für diesen Themenkomplex auch in der Landes- und Bundespolitik zu stärken, waren am 13. Februar 2012 Vertreter der verschiedenen Fraktionen zu einem Informationsgespräch in den Industriepark eingeladen. Teilgenommen haben die Landtagsabgeordneten Christine Kamm (B 90/Grüne) und Dr. Linus Förster (SPD) sowie der Bundestagsabgeordnete Heinz Paula (SPD).
Die Politiker nahmen das Thema mit Interesse auf und baten um weitere Detailinformationen, um in ihren Ausschüssen gezielt vorgehen zu können. Insbesondere beim 24-Stunden-Schichtsystem werden Eingriffsmöglichkeiten gesehen, bevor die EU-Richtlinie in nationales Recht überführt wird.
Informationen zu IGS:
Die Industriepark Gersthofen Servicegesellschaft mbH (IGS) ist ein moderner Anbieter von Dienstleistungen für die Prozessindustrie. Sie wurde Anfang des Jahres 2002 gegründet und ist seitdem Betreiber- und Servicegesellschaft für den Industriepark Gersthofen. Die IGS ist eine 100%ige Tochtergesellschaft eines der größten deutschen Energiedienstleisters, der MVV Energiedienstleistungen GmbH in Mannheim.
Mit 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – darunter 140 Auszubildende – bietet die IGS den im Industriepark ansässigen Unternehmen sämtliche Versorgungs- und Entsorgungsleistungen aus einer Hand. Ein großer Teil des breit gefächerten Leistungsangebotes steht zudem auch externen Firmen zur Verfügung.
www.mvv-igs.de




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