Sichere Energieversorgung bleibt ein Dauerthema: Staatssekretär Franz Josef Pschierer zu Besuch bei Clariant in Gersthofen

Staatssekretär Franz Josef Pschierer (Mitte) freute sich über die Informationen aus erster Hand, die er bei Clariant in Gersthofen erhalten hatte. Clariant-Standortleiter Dr. Leonhard Unverdorben (rechts) und Industriepark-Leiter Heinz Mergel bitten um Unterstützung durch die Landespolitik
Clariant, das größte Unternehmen im Industriepark Gersthofen, konnte am 26. Oktober Franz Josef Pschierer (CSU), Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, am Standort Gersthofen begrüßen. Nicht nur das 20-jährige Bestehen des weltweit führenden Spezialchemieunternehmens war Anlass des Besuches, sondern eine intensive Diskussion über die Zukunft der Energieversorgung nach der Energiewende. Pschierer: „Die Chemiebranche ist eine der wichtigsten Branchen für den Wirtschaftsstandort Bayern. Sie steht am Anfang der Wertschöpfungskette und ist damit Basis vieler weiterer Industriezweige. Eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung ist für die Chemieindustrie als energieintensive Branche ein wesentlicher Standortfaktor.“

In einer Gesprächsrunde mit dem Standortleiter der Clariant, Dr. Leonhard Unverdorben, und Heinz Mergel, Leiter des Industrieparks und Geschäftsführer der MVV Enamic IGS, diskutierte Franz Josef Pschierer wichtige energiepolitische Themen und Herausforderungen. Die mittel- und langfristige Sicherung der Stromversorgung sei von großer Bedeutung – nicht nur für die Produktionsbetriebe der Clariant im Industriepark Gersthofen, sondern für die gesamte Region Bayerisch-Schwaben, so Pschierer weiter. „Unsere Energie muss sicher, sauber und bezahlbar sein.“

Die gegenwärtige und prognostizierte Entwicklung der Strompreise (incl. Ökosteuer, Kosten für den Netzausbau, die generellen Netzkosten sowie die Stromsteuer) stellt eine große Herausforderung für Unternehmen dar, die wie Clariant im internationalen Wettbewerb stehen. Unabdingbar für eine kontinuierliche Produktion von Gütern ist außerdem eine verlässliche, unterbrechungsfreie und von Tageszeit und Witterung unabhängige Verfügbarkeit von elektrischer Energie.

Clariant benötigt für die Produktion von Wachsen und Kunststoff-Additiven am Standort Gersthofen an 365 Tagen im Jahr eine Strommenge, die dem Energiebedarf einer Stadt mit rund 30.000 Einwohnern gleichkommt. Die Produkte werden als Hilfsmittel beispielsweise zur Herstellung von Fensterrahmen, Frischhalteboxen für die Küche, Spielzeugen oder Matratzenbeschichtungen bis hin zu Anwendungen in der Lack- und Druckfarbenindustrie eingesetzt.

In einem Industriepark wie Gersthofen mit insgesamt elf Unternehmen ist Clariant kein Einzelfall. Heinz Mergel sprach sich dafür aus, dass die besondere Situation von Chemie- und Industrieparks in Deutschland mit ihrer dezentralen Eigenstromerzeugung als Beitrag zur Energiewende gewertet wird.
Leonhard Unverdorben brachte seine Erwartungen an die Politik zusammenfassend zum Ausdruck: "Für einen großen Stromverbraucher wie Clariant sind dauerhaft verlässliche gesetzliche Regelungen und eine sichere Stromversorgung die Voraussetzungen, dass durch Planungssicherheit die Produktionsstandorte global tätiger Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen in der Region langfristig gesichert werden. Hierfür sind gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft notwendig".

Die Gastgeber dankten Franz Josef Pschierer für sein Interesse, den konstruktiven Dialog und sein offenes Ohr für die Probleme der schwäbischen Wirtschaftsunternehmen.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.