Kein Horror vor dem Krankenhaus – Teil 2

Das Zentralklinikum Augsburg
Sie haben sich inzwischen mit dem Krankenhausaufenthalt abgefunden. Nun erfolgt die logistische Planung: was nehme ich zum Anziehen mit. Genügend Unterwäsche und lockere Sport- oder Freizeitkleidung ist immer richtig. Lassen Sie aber nach Möglichkeit den Laptop zuhause. Wenn Sie schon googeln wollen, dann lieber mit einem Guglhupf. Auf jeden Fall Versicherungskarte, Einweisungsschein, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht nicht vergessen. Noch ein heißer Tipp. Packen Sie eine Rolle Klopapier mit ein. Warum? In der Klinik ist eine ausreichende Versorgung mit diesem wichtigen Papier nicht immer gewährleistet. Der Reinigungsdienst ist beim Austeilen der Rollen zuweilen sehr restriktiv. Diese hautnahe Erfahrung hat der myheimat-Mann zwei mal gemacht. Vermutlich soll hier dem Sparzwang Rechnung getragen werden. Deshalb immer eine "Notration" bereit halten.

Die Mitnahme leichten Lesestoffes ist zur Ärgerbewältigung empfohlen. Denn Ärger gibt es. Zum Beispiel weil die nötigen Voruntersuchungen so lange auf sich warten lassen, der Arzt sich nicht blicken lässt, die Bildzeitung schon ausverkauft ist oder der Zimmerkollege wieder Ihr Handtuch benutzt hat. Etwas wird es immer geben, das missfällt. Sie sollten aber bedenken, dass ein Krankenhausbetrieb keine Wellness-Atmosphäre verbreiten kann. Der Kosmos "Klinik" funktioniert anhand durchorganisierter Arbeitsabläufe. Und dabei soll noch die Wirtschaftlichkeit gewahrt werden. Auch wenn die Fernsehmediziner „Bergdoktor“ und „Landarzt“ wahre Seelentröster und Alleskönner sind; der Krankenhausalltag läuft anders ab. Also, ein bisschen Ärger wird es immer geben. Und damit Sie den Ärger nicht völlig Hinunterschlucken müssen, kann gemeinsames Räsonieren mit dem Zimmerkollegen hilfreich sein. So kommt man sich näher. Betrachten Sie ihn nicht als notwendiges Übel. Ihm wird es ähnlich ergehen.

Vieles relativiert sich, je näher der Operationstermin rückt. Vorbereitende Gespräche mit Chirurg und Anästhesist, Hinweise auf Restrisiko und Operationstechnik lassen Ihre Stimmung auf "Parterre" absinken. Angst meldet sich. Eine gewisse Portion "Angst" ist zwar normal - es wird wohl kaum Patienten geben, die fröhlich singend "hoch auf dem gelben Wagen" in den Operationsraum gerollt werden. Die Angst darf Sie aber nicht vereinnahmen. Spätestens dann, wenn Ihnen das funktionelle Flügelhemd für die Operation übergestreift wird, stellt sich ein Bauchgefühl ein, das an „Flattern“ erinnert. In manchen Fällen lässt sich das Flattern nicht verheimlichen.... Denken Sie sich nichts dabei; alles ist menschlich. Der Volksmund umschreibt diesen Zustand mit „Flattermann“, wobei Patientinnen die gleichen Empfindungen haben können. Vielleicht hilft es jetzt, an die guten begleitenden Wünsche von Freunden, Kollegen und Angehörigen denken. Und Sie sollten sich vor Augen halten, warum Sie hier sind. Die Operation ist nötig für das Erlangen oder Beibehalten einer ansprechenden Lebensqualität. Jetzt wieder abspringen? Jetzt, wo Sie schon so weit sind? Wohl kaum. Also ziehen wir es durch.

Ist Ihnen das "wir" aufgefallen? Soll heißen, dass der Pressemann gut weiß wie Ihnen zumute ist. Er hat das gleiche "Fracksausen" durchstehen müssen. Und er hat es überstanden. Das gleiche wünscht er von ganzen Herzen allen Patienten. Schließlich soll der "Gersthofer“ noch möglichst lange seine treue Lesergemeinschaft behalten.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 05.04.2014
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Werner Aßner aus Affing | 28.02.2014 | 19:18  
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