Der Seniorenbeirat informiert: Arzneimittel im Alter

Dr. Jens Schneider beim Vortrag
Der Seniorenbeirat der Stadt Gersthofen ist Ansprechpartner der Senioren bei kleinen und großen Kümmernissen im Alltag. Der Beirat hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, durch Vorträge den älteren Mitbürgern Hilfestellung für einen möglichst sorgenfreien Lebensabend zu geben. Dazu gehören u. a. auch Informationen und Hinweise welche auf die altersbedingten gesundheitlichen Probleme eingehen. So war der Vortrag „Arzneimittel im Alter“ im Oscar-Romero-Haus eine gute Gelegenheit, mehr über den Umgang mit Medikamenten zu erfahren.

Der Seniorenbeirat konnte den Apotheker Dr. Jens Schneider als Referent für dieses Thema gewinnen. Der Referent ging in seinem ca. 90-minütigem Vortrag auf bekannte und weniger bekannte Einnahmeregeln von Medikamenten ein. So wies er u. a. auf Veränderungen im Hormonhaushalt, bei Organen wie Niere und Leber oder Bauchspeicheldrüse hin, die das Altern mit sich bringt. Das bedingt auch eine massivere Wirkung von Bluthochdruckmedikamenten oder Schmerzmitteln (um nur einige zu nennen), der Rechnung getragen werden muss. Bei Nichtbeachtung dieses Umstandes können unerwünschte Nebenwirkungen wie Verwirrung oder Verstopfung auftreten. Überhaupt stellte der Referent die heutige Verschreibungspraxis von Medikamenten auf den Prüfstand. Man würde häufig nur die Symptome behandeln, nicht aber nach deren Ursache forschen. So wäre es bei Stürzen sinnvoll, den Grund des Sturzes zu hinterfragen. Auch der Patient könne etliches tun, um den Gebrauch der Medikamenten sicherer zu gestalten. So sei es nicht gut, mehrere Ärzte zu konsultieren, deren Verordnungen zu befolgen und keiner weiß vom anderen Kollegen. Noch ein Beispiel: Es sollte jeder Patient eine aktuelle Liste der einzunehmenden Medikamente mit sich führen. Diese Liste sei für den Arzt wichtig, um in plötzlichen Notfällen richtig handeln zu können.

Es ist aus Platzgründen nicht möglich, über alle Empfehlungen und Hinweise zu berichten. Die zentrale Botschaft lautete: Gemeinsam klug entscheiden, d. h. alle im Behandlungsfall beteiligten Kräfte (Hausarzt, Facharzt, Therapeuten, Pflegeheim, Apotheker) müssten zusammenwirken. Das bedeutet, dass eine Kommunikation zwischen den angesprochenen Stellen stattfinden muß. Auch der Patient mit Angehörigen seien gefordert. Das Thema des Vortrags hätte eigentlich mehr Zuhörer verdient. Anerkennung hat jedenfalls der 1. Vorsitzende des Seniorenbeirats Dr. Manfred Link verdient, der bei der Auswahl des Referenten ein „gutes Händchen“ bewiesen hat. Dieser wiederum hatte die Gabe, schwierige Sachverhalte gut „rüber“ zu bringen. Man darf dem nächsten Vortrag mit Interesse und mehr Zuhörern entgegen sehen.
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Heinrich Wörle aus Gersthofen | 05.08.2016 | 20:37  
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