Ballaststoffe schützen vor Entzündungen der Schleimhaut

Bei ca. 30-45 % der Bundesbürger bilden sich Schleimhautausstülpungen in der Darmwand, diese Divertikel sind meist harmlos. Studienergebnisse zeigen, dass jede dritte bis vierte Patient im Verlauf mir Beschwerden rechnen muss.
Um schwer verlaufende Komplikationen von Divertikulitis zu vermeiden, raten Experten von Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zu einer ballaststoffreichen Ernährung.

Ballaststoffmangel ist der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung einer Divertikel Krankheit.

Bei einer Divertikulitis ist die Wand des Darmdivertikels, oft auch dessen Umgebung entzündet. Dies äußert sich in:
 Starke Schmerzen im Unterbauch, vor allen auf der linke Seite
 Blähungen
 Durchfall
 Verstopfung
 Fieber
 Völlegefühl
 Übelkeit und Erbrechen
 Herzrasen
 einer veränderten Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose)


Komplikationen
 Blut im Stuhl
 Bakterielle Entzündung der Divertikel, Divertikulitis
 die entzündete Divertikelwand wird geschwächt und platzt (Divertikelperforation). Austretender Darminhalt könnte sich im umliegenden Gewebe ausbreiten und zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen. Kleinere Verletzungen (Mikroperforationen) begünstigen kleine Abszesse.
 Wiederkehrende Entzündungen begünstigen zudem die Narbenbildung in betroffenen Arealen und können auf Dauer zu einer Einengung (Stenose) des Darms führen.
Die Rückbildung der Divertikel ist mit diätetischen Maßnahmen nicht möglich, jedoch kann durch einen erhöhten Ballaststoffkonsum die Entzündung der Divertikel gehemmt werden
 Vollkornnudeln und Naturreis (kein Wildreis) bevorzugen. Gut kaubar kochen.
 Zum Backen Vollkornmehle verwenden (Weizenmehl Typ 1050 und höher, Dinkelvollkornmehl, Roggenmehl Typ 1740 und höher).
 Zur Erhöhung der Ballaststoffzufuhr eignet sich z.B. auch Haferkleie oder geschroteter Leinsamen.
 Obst wie Äpfel, Birnen, Pflaumen und Beerenobst sowie Gemüse wie Brokkoli, Paprika, Tomaten, Salate usw. enthalten ebenfalls wichtige Ballaststoffe und sollten einen Großteil des Speiseplans ausmachen.
 Große Obstkerne z.B. aus Äpfeln, Birnen oder Melonen dürfen nicht mit verzehrt werden. Für ältere Patienten, die Probleme mit dem Kauen haben, können Beeren und weiches Obst auch passiert werden. Das Mus eignet sich gut als Kompott, zum Einrühren in Naturjoghurt oder zum Mischen mit ausgepresstem Fruchtsaft.
 Nüsse und Samen wie Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam und Mohn sollten sehr gut gekaut oder bei Bedarf gemahlen werden.
Divertikulose-Patienten wurden früher angeraten, auf Nüsse, Samen, Körner und kernhaltiges Obst bzw. Gemüse zu verzichten oder wo möglich, die Kerne zu entfernen. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise, dass harte Nahrungsbestandteile, die sich in den Divertikeln festsetzen, das Entzündungsrisiko erhöhen.

TInatin Deisenhofer


Quellen: VFEDaktuel, FET e.V.
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1 Kommentar
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Basti S. aus Aystetten | 18.12.2014 | 06:25  
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