Alkohol

Alkohole sind eine Stoffgruppe, welche die –OH („ol “bzw. Hydroxyl)-Gruppe in Bindung an ein C-Atom besitzen. Dabei darf das C-Atom nicht Teil einer Doppelbindung.
Umgangssprachlich ist Alkohol die Bezeichnung für Ethanol bzw. Ethylalkohol. Er gehört zu den energieliefernden Nahrungsinhaltsstoffen.
Die Aufnahme erfolgt hauptsächlich über alkoholische Getränke.
In kleineren Mengen wird Alkohol auch durch andere Lebensmittel aufgenommen.
 Obst und Obstsäfte haben natürlicherweise einen geringen Ethanolgehalt,
 Lebensmitteln wie Süßwaren, Soßen und Desserts wird Alkohol bei der Herstellung zugesetzt.
 die Darmflora produziert kleine Mengen Ethanol.[2]
Resorption im Körper
Alkohol ist fett und wasserlöslich. Er kann leicht durch Zellmembranen diffundieren. Schon etwa 20 % der aufgenommenen Menge werden im Magen resorbiert, der größte Anteil im oberen Dünndarm.
Mehrere Faktoren können Resorptionsrate beeinflussen:
 Füllungszustand des Magens: hemmend wirken vor allem Milch, Protein und Fett
 Konzentrationsgradient: Alkoholkonzentration des Getränkes und Trinkgeschwindigkeit
 Zusammensetzung und Temperatur des Getränkes: Zucker, Kohlensäure und eine hohe Temperatur beschleunigen die Resorption
Die maximale Blutalkoholkonzentration ist bereits 1–2 h nach der Zufuhr erreicht. Muskeln, Gehirn und Leber nehmen viel Alkohol auf, Fettgewebe und Knochen vergleichsweise wenig.
Für die Berechnung der Blutalkoholkonzentration muss das Körpergewicht daher mit einem sog. Reduktionsfaktormultipliziert werden. Dieser liegt für Männer bei 0,7, für Frauen aufgrund des höheren Körperfettanteils und dadurch geringeren Wasserverteilungsraumes bei 0,6. [1][2]

Berechnung für Alkoholkonzentration im Blut

Alkoholzufuhr in g
________________
Körpergewicht in Kg x Reduktionsfaktor

z. B. eine Blutalkoholkonzentration bei einer Frau (Gewicht 60 Kg) nach dem Genuss von 2 Bier á 0,33 l (ca. 13 g/Flasche)



26g Alkohol
_________ = 0,72 Promille
60 kg x 0,6


In Dünndarm resorbierter Alkohol gelangt über das Blut zur Leber. Alkohol kann vom Muskel nicht verwertet werden. Sein Abbau erfolgt fast vollständig in der Leber.
Abbaurate ist unabhängig von der Konzentration im Blut, ca. 0,1 g pro Stunde und kg Normalgewicht.

z. B. eine Frau mit 60 kg wird 2 Bier (á 0,33 l) die sie am Abend getrunken hat (26g Alkohol), in 4,3 Stunden abbauen.

Wird mehr Alkohol aufgenommen, als die Leber sofort verarbeiten kann, gelangt der Alkohol mit dem Blut in den gesamten Organismus und verteilt sich hier proportional zum Wassergehalt.

2–10 % des aufgenommenen Alkohols werden unverändert über Lunge, Haut und Urin ausgeschieden. [1][2]

Auswirkung des Alkoholkonsums

Ethanol wir zunächst durch das Enzym zu Ethanal umgebaut, diese Reaktion verläuft sehr langsam. Ethanal ist noch stärkeres Zellgift, wird sofort zu Acetat dehydriert und dann zu Acetyl-CoA aktiviert
Bei häufigen Alkoholkonsum ermüdet der Enzym-Stoffwechsel, Ethanal kann noch nur noch langsamer abgebaut werden und schädigt somit der Leber. [1]

Acetyl-CoA kann bei Energiebedarf zur Energiegewinnung genutzt werden. Bei Energieüberschuss wir Acetyl-CoA zum Aufbau von Fettsäuren verwendet, es kommt zur verstärkten Fettbildung in der Leber. Aus diesem Grund kann bei chronische Alkoholismus zur Fettleber kommen. [1]

Gewichtszunahme: Alkoholkonsum kann leicht zur Gewichtszunahme führen.
z.B. trinkt man abends zwei Monate lang täglich eine Flasche Bier über den Energiebedarf hinaus, wird Gewichtszunahme von etwa 1 kg erzielt. [1]

Chronischer Alkoholkonsum

Die gesundheitsschädlichen Folgen dauerhaft hoher Alkoholzufuhr sind vielfältig und schwerwiegend.

Zentralnervensystem: Hirnschrumpfung, Nervenentzündungen, Händezittern.
Magen-Darm-Trakt:
 Reizung der Magenschleimhaut,
 Bauchspeicheldrüsenentzündung
 Bauchspeicheldrüsenkrebs
 Erhöhte Darmkrebsrisiko

Nierenschädigung: Alkohol hemmt das Gehirnzentrum, das normalerweise Wasserausscheidung steuert. Dadurch kommt es zu einer verstärkten Wasser- und Mineralstoffausscheidungen. Flüssigkeitshaushalt verschiebt sich aus dem intrazellulären in den extrazellulären Raum.
Stoffwechselerkrankungen: die hohe Energiezufuhr und verminderte Harnsäureausscheidung kann zu
 Adipositas,
 Diabetes mellitus Typ 2
 Hyperlipidproteinämien
 Gicht führen.[1]

Kanzerogene Wirkung

Dauerhaft hoher Alkoholkonsum steigert das Risiko für Krebserkrankungen. Am deutlichsten zeigt sich dies für
 Leber- und Brustkrebs
 für Karzinome in Mund, Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre.
 für Magen-, Dickdarm- und Mastdarmkrebs ist ein risikoerhöhender Effekt nachweisbar.[2]

Alkohol während der Schwangerschaft

Über die Blutbahn gelang der Alkohol auch in den Kindlichen Körper. Alkohol hat hier extrem schädigende Wirkung.
Neben evtl. Missbildungen, ist die geistige und körperliche Entwicklung dieser Kinder je nach vorausgegangenem Alkoholkonsum entsprechend verzögert.

Die Folgen manifestieren sich zum Teil erst im Vorschul- und Schulalter in Form von Lern- und Verhaltensstörungen, sowie motorischen und sozialen Entwicklungsstörungen.
Schädlich wirken sowohl der gelegentliche Konsum relativ großer Alkoholmengen als auch die regelmäßige geringe Aufnahme.[1][2]

Akute Alkoholintoxikation

Für die akute Wirkung von Ethanol ist das Gehirn das primäre Zielorgan.
Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,2 ‰ verändert sich subjektives Erleben
und persönliches Verhalten, Konzentrationsvermögen und Bewegungskoordination lassen nach und die Reaktionszeit verlängert sich.
Blutalkoholkonzentrationen ab 1,4‰ gelten als akute Vergiftung und führen konzentrationsabhängig zu Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen, gestörter Wahrnehmung und Bewegungskoordination, Sprachstörung, Übelkeit, Erbrechen und Gedächtnisschwund.
Die letale Blutalkoholkonzentration liegt bei etwa 4–5 ‰
Die Alkoholintoxikation ist häufig von schweren Hypoglykämien begleitet. [2]

Moderater Alkoholkonsum

Der Begriff „moderater Alkoholkonsum“ wird in der Literatur mit verschieden hohen
Alkoholzufuhrmengen in Zusammenhang gebracht. Im medizinischen Kontext ist mit
„moderatem Alkoholkonsum“ meist ein nicht schädlicher Konsum bzw. eine
Zufuhrmenge gemeint, die mit dem niedrigsten Morbiditäts- bzw. Mortalitätsrisiko
Einhergeht.
Konsum von 10 g Alkohol pro Tag als „akzeptable Menge an Alkohol“ angegeben,
wobei darauf hingewiesen wird, dass Alkohol nicht täglich getrunken werden sollte
Sofern nicht anders angegeben, enthält ein „Drink“ eines alkoholhaltigen
Getränks etwa 10-12 g reinen Alkohol.

 10 g Alkohol entsprechen ca. 0,25 l Bier,
 0,125 l Wein (10 % vol) oder 0,04 l Spirituose (33 % vol).

Alkoholmengen oberhalb von 24 g pro Tag werden jedoch nicht
mehr dem moderaten Zufuhrbereich zugeordnet. [3]



Quellen: [1] Grundfragen der Ernährung Cornelie A. Schlieper
[2] Ernährungsumschau 54(07) 90-93
[3] DGE Auswirkungen eines moderaten Alkoholkonsums
in der Schwangerschaft
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