Peter Schönfelder, Bürgermeisterkandidat der SPD

Ehepaar Schönfelder (Monika und Peter Schönfelder)
 
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Mit Christian Ude (Oberbürgermeister München)
 
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Mit Erwin Huber (damals Wirtschaftsminister bei einem Besuch im Werk Augsburg der EADS)
 
Mit Erwin Huber (damals Wirtschaftsminister bei einem Besuch im Werk Augsburg der EADS)

Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Gersthofer,
in Abschnitten möchte ich Ihnen mein Leben, mein Wirken und meine Beziehung zu Gersthofen darstellen.


1. Meine Kindheit
Auch wenn der Geburtsort Nördlingen war, bin ich seit meiner Kindheit "Gersthofer". Ich bin aufgewachsen in einem Haus, das bei den Gersthofern der älteren Generation als „Blechdach“ bekannt war. Zur Schule ging ich in der 1. Klasse noch in die Fabrik-Schule. Damals waren die Klassen 1 bis 4 gemeinsam in einem Raum im Untergeschoss; über uns waren dann die Schüler ab der 5. Klasse. Die 2. Klasse absolvierten wir in der Jakobs-Schule und anschließend gingen wir in die zwischenzeitlich neugebaute Mozart-Schule. Ich kenne Gersthofen noch, als in der Adolf-von-Bayer-Straße, der Liebig-Straße (die es heute nicht mehr gibt) und der Ludwig-Hermann-Straße Rundstreckenrennen der Rennradfahrer stattfanden. Ich kenne noch die Zeit, in der die Ballone aus dem ehemaligen Stauweiher der Hoechst AG aufstiegen. Dort wo heute das Freibad ist, kann ich mich an viele Büsche und Tümpel erinnern. Die Einweihung des Stadions und der TSV-Turnhalle habe ich als Kind erlebt. In der Ludwig-Hermann-Straße waren zwischen Fahrbahn und Fußweg noch große Birken und ein Omnibus mit Sattelaufleger verrichtete seinen Dienst. Ich kann mich noch an Fußballspiele des TSV in seinen schwarzen Trikots mit gelben Brustring auf dem Sportplatz neben der Pestalozzi-Schule erinnern. Damals gab es auch noch das Handballspiel auf dem großen Sportfeld und als Kinder zählten wir aufmerksam, dass bei einem Angriff der gegnerischen Mannschaft nicht der siebte Mann im Spiel war. Östlich der Stiftersiedlung bereitete uns eine Rodelbahn große Freude und fasziniert schauten wir auf die Fallschirmjäger der US-Army, wenn diese nordwestlich von Gersthofen aus dem Flugzeug sprangen. Mit zu den beliebtesten Beschäftigungen zählte damals das Aufschreiben von Kfz-Kennzeichen und mit Pfennigen "betzte" man an die Wand. Als Kind erlebte ich den Flugzeugabsturz, bei dem die Besatzung bewusst die Maschine an die Böschung der Kiesgrube lenkte und dabei ihr Leben opferte, um viele Gersthofer, vor allem damals gleichaltrige im Freibad, zu retten. Die Namen der damaligen Opfer sind in Gersthofen durch die Namensgebung einer Treppe und eines Platzes an der Absturzstelle auf Dauer verewigt. Mit unserem Kaplan Wirth, später einer der ersten Militärgeistlichen, fuhren wir in seinem VW zum Fußballspielen. Die Gersthofer Kirchweih kenne ich noch auf dem Platz westlich vom Rathaus.

2. Jugend und die Zeit danach
Nach acht Jahren Volksschule, eine andere Bezeichnung gab es nicht, ging man in die Lehre. Man musste damals 1963 im Vergleich zu heute, nicht all zu viele Bewerbungen schreiben. Ich richtete eine an die MAN und eine an die Messerschmitt AG. Dort begann ich dann meine Ausbildung zum Werkzeugmacher. In Augsburg ging ich zur Berufsschule, die alten Straßenbahnen, mit dem Gitter zum Auf- und Zuklappen und mit den langen Sitzbänken sind mir noch recht wohl bekannt. Ende der 60-iger, Anfang der 70-iger war ich als Jugendleiter der Abteilung Fußball im TSV Gersthofen tätig. Wir waren eine tolle Truppe, als Spieler seien genannt Erwin Wurm, Willi Konrad, Manfred Baumgartl, Dietmar Mayr, Peter Linder, Jürgen Kutschera und Karl-Heinz Spinnler. Auch die Funktionärsseite war fachlich und menschlich stark. Und auch hier will ich einige nennen: Gerhard Röhring, Werner Domler, Siggi Gutschon, Jonny Gufler, Jakob Schellenberger, Franz Baumgartl und Rudi Billmeier. Wir organisierten das 1. internationale Jugendturnier. Wir hatten viele internationale Kontakte und wir waren in einem Turnier der Landesregierung Hessens, das in Marburg ausgetragen wurde und an dem 16 ausländische und 16 inländische Mannschaften teilnahmen, Turniersieger. Wir hatten damals selbst die Jugendmannschaften der Vereine SSV Reutlingen, Silkeborg (Dänemark) und Exelsior Rotterdam (Holland) besiegt. Nach der Zeit des Jugendleiters wurde ich aktiver Fußballschiedsrichter und Karl Riegg, Hans Drumm, Arthur Alt und Heinz Fischer waren Lehrmeister und Vorbild zugleich. Im Jahre 1970 heiratete ich Monika. Kurze Zeit danach musste ich zur Bundeswehr, damals waren es noch 18 Monate. Im Jahre 1972 änderte sich vieles: Familiär mit der Geburt von unserer Tochter Tanja und beruflich mit meiner Wahl in den Betriebsrat. Im Alter von 22 Jahren wurde ich bereits zum „freigestellten Betriebsrat“ gewählt. Ende der 70-iger Jahre übernahm ich als Vorsitzender den SPD-Ortsverein Gersthofen.

3. Und dann kam die Politik
Noch Ende der 70-iger Jahre unternahm ich, im Auftrag unseres Ortsvereins den Versuch, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren. Mein parteiinterner Konkurrent war Peter Feile, der dann auch gewählt wurde. Als Nachrücker war ich dann zur Erfüllung einer Amtsperiode Mitglied im Kreistag und 1984 wurde ich in den Stadtrat gewählt. Als jüngster in der Fraktion konnte ich vieles von den "alten Hasen" lernen. Leider sind die Weggefährten Erich Schreiber, Georg Hillebrand, Albert Altmann, Kurt Kratzer, Benno Pfiffner, Sebastian Hatzelmann und Erwin Rennebarth nicht mehr unter uns. In den Jahren 1990, 1996 und 2002 wurde ich mit persönlich sehr guten Ergebnisse immer wieder in den Rat der Stadt gewählt. An vielen Entscheidungen war ich, wie auch weitere 23 Stadtratsmitglieder und ein Bürgermeister (….und diese Sprachregelung unterscheidet mich von der CSU) beteiligt. Um nur einige Entscheidungen auf zu zeigen: Rathaus, Rathausplatz, Stadthalle, Ballonmuseum, Stadtbibliothek, Umbau Freibad, Sportarena, Baugebiet „Via Claudia“, Verlegung der Bergstraße, Umgehung Batzenhofen, Brücke bei Edenbergen, Feuerwehrhäuser, Turnhalle an der Pestalozzi-Schule, Erweiterung der Mozartschule, Kinderspielplatz in Hirblingen, Kunstrasenplätze beim TSV und beim CSC, Sanierung Hallenbad, Kindergärten, internationale Schule, Ansiedlung bedeutender Unternehmen (zum Beispiel IKEA) und vieles mehr. Gemeinsam wurde ein Maßstab gesetzt und daraus leite ich auch eine Verpflichtung für meine zukünftige Arbeit ab.

4. Gersthofen – ohne Vereine undenkbar!
Ich bin selbst Vorsitzender des CSC Batzenhofen-Hirblingen und zugleich in vielen Gersthofer Vereinen Mitglied. Ausgehend davon habe ich großen Respekt vor all den Vereinen und den Menschen, die sich darin engagieren. Ich würde mich ärmer fühlen, wenn es diese Vereine, in denen ich Mitglied bin, nicht geben würde. So manche Veranstaltung, so manche Versammlung und so manche Teilnahme an dem was geboten wird, stellt nicht nur einen Ausgleich zum Berufsleben dar, sondern etwas, was mit dem Begriff "Gemeinschaft" umschrieben werden kann. Eine Gemeinschaft formt die Menschen, sie fördert Solidarität, sie sorgt für mehr Verständnis untereinander und für eine Geborgenheit. Vereine bauen Brücken, von Mensch zu Mensch, von Stadt zu Stadt. Deshalb hat die Förderung unserer Vereine bei mir einen hohen Stellenwert.

5. Gersthofen – eine Stadt der Generationen
Dass es alt und jung gibt, ist ebenso klar wie schwarz und weiß, hell und dunkel oder laut und leise. Die Farben kann man beeinflussen, die Helligkeit und die Lautstärke. Nicht beeinflussen kann man das Alter. Deshalb ist es wichtig, dass alt und jung sich nicht als Gegensätzlichkeiten bemerkbar machen, sondern als etwas, das die Grenzen zwischen diesen Bezeichnungen eines Lebensabschnittes verwischt. Oftmals hören junge Menschen von älteren den Satz: "Wenn ich so jung wäre wie du und das wissen würde, was ich heute weiß, ja dann…..!" Und im gleichen Augenblick denkt der junge Mitbürger vielleicht: Hoffentlich werde ich auch so alt. Gersthofen nimmt in sich Rücksicht auf diese Beziehung zwischen jung und alt. Entsprechende Einrichtungen fördern spezielle Interessen, lassen aber dennoch die Öffnung und das Miteinander zu. Und es wäre für mich ein schöner Tag, wenn ein älterer Autofahrer mit einem klaren Handzeichen dem jungen Fahranfänger signalisiert, dass er fahren kann und wenn zugleich eine junge Mitbürgerin die etwas verängstigte Oma über die Straße führt. Für manchen mag dies konservativ klingen, als Ziel des Miteinanders, lohnt es sich allemal. Einer meiner Stadtratskandidaten hat als politisches Ziel formuliert: Zu einer "reichen Stadt" gehört auch ein "reicher Austausch" zwischen den Menschen. Dem kann ich mich nur anschließen.

6. Gersthofen – eine Stadt der Arbeit, eine Stadt des Lebens
Als Betriebsratsvorsitzender eines Werkes, das von einem Verkauf bedroht ist, weiß ich recht wohl, welchen Stellenwert für viele Menschen der Begriff Arbeit hat. In unseren Breitengraden beeinflusst die Arbeit ohne wenn und aber das Leben. Für beide Begriffe ist eine Kommune verantwortlich. Wer die Ansiedlung von Gewerbe fördert und vorhandene Betriebe im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt, sorgt für Arbeit und damit für eine soziale Sicherheit der Bevölkerung. Diese Unterstützung muss ausgewogen sein und darf nicht den Charakter einer Einbahnstraße haben. Auch die Position: Industrielle Ansiedlung nicht um jeden Preis, hat etwas für sich und hat bei mir einen hohen Stellenwert. Wenn florierende Betriebe den steuerlichen Zufluss einer Stadt nach vorne treiben, dann kann die Stadt auch den Begriff "Leben" entsprechend gestalten. Dies kann vom Freibad, zum Hallenbad, von Bildungseinrichtungen, von kulturellen Einrichtungen, von Sportstätten bis hin zum Volksfest reichen. Dies ist Leben. Als Gersthofer Bürgermeister würde ich gern einen Spruch etwas umwandeln: „Wo man leben kann, da lass dich nieder!“

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