Jugendrat ist kein Auslaufmodell - Expertenrunde tagt im Landratsamt zum Thema „Beteiligung von Jugendlichen“

die Experten für die Jugendarbeit (von links): Doris Stuhlmiller, Bruno Höfer, Verena Nittmann, Winfried Pletzer und Tanja Neumayer sowie Steffen Richter und Anna Röder vom Arbeitskreis Jugendarbeit Nord/West.
 
Eine erste Auswertung der bei den Politikerinnen und Politikern im Landkreis Augsburg durchgeführten Befragung ergab, dass über 80 Prozent der Befragten Mitwirkungsmöglichkeiten für junge Menschen auf kommunaler Ebene für sehr wichtig oder wichtig halten.

Zu einem Expertengespräch zum Thema „Beteiligung von Jugendlichen“ trafen sich kürzlich die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, Jugendbeauftragte, Jugendräte und Vertreter der Beteiligungsgremien des Landkreises.

Eingeladen hatte hierzu das Landratsamt Augsburg in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Jugendarbeit Nord/West. Als Referent war Winfried Pletzer vom Bayerischen Jugendring zu Gast. Als weitere Experten nahmen Bruno Höfer, Jugendbeauftragter des Marktes Meitingen, Tanja Neumayer, ehemalige Vorsitzende des Jugendrats Ellgau und Verena Nittmann, Diplomandin an der Universität Augsburg mit einer Arbeit zum Thema „Politische Partizipation Ju-gendlicher im ländlichen Raum“, teil.

Pletzer betonte in seinem Einführungsreferat, wie groß die Bedeutung von Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen für deren persönliche Entwicklung ist: „Junge Menschen müssen die Möglichkeit erhalten, verantwortungsbewusst an politischen Entscheidungen in der Gemeinde mitzuwirken. Nur so können sie politisches Engagement lernen und Verständnis für Demokratie und Gemeinsinn entwickeln.“ Der Eindruck, viele Jugendliche seien an einer Mitwirkungsmöglichkeit gar nicht interessiert oder wollten sich nicht beteiligen, sei falsch, so Pletzer weiter. Dies bestätigte auch Verena Nittmann, die im Rahmen ihrer Diplomarbeit viele Jugendliche im Landkreis Augsburg zu diesem Thema befragt hat: „Die meisten Jugendlichen möchten sich gerne aktiv am politischen Geschehen in ihrer Gemeinde beteiligen. Wenn aber ihr Engagement nicht ernst genommen und ihnen statt Respekt Widerstand entgegengebracht wird, geben sie irgendwann frustriert auf.“

Welche Standards bei einer Beteiligung von Jugendlichen beachtet werden sollten, zeigte Doris Stuhlmiller, Kreisjugendpflegerin des Landkreises Augsburg, auf: „Es darf sich nicht um eine AlibiBeteiligung handeln, sondern sie muss Folgen haben. Die Jugendlichen müssen wirklich etwas bewegen, verändern oder gestalten können und die Ergebnisse müssen in einem überschaubaren Zeitraum umgesetzt werden. Dies setzt Ernsthaftigkeit, Handlungsbereitschaft und Flexibilität von Seiten der Politik und der Verwaltung voraus. Nur so können die auf beiden Seiten gesetzten Ziele und Erwartungen erfüllt werden.“

Dass sich die Jugendlichen im Landkreis Augsburg in einem Großteil der Gemeinden viele verschiedene Möglichkeiten haben, sich am politischen Geschehen zu beteiligen, zeigt eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Landratsamtes Augsburg bei den Kommunalpolitikerinnen und Politikern im Landkreis: rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem politischen Wirkungskreis Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche gibt. Pletzer lobte den Landkreis Augsburg und seine Gemeinden für ihre Offenheit gegenüber Jugendlichen und appellierte an alle, die Jugendlichen auch künftig aktiv am politischen Geschehen zu beteiligen: „Sprechen Sie nicht über die Jugendlichen, sondern immer mit den Jugendlichen!“

Eine erste Auswertung der kürzlich bei den Politikerinnen und Politikern im Landkreis Augsburg durchgeführten Befragung ergab, dass über 80 Pro-zent der Befragten Mitwirkungsmöglichkeiten für junge Menschen auf kommunaler Ebene für sehr wichtig oder wichtig halten.

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Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 23.07.2008 um 15:42 Uhr  
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