Gersthofer Jugendbeirat - Hintergrundwissen

Allgemeine Information

Ein Jugendbeirat stellt ein Gremium zur Beteiligung und Mitbestimmung Jugendlicher am kommunalen politischen und sozialen Leben dar. Diese Gremien verstehen sich als gewählte Repräsentanten der jeweiligen Jugend eines Ortes. Die Beiräte erarbeiten in Kooperation mit Verwaltung und politischen Vertretern einer Kommune Vorschläge zur Verbesserung der sozialen Situation von Jugendlichen vor Ort. Gremien zur politischen Mitbestimmung von Jugendlichen sind u. a. im Teilplan Jugendarbeit des Jugendhilfeplanes des Landkreises Augsburg verankert.

Entwicklung seit dem Jahr 1996

Der erste Jugendbeirat der Stadt Gersthofen wurde Ende des Jahres 1996 gewählt und trat im darauf folgenden Jahr seinen Dienst an. Die Grundidee wurde aus einer Initiative Gersthofer Jugendlicher an den Stadtrat herangetragen. Dieser beauftragte den damaligen Stadtjugendpfleger Frey mit der Durchführung einer öffentlichen, freien und geheimen Wahl, welche in der Durchführung an eine gängige Kommunalwahl angelehnt war. Weiterhin oblag dem Jugendpfleger die Geschäftsführung des Beirates. Dadurch war besonders die Initiative und Selbstpräsentation der möglichen Kandidaten gefordert.

Nach diesem Konzept wurden 1996, 1999 und 2001 Wahlen mit teilweise erstaunlichen Wahlbeteiligungen abgehalten (`96: 21%, `99: 49% und `01: 32%). Der letzte Jugendbeirat, der im Jahr 2001 gewählt wurde, löste sich aufgrund anhaltender interner Streitigkeiten 2002 selbst auf. Durch einen mehrfachen Personalwechsel seit dem Jahr 2003 auf der Position des Stadtjugendpflegers wurde die Neuwahl bis ins Frühjahr 2005 vertagt.

Neues Jugendzentrum dank Jugendbeirat

Die Mitglieder der Jugendbeiräte hatten einen entscheidenden Anteil an der Neueröffnung des Jugendzentrums in der ehemaligen Jakobschule. Weiterhin wurden Jobbörsen, Partys und Konzerte organisiert. Außerdem schuf die Stadt Gersthofen auf Initiative des Jugendbeirates Skate- und Beachvolleyballanlagen.

Unterschiedliche Wahlkonzepte

Seit dem Wechsel auf der Position des Stadtjugendpflegers zum 1. Januar 2004 wurden verschiedenste Herangehensweisen zur Wiederwahl des Jugendbeirats durchdacht. Die im Jahr 2002/2003 entworfene und verabschiedete Wahl- und Geschäftsordnung wurde verworfen.
Es bestand berechtigter Grund zur Annahme, dass eine offene und freie Wahl nicht annähernd zum gewünschten Ergebnis, einem vollständigen und funktionsfähigen Jugendbeirat, führen würde.
Als Resultat dieser Entwicklung wurde seitens der Stadtjugendpflege ein Alternativmodell entwickelt, bei dem sämtliche Jugendliche Gersthofens zur Teilnahme an einer Wahlversammlung aufgerufen werden. Aus der Mitte dieser Versammlung stellen sich geeignete Kandidaten zur Wahl, wobei allerdings nur Gersthofer Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren aktives und passives Wahlrecht besitzen. Gewählt werden 7 Jugendbeiräte, die Amtszeit beträgt 2 Jahre. Idealerweise sollen beide Geschlechter sowie Jugendliche aus den westlichen Stadtteilen vertreten sein.

So wurden in den Jahren 2005 und 2007 erneut Jugendbeiräte gewählt, die jeweiligen Wahlbeteiligungen lesen sich allerdings ernüchternd: Nur jeweils um die 5% aller Gersthofer Jugendlichen beteiligte sich an den Wahlen. Die Wahlbeteiligung konnte im Jahr 2010 auf 10% erhöht werden.

Hohes Engagement der Jugendbeiräte

Die Arbeitsnachweise der jeweils amtierenden Jugendbeiräte zeugen jedoch vom hohen Engagement der Interessensvertretungen Jugendlicher: So wurde u. a. die Beach-Party im Freibad Gerfriedswelle wieder aufgelegt und an der Aktion einer Klasse des Paul-Klee-Gymnasiums zum Abbau von Zigarettenautomaten in unmittelbarer Nähe von Schulen teilgenommen. Desweiteren wirkte der Jugendbeirat an der Sendung „Bürgerforum live“ in der Stadthalle Gersthofen zum Thema „Integration“ mit und startete eine Initiative des Jugendbeirates für mehr/größere Schulbusse zu Stoßzeiten in Kooperation mit den Stadtwerken Gersthofen. Darüber hinaus nahm der Jugendbeirat am jährlichen Seifenkistenrennen teil, organisierte mehrere große Jugendpartys in Zusammenarbeit mit dem TSV Gersthofen, initiierte eine Renovierung und den Ausbau der örtlichen Skate-Anlage, einen Ausbau des Nachtbusangebotes, die Gründung eines Dachverbandes Bayrischer Jugendbeteiligungsplattformen usw.
Im Zuge einer Neuausrichtung der Gersthofer Jugendarbeit im Jahr 2009 (hierunter fiel z. B. der Umbau des Jugendzentrums) wird nun auch versucht, das Gremium Jugendbeirat wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Um eine höhere Wahlbeteiligung zu ermöglichen, wurde 2010 wieder an der örtlichen Mittelschule gewählt. Auch in den westlichen Stadtteilen gab es in der Mehrzweckhalle Batzenhofen ein Wahlbüro. Darüber hinaus hatten alle Jugendlichen die Chance, ihre Stimme im Jugendzentrum abzugeben. Die Amtszeit ab 2010 wurde auf Anregung des Jugendbeirates von zwei auf drei Jahre verlängert.

Neuwahl im November

In dieser Form wird die Neuwahl auch im Jahr 2013 erfolgen. Diese findet am 8. November (Mittelschule, Batzenhofen) und am 9. November 2013 im Jugendzentrum (mit anschließender Wahlparty) statt.
Alle Wahlberechtigten zwischen 14 und 21 Jahren wurden seitens der Stadtjugendpflege schriftlich benachrichtigt. Mehr Informationen zur Wahl finden Sie unter http://www.jugendbeirat-gersthofen.de und hier.
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