Bürgerbeteiligung zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans

Stadtratsklausur im Kloster Holzen
 
Gersthofen und seine Ortsteile

Gersthofer gestalten ihre Zukunft mit


Ein Flächennutzungsplan (FNP) stellt die Weichen für die Gebietsentwicklung einer Gemeinde. In diesem Plan werden die zahlreichen räumlichen Nutzungsansprüche, wie z. B. Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Grünflächen, Flächen für Landwirtschaft oder soziale Infrastruktur zu einem Gesamtkonzept für die ganze Gemeinde zusammengeführt. Da sich der FNP auf die Grundzüge der Planung beschränkt, ist er nicht parzellenscharf und in seiner Darstellung generalisiert. Aus dem FNP heraus werden die Bebauungspläne entwickelt, die dann erst die Nutzung der Flächen konkret darstellen und Baurecht schaffen.

Flächennutzungsplan muss erneuert werden

Ein Flächennutzungsplan wird immer für 20 bis 30 Jahre aufgestellt. Der rechtsgültige FNP der Stadt Gersthofen ist aus dem Jahr 1986 und nach bereits über 30 Änderungen reif für eine Neuaufstellung. Diesen Prozess der Neuaufstellung gestalten der Erste Bürgermeister Jürgen Schantin und die Stadtverwaltung der Stadt Gersthofen zur Zeit gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern. Denn schließlich wissen diese am besten, was sie in ihrer Stadt brauchen und was sie sich für die Zukunft wünschen. Die Arbeit am FNP wird aufgebaut auf die beiden Zukunftswerkstätten, die bereits im Herbst 2009 stattgefunden haben, und auf den vom Büro Jestaedt + Partner aus München erarbeiteten Vorentwurf des neuen FNP. Den Auftakt zum Beteiligungsprozess, der vom Münchener Büro KlimaKom eG moderiert wird, machte zunächst der Stadtrat mit einer eintägigen Klausur im Kloster Holzen am 29. Juni 2013.
Als Einstieg in diese Veranstaltung informierten zwei Fachplaner, Rainer Schwarzmaier vom Büro Jestaedt + Partner und Hans-Peter Faas vom TÜV Rheinland, über den aktuellen Stand der Planungen. Der Großteil des Tages wurde dazu genutzt, die Position von Gersthofen in wichtigen Themenfeldern der Stadtentwicklung zu bestimmen und zu begründen sowie Leitlinien und Handlungsbedarf zu identifizieren. Dies fand meist in Kleingruppen statt, in denen produktiv gearbeitet und angeregt diskutiert wurde. Im abschließenden Plenum wurden die Ergebnisse des Tages zusammengetragen und es konnten offene Fragen geklärt werden.

Bürgerwerkstätten in Gersthofen und Batzenhofen

Die Bürgerbeteiligung begann am 16. Oktober 2013 mit einer Auftaktveranstaltung im großen Sitzungsaal des Rathauses. Die Bürger wurden über Tragweite, Sinn und Zweck eines FNP informiert und auf den Stand der Planungen gebracht. Anschließend konnten erste Meinungen, Wünsche und Anregungen zum neuen FNP geäußert werden. Weiter ging es mit den beiden Bürgerwerkstätten am 8. November 2013 in Gersthofen und am 15. November 2013 in Batzenhofen, die nach einem ähnlichen Muster abliefen.
Nach einer Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister Jürgen Schantin und einer Einführung in den Gesamtprozess der Bürgerbeteiligung durch Doris Möller vom Büro KlimaKom waren die Bürgerinnen und Bürger gefragt. Zunächst wurden die in der ersten Stadtratsklausur und der Auftaktveranstaltung zusammengetragenen Stärken und Schwächen von Gersthofen bewertet. Darauf wurde bestimmt, was auf keinen Fall für die Zukunft von Gersthofen gewünscht wird. Hier wurden Aspekte wie z. B. die Errichtung von Hochhäusern, die Zersiedelung der Landschaft oder die Ansiedelung von neuen Gewerbebetrieben mit hohem Verkehrsaufkommen genannt. Durch die Sammlung dieser Aspekte wurde deutlich, welche Trends und Herausforderungen zukünftig auf die Stadt warten.

Schmuttertal soll erhalten, Nahversorgung verbessert werden

Später wurden Wünsche und Anregungen für den neuen Flächennutzungsplan gesammelt und Idealvorstellungen von Gersthofen 2013 entwickelt. In diesem Bereich war den Bürgerinnen und Bürgern beispielsweise wichtig, dass sowohl das Schmuttertal als auch die landwirtschaftlichen Flächen und Betriebe in den westlichen Ortsteilen erhalten bleiben, dass die Nahversorgung und der öffentliche Personennahverkehr verbessert werden und dass Angebote für Senioren und Behinderte ausgebaut werden sollten.
Im Verlauf der Veranstaltungen wurde also wieder einmal deutlich, wie viele Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Nutzungen und deren Auswirkungen bestehen. Eine weiterführende Beschäftigung mit diesen wichtigen Themen der Gersthofer Zukunft wird es in der zweiten Runde der Bürgerbeteiligung geben. Voraussichtlich im Frühsommer 2014 werden die nächsten Bürgerwerkstätten stattfinden, bei denen die Bürgerinnen und Bürger hoffentlich mit genauso viel Spaß, Engagement und Kreativität mitarbeiten, wie an den bisherigen.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 19.12.2013
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