Zwischen Visitation und Alltag - die Pfarreiengemeinschaft Gersthofen im Jahr 2016

Die Ausstellung "10 Jahre PG Gersthofen" in Maria, Königin des Friedens (Foto: Tobias Buchdrucker)
 
Symbolische Darstellung der PG Gersthofen - Bild gemalt von Pfarrer Ralf Gössl
Gersthofen: Pfarreiengemeinschaft | Jedes Jahr hat seine eigene Prägung. Für unsere Pfarreiengemeinschaft war das Jahr 2016 sehr stark von der Vorbereitung auf die Visitation durch Weihbischof Florian Wörner geprägt. Das lateinische Wort Visitation bedeutet einfach Besuch. Es geht um den Besuch des Bischofs in den einzelnen Gemeinden seiner Diözese, um die Wahrnehmung der pastoralen Situation und um die Stärkung im Glauben. Da unsere Diözese Augsburg sehr groß ist, kann natürlich der Diözesanbischof nicht alle Visitationen selber machen und ist dabei auf die Mitwirkung der Weihbischöfe angewiesen. Vor der Visitation musste ein sehr umfangreicher Fragebogen von ca. 90 Seiten beantwortet werden. Dies war natürlich vorerst keine besondere Freude. Wir sahen dann aber die Chance darin, doch etwas intensiver über die einzelnen Bereiche unserer Pfarreiengemeinschaft nachzudenken, uns auch selber Rechenschaft zu geben und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mir selber gefiel ganz besonders, dass im Fragebogen auch die Anregung zu finden war, ein Bild der Pfarreiengemeinschaft zu malen. Da ich gerne male, habe ich versucht, ein symbolisches Bild über die Einheit und Vielfalt unserer Pfarreiengemeinschaft zu malen – hauptsächlich in den Farben Blau (für Maria) und Rot (für Jakobus). Alles ist aber dann geeint in der goldenen Mitte oder goldenen Sonne, die ein Zeichen für Jesus Christus ist. Sein Licht strahlt kreuzförmig in alle Himmelsrichtungen und die Gemeinden bereichern sich von daher auch gegenseitig, weshalb die jeweils andere Farbe im anderen Feld zu sehen ist.

Die Visitation selber fand zwischen dem 30. September und dem 02. Oktober statt. Unser Weihbischof nahm eine große Vielfalt von Terminen wahr, die ich hier nur stichwortartig wiedergeben kann: Besuche in der Ökumenischen Sozialstation; in der Tagespflege und im AWO-Seniorenheim. Eine Ökumenische Begegnung; ein Treffen mit den Ministranten und Jugendlichen sowie eine Sitzung des Gesamtpfarrgemeinderates mit Bibelgespräch. Schließlich fanden Gespräche mit allen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit den Vorsitzenden des Gesamtpfarrgemeinderates, mit den Kirchenpflegern sowie mit dem Pfarrer statt. Auch eine Begegnung mit Bürgermeister Michael Wörle und dem dritten Bürgermeister Reinhold Dempf bei einem gemeinsamen Abendessen vertiefte den Blick auf die Stadt Gersthofen. Am Samstag-Nachmittag wurde die Ausstellung „10 Jahre PG Gersthofen“ im Pfarrzentrum eröffnet und es gab dabei auch die Gelegenheit, dem Weihbischof Fragen zu stellen. Die Fotoausstellung schenkt einen Einblick in die getrennte und in die gemeinsame Geschichte der beiden Pfarreien St. Jakobus und Maria, Königin des Friedens. Seit über einem Jahr waren alle Mitglieder unserer Pfarreiengemeinschaft aufgerufen, dafür Bilder zu liefern. Es ist schön, dass sich auch viele Gruppen und Kreise an dieser „wachsenden Ausstellung“ beteiligt haben. Selbstverständlich waren diese Tage auch Tage des Gebetes und des gemeinsamen Gottesdienstfeierns. Es fanden drei Eucharistiefeiern statt: Mit den Bewohnerinnen und Bewohnern m AWO-Heim; ein Jugendgottesdienst in St. Jakobus und ein Festgottesdienst in Maria, Königin des Friedens. Die Predigten des Weihbischofs waren alle vom Thema der „Stärkung im Glauben“ geprägt. Schließlich fanden die Tage der Visitation einen geselligen Abschluss beim Pfarrschoppen in den Räumen des Elisabethkindergartens.

Natürlich wurde uns noch einmal mehr bewusst, dass wir heute als christliche Gemeinde in einer Welt leben, die sich immer mehr und auch immer schneller verändert. Diese Veränderungen sind auch bei uns zu spüren. Viele Traditionen, die früher Menschen getragen haben, brechen heute weg. Das Neue, das sich entwickelt, ist aber zurzeit noch nicht so deutlich absehbar. Umso wichtiger ist es, dass wir uns heute von dem, was wirklich wesentlich ist, tragen und erfüllen lassen: Die Freude am Herrn und an seiner Frohen Botschaft. Das versuchen wir als Gemeinde das ganze Jahr über zu leben, zu bezeugen und zu verkünden. Deshalb ist es schön, dass nun – nach den Tagen der Visitation – wieder der ganz normale Alltag im Leben unserer Pfarreiengemeinschaft weiter geht. Mein besonderer Dank gilt allen, die unsere Gemeinden mit ihrer Liebe und Phantasie bereichern und gleichzeitig im Gebet und bei der Feier der Gottesdienste mittragen.

Pfarrer Ralf Gössl
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