Mo Asumang zeigt am Dienstag den 27.Oktober ihren Film DIE ARIER in Gersthofen und Augsburg

Wann? 27.10.2015 10:30 Uhr

Wo? Stadthalle Gersthofen, Rathausplatz 2, 86368 Gersthofen DE
Mo Asumangs Film DIE ARIER Plakat
 
Mo Asumang wird am 27.10 in Gersthofen und Augsburg jeweils nach ihrem Film für eine Diskussion zur Verfügung stehen.
 
Der Veranstalter
Gersthofen: Stadthalle Gersthofen |

Wer ist Mo Asumang?



Ihre Zeit als TV-Moderatorin bei "Liebe Sünde" liegt für Mo Asumang (50) bereits 14 Jahre zurück. Seitdem ist viel passiert und sie hat viel erlebt. Sie synchronisierte die Figur 'Fähnrich Seska' in der US-amerikanischen Science-Fiction-Serie "Star Trek: Raumschiff Voyager", spielte im Thriller "Der Ghostwriter" von Roman Polanski eine Nebenrolle und drehte als Regisseurin eigene Dokumentationen.

Für "Roots Germania" bekam die TV-Moderatorin den Grimme-Preis und nun macht sie mit "Die Arier" von sich reden. In der Dokumentation geht Mo Asumang in einer Art Selbstversuch den Ursprüngen von Rassismus auf die Spur. Dafür begab sie sich teilweise in brenzlige Situationen, wie sie in einem Interview mit der "Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen" erzählt. Sie lief bei Neonazi-Demonstrationen mit und traf in den USA Mitglieder des Ku-Klux-Klan.

Angst habe Mo Asumang jedoch nicht bewusst verspürt. Als sie zwei Maschinengewehre auf der Rückbank des Trucks erblickte, mit dem die Ku-Klux-Klan-Mitglieder unterwegs waren, realisierte sie zwar, wie gefährlich ihr Unternehmen ist. Doch "als ich dann mit den Leuten gesprochen habe, hatte ich keine Angst", versichert Mo Asumang. Sie begründet, sie habe "gemerkt, dass sie nicht sehr viel anders ticken als die Neonazis in Europa, die sich einfach ihr Feindbild im Kopf zurechtbasteln".

Überhaupt ist Mo Asumang niemand, der sich leicht einschüchtern lässt. Die TV-Moderatorin wurde von der Neonazi-Band "White Aryan Rebels" sogar im Lied "Die Kugel ist für dich, Mo Asumang" mit dem Tode bedroht, hat sich davon jedoch nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: Der Song und die Tatsache, dass das Thema Rassismus sie schon so lange begleite, wie sie denken könne, hätten sie auf die Idee für ihre Dokumentation gebracht. "Irgendwann habe ich dann angefangen zu recherchieren, wer denn die Arier überhaupt sind", erinnert sich Mo Asumang im Interview. Und hat dabei festgestellt, dass Arier mitnichten ursprünglich aus Europa oder Deutschland, sondern aus Indien und dem Iran stammen.

Mo Asumangs Film DIE ARIER am 27.10. in der Gersthofer Stadthalle um 10.30 Uhr und um 19.30 Uhr im Filmsaal des Zeughauses in Augsburg, jeweils mit anschließender Diskussion



Mo Asumang, Die ARIER. Dokumentarfilm. Best World Cinema Documentary and World Audience Award 2014; Gewinner Öngören Preis für Demokratie und Menschenrechte 2014; Magnolia Award Best Film Director Shanghai Film Festival 2014 ; Nominiert für den Prix Europa; Nominiert für den Grimme-Preis 2015; Nominiert Deutscher Regiepreis Metropolis.

Gersthofen Dienstag, 27.10.2015, am Vormittag in der Stadthalle Gersthofen, am Abend im Filmsaal des Zeughauses in Augsburg um 19.30 Uhr; Eintritt € 5.
Gemeinsame Veranstaltung von Gegen Vergessen-Für Demokratie und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Augsburg-Schwaben.

http://www.die-arier.com/


Noch nie hat sich jemand filmisch konkret an das Thema ARIER gewagt. Und das obwohl unter der vermeintlichen Marke Arier in Deutschland gegen Menschen anderer Religion, Hautfarbe oder Geschlechtsorientierung gehetzt und gemordet wurde und wird. Auf einer persönlichen Reise versucht die Afrodeutsche Mo Asumang herauszufinden, was hinter der Idee vom „Herrenmenschen“ steckt.

Sie begibt sich zu Pseudo-Ariern auf Nazi-Demos, reist zu den wahren Ariern in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku-Klux-Klan.
Der Dokumentarfilm ARIER ist eine Tour de Force in die Abgründe des Rassismus.

http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/kultur/keine-angst-vor-rassisten-1.3525575/kommentare-7.2153576

Arier sind groß, blond, blauäugig und von weißer Hautfarbe. Ein weitverbreiteter Irrglaube, massiv geschürt durch die „Rassentheorie“ der Nazi-Diktatur, der sich bis heute hartnäckig hält. Die afrodeutsche Regisseurin Mo Asumang machte sich auf die Suche nach den echten Ariern. Vor allem aber führt ihr Film in die rechtsextreme Szene in Deutschland und den USA, wo sie mit Propagandisten und Mitläufern spricht, um deren Weltbild auf den Grund zu gehen. Was Asumang dabei zutage fördert, ist entlarvend und oft hochgradig grotesk.

„Die Arier“ klagt nicht an, ist kein Lehrfilm im klassischen Format, sondern fesselt durch die direkte Konfrontation der Angehörigen der vermeintlichen Herrenrasse mit ihrem „Feindbild“ in Gestalt der dunkelhäutigen Regisseurin. Mo Asumang traf NPD- Demonstranten in Mecklenburg-Vorpommern, begleitete den Fackelzug von Elite-Burschenschaften zur Wartburg. Sie geht freundlich auf die Menschen zu, fragt, was für sie Deutschsein bedeute – und stößt auf Abweisung, Schweigen, Verunsicherung.

Ihre Freundin, die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, versteht nicht, was die Filmemacherin erreichen will. Ob sie glaube, diese Leute, deren menschenverachtende Ideologie so tief verankert sei in ihren Köpfen, umkrempeln zu können. Doch Asumang - 1963 in Kassel geborene Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen -, deren Großmutter als SS-Sekretärin arbeitete, will herausfinden, warum es Leute gibt, die denken, sie seien mehr wert als andere. Sie reist in den Iran, wo sie Angehörige des echten Arier-Volkes trifft – friedliebende Menschen, die Hitler für verrückt erklären. Reist weiter in die USA, wo sich die Zahl der Aryan-Hassgruppen, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, im vergangenen Jahrzehnt auf über 1000 verdoppelt hat.

Dort trifft sie Ku-Klux-Klan-Anhänger und den Top-Rassisten Tom Metzger, der in seiner Internet-Radio-Show zur arischen Revolution aufruft. Es ist eine absurde Begegnung, bei der Metzger Asumang erklärt, sie sei das Produkt einer „Gen–Entführung“. Am Ende fragt er, ob er sie umarmen dürfe und gesteht, die Sache mit dem Rassismus sei einfach ein großes Geschäft.

Mit ihrer entwaffnend offenen Art gelingt Mo Asumang ein tiefer Blick in die Seele des Rassismus. Dass dessen Motivation vor allem Angst, das Gefühl der Ohnmacht und die Suche nach Schutz in der Gruppe sind, mögen Wissenschaftler vielfach dargelegt haben. Doch in der direkten Konfrontation, die Asumang wagt, ist „Die Arier“ ein rares, aufrüttelndes, hervorragend gemachtes Dokument.
„Jeden Rassisten kann man relativ schnell schachmatt setzen, wenn man ihm nicht mit Gegenhass begegnet und ihm so die Möglichkeit nimmt, in der Vorstellung seines Feindbildes zu bleiben“, sagt Asumang. Ein mutiger Film, der jede Aufmerksamkeit verdient.

VON REGINA URBAN


Filmemacherin Mo Asumang im Interview "Zum Glück haben sie die Waffen nicht ausgepackt"



Sie sind in dem Film auf der Suche nach den Ariern. Sie finden sie in Iran: ein ursprünglich nomadisches Hirtenvolk, auf das der Begriff zurückgeht. Im Film sagt eine Iranerin mit Kopftuch, sie als Arierin verurteile Hitler - eine sehr starke Szene. Sie verwenden sie jedoch nicht gegen Ihre rechtsextremen Gesprächspartner. Warum?

Ich habe die Nazis bewusst in ihrer eigenen Gedankenwelt belassen, damit sie diese für mich vor der Kamera ausbreiten. Mir ist wichtig, dass der Zuschauer die Information bekommt. Im Prinzip denkt er sich die ganze Zeit: Mein Gott, wisst ihr denn nicht, wo die Arier wirklich herkommen? Der Zuschauer hat was in der Hand und das gibt ihm Kraft. Wir müssen dieses Wissen verbreiten, vor allem unter Schülern. Denn unter dem Begriff des Arischen verbünden sich Rechtsextreme weltweit.

Hatten Sie während der Dreharbeiten Angst?

Der Ku-Klux-Klan kam in einem Pick-up-Truck an. Da lagen Maschinengewehre auf dem Rücksitz. Das war der Punkt, an dem ich geschluckt habe. Zum Glück haben sie die Waffen nicht ausgepackt. Auch als ich da in der Dunkelheit gewartet habe, ging mir immer durch den Kopf, dass ich wie eine Zielscheibe bin: Zack-Bumm, weg bist du. Sowas flackert kurz auf, aber dann bin ich auch wieder ganz schnell bei mir und den positiven Gedanken: dass ich was bewegen will, dass ich diesen Menschen nichts Böses will.

Dabei hätten sie allen Grund dazu, sich zu fürchten.

Ich spreche mit jedem Menschen auf dieselbe Art und Weise, auch wenn er Rassist ist. Ich stecke den nicht gleich in eine Schublade, so wie er es mit mir macht, sondern versuche meine Offenheit zu behalten. Das ist der größte Kampf. Den Rechtsextremen wünsche ich echtes Selbstbewusstsein. Dass sie nicht andere für ihre Probleme verantwortlich machen, sondern sie selbst in die Hand nehmen. Das ist purer Eigennutz: Wer selbstbewusst ist, feindet mich nicht an.

Während der Recherche zu Ihrem Film haben Sie herausgefunden, dass Ihre Großmutter Schreiberin bei der Waffen-SS war - die Frau, die Sie großgezogen hat. Waren Sie geschockt?

Das war schon komisch. Aber das Gefühl, von ihr großgezogen worden zu sein, war noch viel stärker. Ich habe mich nur an die positiven Dinge erinnert. Ohne sie wäre ich nicht so stark geworden. Wie sie da reingekommen ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist sie angeheuert worden von der SS. Ich kann nur hoffen, dass sie keine andere Wahl hatte und diese Ideologie nicht geteilt hat. So wie ich sie erlebt habe, war sie eine offene Frau.
Sie wollte sich vor eine Straßenbahn werfen, als sie erfuhr, dass ihre Tochter das Kind eines Schwarzen bekommt.
Meine Großmutter ist in der Nazizeit groß geworden - sie wurde von morgens bis abends mit Hass zugeschüttet. Das geht nicht spurlos an jemandem vorbei. Als sie mich sah, hat die Mutter in ihr reagiert. Da war keine Ideologie, die das hätte zerstören können.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, diesen Teil Ihres Lebens in den Film einzubringen?

Ich wollte zeigen, dass sogar ich als Afrodeutsche eine Verknüpfung in die Nazizeit habe. Für mich beinhaltet das einen Auftrag: Etwas gegen Rassismus zu tun - nicht nur wegen meiner Hautfarbe, sondern auch, weil ich Deutsche bin.

http://www.sueddeutsche.de/politik/filmemacherin-m... 29. April 2014, 16:35


Preise und Nominierungen:

nominated for Interrnational „Gold Panda“ Awards, China, Nov. 2014
German Directors Award "Metropolis", 2014 Germany
PRIX Europa Nomination (October 2014)
at Shanghai TVFilm Festival, China (June13th 2014)
The ARYANS, Mo Asumang awarded the Magnolia Award for Best Director

at Filmkunstfest MV, Germany (Mai 2014)
The ARYANS, Mo Asumang awarded the Diversity Award

at achtung Berlin Filmfestival / new Berlin Film Award
nominated for "Price of the ecumenical Jury" (April 2014)

at Phoenix Filmfestival (USA)
World Cinema Best Documentary (The ARYANS / April 6th 2014)
World Cinema Audience Award. (The ARYANS / April 6th 2014)

at Filmfestival Turkey / Germany
Öngören Award for Democracy and Human Rights (The ARYANS / (March 16th 2014)
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