Französische Lebensart, ungarisches Temperament und eine Prise Klassik

  Gersthofen: Kirche Maria Königin des Friedens |

Vielfältiges Programm bei Akkordeonkonzert


Gersthofen Mitte Juni fand in der Kirche „Maria, Königin des Friedens“ in Gersthofen ein Konzert der „Tastenkids“, des Ensembles „Spätlese“ und des Akkordeonorchesters „Accordimento“ der Sing- und Musikschule Gersthofen statt.

Den Auftakt machten die „Tastenkids“ und das Ensemble „Spätlese“ unter Leitung von Stefanie Saule. Passend zur derzeit stattfindenden Fußball-EM in Frankreich begrüßten sie die zahlreichen Konzertbesucher mit dem Walzer „Bonjour“ von Alfons Holzschuh. Es folgte das fetzige Stück „Akkordeon Twist“.
Mit Beler Kelas „Preludio allegro ungherese“, der „Ungarischen Lustspielouvertüre“ startete das Akkordeonorchester „Accordimento“ unter der Leitung von Franz Schlosser seinen Part des Konzertes und brachte ungarisches Temperament auf die Bühne. Dabei bewies das Orchester seine konzertante Leistungsfähigkeit. Der Wechsel von temperamentvollen und ruhigeren Passagen und Änderungen im Tempo verlangt von den Spielern ein hohes Maß an Konzentration.

Kunstvolle Concertato-Effekte und Französisches Flair

Es folgte die "Dorian Toccata" von Johann Sebastian Bach. Dieses Stück beginnt mit einem motorischen Sechzehntel-Motiv, das sich nahezu ununterbrochen bis zum Ende fortsetzt und ungewöhnlich kunstvolle Concertato-Effekte enthält.
Beim Musette Walzer „Rue la rose“ brachte das Orchester französisches Flair in den Kirchenraum und die französische Lebensweise wurde für das Publikum spürbar gemacht.
Der 1. Vorsitzende der Sing- und Musikschule Gersthofen, Armin Gaurieder, führte charmant durch das Programm und würzte Informationen rund um Stücke und Komponisten mit amüsanten Anekdoten.

Eine musikalische Städtereise

Er stimmte das Publikum unter anderem auch auf die „City Moments“ von Hans-Günther Kölz ein. Zu diesem aus fünf Sätzen bestehenden Stück war Kölz durch eine Konzertreise in die USA inspiriert worden. Im März dieses Jahres hatte das „Accordimento“ ein Seminar von Kölz besucht.
„Stellen Sie sich vor, Sie machen eine Städtereise und kommen früh morgens an“, so Gaurieder in seiner Moderation zum ersten Satz Morning. „Die Letzen kehren heim, Vereinzelte gehen schon zur Arbeit. Die ersten Straßencafés öffnen und langsam geht die Sonne auf. Die Stadt hat ihren Puls - und plötzlich - die allmorgendliche Rushhour beginnt - zielstrebig, schnell und hektisch. Die Stadt hat ihr Tempo.“
Der dritte Satz Citypark beschreibt die Szene nachmittags im Park, wo man sich zwischen Bäumen und alten Skulpturen ausruht, aber auch das Spielen von Kindern zu hören ist. Verliebte im Park drehen sich zur Jazzmusik aus einem nahen Café. Die Stadt hat ihr Flair.
Mit dem vierten Satz Subway Music entführt das Orchester die Zuhörer in eine
U-Bahnstation. Züge kommen und fahren wieder. Zwei Straßenmusikanten spielen herrliche Barockmusik. Keiner hat Zeit zuzuhören, alle sind in Hektik und unterhalten sich. Doch plötzlich erklingt aus einer anderen Ecke der U-Bahnstation eine wunderschöne Oboenmelodie und alle hören für eine kurze Zeit andächtig dieser zufälligen Collage zu, bevor jeder wieder schnell die nächste Zug-Verbindung erreichen muss. Schließlich klingt der Tag in einem Nightclub – fünfter Satz Soul Night - aus. Eine Solistin steht alleine im Rampenlicht, dann setzen Chor und Band ein. Nach und nach kommt Stimmung auf und alle bewegen sich zu diesem Dance Groove.
Diese „City-Moments“ wurden von den Spielern musikalisch in Szene gesetzt.
Mit „Bossa para accordion“ von Otto Eckelmann setzte das Orchester den Weg durch den musikalischen Nachmittag fort.

Gefühlvolle Balladen und energiegeladene Stücke

Bewegende Melodien und romantische Klänge entführten die Gäste dann musikalisch in eine verzauberte Märchenwelt: Mit einem Medley aus dem bekannten Musical „Die Schöne und das Biest“ erzählte das „Accordimento“ in einer gelungenen Mischung aus gefühlvollen Balladen, rockigen Songs und energiegeladenen Stücken die Geschichte der schönen Belle und des Biestes, über die Kraft der Liebe, die alle Grenzen überschreitet und wahre Wunder vollbringen kann und lud das Publikum zum Träumen ein.
Gefühlvoll ging es weiter im Programm: Das „Accordimento“ brachte das Giulio Caccini zugeschriebene „Ave Maria“ zu Gehör. Die Schwestern Elisabeth, Maria und Franziska Zwerger tauschten dabei ihre Akkordeons gegen Mikrofone und standen als Sängerinnen auf der Bühne.

"Oh Happy Day" und "I sing a Liad für di" zum Abschluss

Als letztes Stück des „Accordimento“ stand ein Gospel-Medley, das auch den berühmten Song „Oh Happy Day“ enthält, auf dem Programm. Zu den Sängerinnen gesellte sich nun noch Johann Seitz dazu.
Zum Abschluss des Konzertes saßen dann die „Tastenkids“, das Ensemble „Spätlese“ und das Akkordeonorchester „Accordimento“ gemeinsam auf der Bühne und gaben mit Dietmar Kaiser, dem singenden Schlagzeuger, Andreas Gabaliers Hit „I sing a Liad für di“ zum Besten.
Die mit viel Beifall geforderten Zugaben spielte das Orchester gerne und verabschiedete das Publikum, das seinerseits die Spieler mit lang anhaltendem Applaus belohnte.
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1 Kommentar
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Oliver Schneider aus Westendorf | 25.06.2016 | 23:13  
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