Eine Reise in die Stadt der Musik

    Gersthofen - Prag

"Einmal ist keinmal, ab dem zweiten Mal ist es dann schon Tradition", so sagt der Volksmund. Tradition hat beim Akkordeonorchester "Accordimento" der Sing- und Musikschule Gersthofen die Orchesterreise Anfang Oktober. Auch heuer fand wieder eine Orchesterfahrt statt, die das Accordimento und einige Mitglieder der Vorstandschaft nach Prag, in die Stadt der Musik, führte.

Am ersten Samstag im Oktober in aller Frühe ging es los. Der Bus wurde beladen - was sich zunächst als etwas schwierig herausstellte, denn es mussten ja nicht nur Gepäckstücke sondern auch alle Instrumente untergebracht werden - aber schließlich fand alles einen Platz und die Fahrt konnte beginnen.

Musik auf dem Rastplatz

Dass Musik verbindet erfuhren wir gleich schon bei unserer ersten Rast. Wir hatten auf dem Parkplatz den reiseerprobten Klapptisch (Vielen Dank, Herr Vogel :-)) aufgestellt und die Brotzeit war fertig angerichtet, als neben uns ebenfalls ein Reisebus anhielt, die Gruppe ausstieg und auch damit begann, die Brotzeit vorzubereiten. Plötzlich kam einer der anderen Reisegruppe mit der Steirischen dazu und spielte munter auf. Einer aus der Reisegruppe rief zu uns herüber: "Na, da schaut ihr, was? Einen Musiker könnt ihr euch nicht leisten!", woraufhin wir alle in schallendes Gelächter ausbrachen und erklärten, dass wir den ganzen Bus voller Musikinstrumente hätten. Ohne lange zu zögern wurden ein paar der Instrumente ausgepackt und schon wurde gemeinsam musiziert. Daran hatten nicht nur beide Reisegruppen ihre Freude, sondern auch andere Leute, die zufällig gerade Rast machten.

Stadtführung in Pilsen

Nach dieser beschwingten Pause setzten wir unsere Fahrt fort. Unser erstes Ziel war Pilsen. In der viertgrößten Stadt Tschechiens, die im Westen Böhmens liegt, bekamen wir eine Stadtführung und erfuhren interessante Details über Stadt und Leute. Im Anschluss daran blieb auch noch genug Zeit, um das bekannte Pilsner Bier probieren zu können.
Nachdem alle frisch gestärkt waren, ging die Fahrt weiter und wir erreichten schließlich Prag, die "Goldene Stadt". Nach einem gemeinsamen Abendessen mit echten tschechischen Spezialitäten machten wir uns auf, das nächtliche Prag zu erkunden und genossen das Flair der Stadt bei einem Spaziergang an der Moldau. Nachdem uns der Regen zurück ins Hotel getrieben hatte, verbrachten wir dort einen lustigen Abend.

Wunderschönes Prag

Für den nächsten Tag hatten wir uns einiges vorgenommen: Eine Stadtführung in Prag, eine Schifffahrt auf der Moldau und unser Auftritt standen auf dem Programm. Unser Tag begann mit der Stadtführung. Die "Stadt der hundert Türme", wie Prag auch genannt wird, beeindruckte uns mit ihrer Schönheit und durch das geschlossene Stadtbild, das von Gotik und Barock geprägt ist. Natürlich wollten wir uns auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Prags nicht entgehen lassen: Die Prager Burg, die Karlsbrücke, die mittelalterliche astronomische Rathausuhr, den Altstädter Ring, die Prager Altstadt überhaupt, die durch ihre alten Häuser, die oft bis in die Romanik und Gotik zurückreichen und ihre zahlreichen Kirchen und engen Gassen geprägt ist. Doch auch zahlreiche Bauten aus der Renaissance und dem Barock sind dort zu bewundern.
Nicht umsonst zählt das historische Zentrum von Prag zum UNESCO-Welterbe.

Klangerlebnis an der Prager Burg

Ein Erlebnis der besonderen Art hatten wir direkt an der Prager Burg. Während unserer Stadtführung kamen wir dort natürlich auch vorbei und hörten schon von weitem wunderschöne Musik. Vier Musiker (mit Flöte, Geige, Akkordeon und Kontrabass) standen vor der Burg und spielten so toll, dass viele Leute stehen blieben - unsere komplette Gruppe eingeschlossen. Als das Stück beendet war und alle applaudierten ging unser Stadtführer schnell zu den Musikanten und erzählte ihnen, dass wir ein Orchester aus Deutschland sind. Da fingen sie sofort an "Rosamunde" für uns zu spielen. Unser singender Schlagzeuger Dietmar Kaiser sang gleich kräftig mit und beim Refrain stimmten wir dann alle mit ein. Es hat total Spaß gemacht und wir durften wieder einmal erleben, wie schön es ist, zusammen zu musizieren und dass Musik verbindet. Bevor wir weitergingen spielten die vier Musiker dann noch das Stück, das am besten zu unserer Prag-Fahrt passte und in der Stadt der Musik natürlich nicht fehlen darf: Die Moldau. Bedrich Smetanas bekanntestes Werk in Prag live von diesen vier hervorragenden Musikern zu hören war wirklich ein Genuss!

Eine Schifffahrt, die ist lustig

Den Nachmittag rundeten wir mit einer Schifffahrt auf der Moldau ab. Den Spaß ließen wir uns nicht verderben - auch wenn es den ganzen Tag immer wieder regnete. Es kann ja schließlich auch nicht jeder von sich behaupten, Prag im Regen gesehen zu haben ;-).
Auftritt im Brauhaus "U Fleku"
Zurück im Hotel blieb nur kurz Zeit, um uns auf unseren Auftritt vorzubereiten. Wir warfen uns in die Tracht und die Instrumente wurden in den Bus eingeladen, dann ging es los in Richtung des bekannten Prager Brauhauses "U Fleku". Dort fand unser Auftritt statt und wir durften die Gäste musikalisch unterhalten. Was sich dann noch als etwas schwierig herausstellte: Der Bus konnte leider nicht direkt bis dorthin fahren. Wir mussten unsere Akkordeons, Notenständer, das Schlagzeug und die Anlage ein gutes Stück durch Prag über Kopfsteinpflaster und im Regen schleppen. Doch gemeinsam konnten wir auch diese Hürde meistern. Nachdem wir auf der Bühne alles aufgebaut hatten, konnte es los gehen. Mit einem bunten Programm unterhielten wir die Gäste im Saal, sodass richtig Stimmung aufkam. Es wurde gespielt und gesungen und neben den Akkordeons und dem Schlagzeug kamen auch ein Saxophon und eine Melodica zum Einsatz (War super, Franz und Manfred!).
Nach dem Auftritt ging es zurück ins Hotel. Dort traf man sich dann noch zur "Zimmerparty". Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute tatsächlich in ein Zimmer passen :-). Es war ein sehr lustiger und kurzweiliger Abend und die Nacht war entsprechend kurz.

Abreise ohne Koffer

Am nächsten Morgen waren trotzdem alle pünktlich fertig und alles wurde in den Bus eingeladen, sodass wir uns eine halbe Stunde früher als geplant an die Rückfahrt machen konnten. Nachdem wir schon eine knappe Stunde unterwegs waren, fiel unserer Busfahrerin siedend heiß ein, dass sie zwar alle unsere Gepäckstücke und Instrumente in den Bus eingeladen hatte, jedoch ihren eigenen Koffer im Hotel vergessen hatte. Also kehrten wir nochmal um und bekamen so eine Extra-Runde in Prag ;-).
Nachdem nun wirklich alles verladen war machten wir uns zum zweiten Mal an diesem Tag auf die Rückreise. Auch das kann nicht jeder von sich behaupten, an ein und demselben Tag zweimal aus der gleichen Stadt abgereist zu sein :-).
Nahe der deutschen Grenze - genaugenommen acht Kilometer südlich der Stadt Marienbad - machten wir Halt bei der westböhmischen Familienbrauerei Chodovar. Dort bekamen wir eine Brauereiführung und konnten uns im Anschluss im Restaurant, das sich im 800 Jahre alten Kellergewölbe befindet, einmal mehr von der hervorragenden Qualität der böhmischen Küche überzeugen. Natürlich gehörte auch eine Bierverkostung mit dazu.
Frisch gestärkt traten wir nun endgültig den Heimweg an. Müde aber mit vielen tollen Eindrücken erreichten wir am Abend Gersthofen.
Die Fahrt nach Prag war für das Orchester wieder ein besonderes Erlebnis, bei dem wir nicht nur die schöne Stadt Prag, die Musik und das Essen genossen, sondern auch die tolle Gemeinschaft.

Vielen Dank

Ein herzliches Dankeschön geht an die Sing- und Musikschule Gersthofen, die Organisatoren der Fahrt und alle, die uns wieder so toll unterstützt haben. Namentlich genannt seien hier Armin Gaurieder, Robert Kraus, Stefanie Saule und Maria Vogel. Ein besonderes Dankeschön geht natürlich auch an unseren Dirigenten Franz Schlosser.


Accordimento Gersthofen
Oktober 2016
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2 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 18.10.2016 | 23:52  
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"Accordimento" Akkordeonorchester der Sing- und Musikschule Gersthofen aus Gersthofen | 22.10.2016 | 14:48  
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