Ein Sonntagskind wird 90: Dietrich Papke ist noch immer aktiv

Martha und Dietrich Papke- 63 Jahre verheiratet
 
63 Jahre glücklich verheiratet

Kindheit in Ostpommern

Aufgewachsen ist Dietrich Papke an der Ostsee, im Kreis Stolp in Ostpommern
(jetzt Polen): mit Fisch, Buttermilch und Pilzen wurde er großgezogen.
Seine Mutter sagte zu ihm: „ Junge, Du bist ein Sonntagskind, Du wirst immer Glück haben im Leben.“
Viel hat er erlebt in den 90 Jahren, obwohl es mit einem schwachen Auge als Geburtsfehler nicht optimal begann.

Dietrich Papkes bewegtes Leben

Mit 17 Jahren kam er direkt von der Handelsschule zur Wehrmacht. Pilot konnte er wegen seinem Auge nicht werden, er hatte Glück und kam als Wachsoldat ins Führerhauptquartier, die Wolfsschanze bei Rastenburg, welche 1944 aufgelöst wurde.
Danach kam er mit dem Flieger nach München, von dort nach Salzburg, wieder nach Berlin und dann nach St. Johann in Tirol, von dort zu Fuß nach Reit im Winkl, wo er vor Kriegsende zu dritt 3 Monate in den Bergen im Zelt verbrachte. Von Oktober 1945 bis Februar 1946 war er als Gefangener in Oberpfaffenhofen, seine Englischkenntnisse nützten ihm bei den Amerikanern.
Er kam dann an den Flugplatz Gablingen, durfte in der Küche Gläser spülen. Frau Schmoll aus Stettenhofen holte dort regelmäßig die Küchenabfälle ab, er hatte darin Schokolade versteckt- es war die erste Schokolade im Leben ihrer Tochter! Er durfte sie, obwohl bei den Amis immer noch interniert, in Stettenhofen besuchen.
Dort war eine hübsche junge Frau aus der Nachbarschaft auf Besuch – sie hatte es ihm angetan und er wußte sofort: „ Die will ich haben und sonst keine“ - und er hatte die Gunst seiner Martha schnell gewonnen.

63 Jahre glücklich verheiratet

Inzwischen sind sie ( am 22. 08.2016!) 63 Jahre verheiratet. Papke wohnte bis 1951 in Langweid, seither zusammen in Gersthofen, von wo Martha stammt.
Die Ehe ist glücklich, aber kinderlos. Lange Jahre arbeitete er bei den Farbwerken Hoechst, bevor er 1966 für ein paar Jahre in Versicherungen beschäftigt war, zuletzt hat er Büromöbel verkauft.

Seine Hobbys

Mit über 40 Jahren hat er mit seiner Frau noch einen Schwimmkurs gemacht, noch heute geht er gern schwimmen. Er war regelmäßig in den Bergen bei vielen Touren.

1982 hatte er eine Ballonfahrt unternommen, auf sein Bitten hin ging die Fahrt bis auf 3000 Meter Höhe, von wo er beeindruckende Fotos mit Fisheye- Vorsatz fertigte.
Reisen führten Ihn viel in die Welt, den Gran Canyon hat er von oben betrachtet, in Norwegen war er und zum Abschied vom Berufsleben bescherten ihm seine Kollegen einen Alpenrundflug.

Seine große Passion ist das Fotografieren: von Gersthofen hat er viele Bilder, die das Werden der Stadt ab 1951 bis heute dokumentieren, diese hat er zu seinem Diavortrag „Gersthofen einst und jetzt“ zusammengetragen. Insbesondere das Entstehen des neuen Ballonmuseums hat er dokumentiert und damals auch in einer Ausstellung zur Eröffnung des Ballonmuseums dort präsentiert. Jahrzehntelang hatte er eine eigene Dunkelkammer.Unzählige Diavorträge hat er mit Akribie zusammengestellt.
Auch jetzt fotografiert er noch regelmäßig und ist auch noch auf digital umgestiegen.

immer noch aktiv

Er geht immer noch regelmäßig bei TSV Gersthofen zur Gymnastik und hält sich mit Radeln weiterhin fit - ein e-bike braucht er noch nicht, er kommt auch so noch jeden Berg hoch. Papke sagt von sich, daß er „ ein verrückter Radler ist, seine Gelenke bewegen will und nirgends absteigt.“ Vor drei Wochen ist er mit dem Rad in Kissing gewesen- 65 km hin und zurück!
Die Pommersche Landsmanschaft besucht er monatlich bei ihren Treffen in Augsburg.

Seit ein paar Jahren kommt er etwas weniger zu seinen Hobbys, da er seine seh- und gehbehinderte Frau pflegen und im Haushalt unterstützen muß. Seine Biografie ist sein nächstes Projekt.

Er mag gern süßes, gerade jetzt schwelgt er in der Zwetschgendatschi- Zeit.
Sein größter Wunsch wäre ein Foto vom Flugplatz Gablingen aus den Zeiten während oder die Jahre nach Kriegsende.

Sein Lebensmotto

Sein Lebensmotto ist „ immer positiv denken“. Ob seine Mutter recht hatte, daß er ein Glückskind sei, habe ich ihn gefragt. Bis auf gesundheitliche Probleme mit hohem Blutdruck und jetzt 5 Stents im Herzen habe sie Recht behalten und er betrachtet sein Leben zufrieden und glücklich.

So wünschen wir ihm noch weiterhin gute Gesundheit, viel Kraft für seine jetzt 91jährige Martha und viele Freude weiterhin beim Radeln und Fotografieren!
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 03.09.2016
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1 Kommentar
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Heinrich Wörle aus Gersthofen | 31.08.2016 | 16:36  
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