Ein Abend mit Monika Gruber

Monika Gruber sinniert über "Glück"
Eine bis auf den letzten Platz besetzte Stadthalle mit Besuchern aus nah und fern und eine Monika Gruber, die alle Register ihres Könnens zog. Sie startete ihr Soloprogramm "Irgendwas is' immer" recht vielversprechend mit der Warnung, die Besucher in der ersten Reihe seien durch ihre feuchte Aussprache gefährdet. Das war natürlich nicht der Fall aber sie nutzte ihr Stimmvermögen voll aus. Mal sanft wie ein Kätzchen, dann rau wie Schleifpapier oder grell, wenn sie sich mit überschlagender Stimme empörte. Empörung, über eine Gesellschaft mit massiven Fehlentwicklungen. Auf ihrer Liste standen z. B. Pseudodepressionen, die in unseren guten Zeiten überhand nehmen würden. In den Nachkriegsjahren hätte man keine Zeit für Depressionen gehabt. Oder Kindererziehung, bei denen Eltern ihr Kind als ein Projekt betrachten, in das investiert werden muss; mindestens drei Sprachen sollte es beherrschen und dann den "Bachelor" machen. Sarkastische Betrachtung zur Pharmaindustrie. Sie entwickle Arzneimittel, zu denen die passende Krankheit erst gefunden werden muss. Natürlich hatte sie das Publikum voll auf ihrer Seite, das fast jeden Satz mit herzhaftem Lachen quittierte.

Sie scheute kein Thema und streifte verschiedene Affären wie z. B. von der Landeszentralbank, über Bayern-Manager Hoeneß oder Bundespräsident Wulff. "Moral müsse man sich leisten können". Für Hoeneß wäre es eine richtige Strafe gewesen, hätte man ihn zum Präsidenten der 1860er gemacht... Solche Aussagen kamen natürlich beim Publikum gut an. Schwieriger wurde es bei der Frage "Was ist Glück". Ein bisschen Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis. Dabei würde auch "Geld nicht unglücklich machen". In den Betrachtungen über Lebenssinn und Glück meldete sich auch Gott zu Wort, der Sprache nach als Österreicher. Ein etwas gewagter Einfall. Dialoge mit religiösen Symbolfiguren gleiten zu leicht in seichte Unterhaltung ab. Dagegen kommt das plakative Zeigen einer gesunden Abneigung gegen "die Preußen", immer gut an, besonders wenn sie ihren niederbayerischen Dialekt vollmundig einsetzte. Das Publikum war entzückt.

Bewundernswert, wie Gruber ihr Soloprogramm präsentierte. Es machte ihr offensichtlich Spaß und sie kokettierte mit dem lachbereiten Publikum, natürlich besonders mit den Besuchern in der ersten Reihe. Die Kabarettistin, Schauspielerin und Buchautorin zeigte in ihrem Vortrag, dass sie eine Anhängerin des "gesunden Volksempfindens" ist. Sie schaut dem Volk gerne auf's "Maul" und findet dort Anregungen für ihr Programm. Politisches Kabarett kommt wenig zum Zug. Dass sie damit richtig liegt, zeigen die Lachstürme, die sie bei den Besuchern entfesselt. Dazu passt auch gut ihr erstes Buch "Man muss das Kind im Dorf lassen" das nach der Vorstellung im Foyer der Stadthalle angeboten und von vielen Besuchern gekauft wurde. "Irgendwas is' immer" nötig, um sich an einen witzigen Abend mit einer exzellenten Monika Gruber zu erinnern.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 05.07.2014
myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 18.12.2014
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