Büffeljagd in Batzenhofen

Frieden und Zusammenarbeit von Indianern und Weißen – vorne Farmerjunge Tobi (Niels Beier-Rieck)
 
Voller Einsatz – Einer der Kinderchöre der Sing- und Musikschule

Das Kinder-Musical „Wakatanka" begeistert 700 Besucher in der Mehrzweckhalle Batzenhofen

„Hough, Wakatanka“, hallt es durch die Prärie. Die Sonne taucht ein Indianerdorf samt Tipis, Tierfellen und Lagerfeuer in ein warmes Licht, als der Häuptling Wachsames Auge den Stamm mit seinem Gruß weckt. Diese Szene scheint der weiten Prärie des Wilden Westens Nordamerikas entsprungen, spielte aber tatsächlich in der Mehrzweckhalle in Batzenhofen, die für ein Wochenende zur Heimat des Indianerstammes Wakatanka wurde.

Die Gersthofer Blasharmoniker hatten in Zusammenarbeit mit der Sing- und Musikschule Gersthofen das Kinder-Musical „Wakatanka“ auf die Bühne gebracht. Zwei Chöre und zahlreiche Solosänger der Musikschule sowie die Musik der Blasharmoniker nahmen 700 Besucher in drei Vorstellungen mit auf die abenteuerliche Suche nach dem Bison. Die Kulisse, die die Blasharmoniker mit Hilfe von Spenden und eigene Konstruktionen zusammentrugen, zeigte neben dem Indianerdorf auch die Stadt der Weißen in Form einer Saloon-Front. Und auch die teilweise aufwändig von den Eltern der Kinder gestalteten Kostüme schufen eine filmreife Atmosphäre.

Die Schamanin Carola Funk-Wittmann, die einzige Erwachsene auf der Bühne, band als ausdrucksstarke Erzählerin die zahlreichen Kinder im Publikum in das Geschehen ein. Der Nachwuchs des Indianerstammes machte sich auf die Suche nach dem verschwundenen Bison, um dem Hunger ihres Volkes ein Ende zu setzen. Dabei trafen sie, angeführt vom Häuptlingssohn Kleiner Bär (Ian Deniz) und dem Indianermädchen Kleine Butterblume (Sophie Eberle), auf den überheblichen Revolverhelden Billy (Christopher Kumpfe), den hilfsbereiten Farmerjungen Tobi (Niels Beier-Rieck) und sogar auf den Westwind mit Namen Wendelin Blasebalg (Katja Bohlken). Zum erhofften Erfolg ihres Abenteuers verhalf den jungen, tapferen Indianern die Zusammenarbeit mit den Weißen. Zurück im Dorf, wurden die Kinder von Häuptling Wachsames Auge (Tobias Kaltenstadler) und Medizinmann Schlauer Fuchs (Nico Vogelhuber) begrüßt, die nach dem Erfolg der Reise Frieden mit dem Weißen Mann schlossen. Genau dies war auch die Botschaft des Musicals: Frieden und Zusammenarbeit statt Fremdenfeindlichkeit und Ignoranz. Eindrucksvoll vermittelten dies die Akteure auf der Bühne mit dem Schlusslied „Hände“, das die Aufführung mit einer Weisheit enden ließ: „Hände allein können nicht denken, wir sind es, die Hände lenken.“

Begeistert von den musikalischen Darbietungen der mit vollem Einsatz singenden Kinder auf der Bühne, würdigte das Publikum die Leistungen der Sänger und Musiker bereits wiederholt mit Zwischenapplaus, bevor sich die jungen Darsteller nach dem Finale tosendem Beifall gegenüber sahen und erst nach Zugaben von der Bühne gelassen wurden.

Andreas Landau, Vorsitzender des Gersthofer Blasharmoniker bedankte sich am Ende für die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten: Manfred Lamprecht hatte die Regie übernommen, Robert und Susanne Kraus leiteten die Vorbereitungen der Sing- und Musikschule und Ulrich Fischer studierte mit der Musicalbesetzung die Musik ein, während der Großteil der Blasharmoniker mit der Organisation der Aufführungen beschäftigt war.

Als die Scheinwerfer abgeschaltet wurden und die Sonne über Batzenhofen langsam unterging, ritt diesmal kein einsamer Cowboy nach Westen, sondern eine strahlende Schar von Sängern, Musikern und Zuhörern machte sich, den ein oder anderen Ohrwurm pfeifend, zufrieden auf den Heimweg.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 01.07.2011
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