Theater Gersthofen präsentiert "Bixlmadam"

Preusse Hasselblad (Julian Poppe) lernt Schnupftabak kennen
Theater Gersthofen präsentiert „Bixlmadam“

„Man gönnt sich ja sonst nichts“, könnte der Besucher der Bayerischen Komödie „Bixlmadam“ in der Stadthalle Gersthofen sagen. Das Stück, aufgeführt vom Theater Gersthofen, bescherte dem Publikum zwei vergnügliche Stunden, die in einer ansonsten spannungsgeladenen Zeit mit all ihren Kümernissen gut taten.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Drei Freunde, ihres Zeichens „Rosstäuscher“, verschlägt es infolge widriger Umstände in ein vermeintlich „vornehmes“ Hotel, das so gar nicht ihre Kragenweite ist. Sie machen das Beste daraus und widmen sich den zwei weiblichen Gästen, einer „Madame“ und einer Unternehmerwitwe.. Madame sieht in den Männern eine Geldquelle; sie ist eine „Manntäuscherin“.... In einer bierseligen Stunde schließen die drei Rosstäuscher eine Wette ab. Wettobjekt ist ausgerechnet Madame. Sie soll von den drei Freunden becirct werden um an ihr Geld ran zu kommen. Das Hotelpersonal amüsiert sich köstlich und gibt mit Rat und Tat den Wettkandidaten Hilfestellung. Mit dabei ein Journalist, der zudem noch Preusse ist. Er ist am Ende des Stücks der lachende Gewinner, der sich über eine Einladung ins Ferienhaus der Witwe freuen kann, die Rosstäuscher müssen bei „Madame“ einen Verlust verbuchen.

Die Rollenbesetung ließ keine Wünsche offen. Das Hotelpersonal, vertreten durch Michael Fischer (Hotelier), Mac Tanzer (Multitalent) und Regina Stanglmeier (Kamoflage) ließen sich voll auf ihre skuriele Gästeschar ein, ohne dabei auf derben Humor zurück zu greifen. Stanglmeier betrachtete das Balzverhalten der Rosstäuscher amüsiert und mischte selbst reizvoll ein wenig mit. Den drei Rosstäuschern (Peter Eder, Wolfgang Schwarzer und Lukas Kiermeyr) nahm man ihre Schlitzohrigkeit voll ab. Rosstäuscher Kiermeyr hatte Probleme mit seinem Holzbein – vielleicht sollte er sich auf seinem Kanapee ausruhen... Wortführer Peter Eder machte auch im hellen Sommeranzug eine gute Figur. Das Preussenklischee wurde durch Julian Poppe voll bedient – was täten die bayerischen Komödienschreiber ohne die Preussen ..? Köstlich seine Humpelei nach der Wanderung mit Bärbel Schubert. Diese spielte überzeugend ihre Rolle als betuchte Unternehmerwitwe. Auffallend ihre elegante Garderobe. Und nicht zu vergessen: Petra Salgado (Madame) und Mac Tanzer (Multaliteur) rundeten den positiven Eindruck des Ensembles gekonnt ab – Madame gab sich etwas verrucht.

Die Bühnenkulisse war wieder ein Glanzleistung. Die Hotelrezeption verriet Liebe zum Detail. Interessant die Information der Besucher über die vergangene Zeit zwischen den einzelnen Szenen mittels Anzeigetafeln („zwei Stunden später...“). Abschließend, nach der Ernüchterung über das raffinierte Verhalten von „Madame“, wurde männlicherseits die Frage gestellt „Ich möcht' bloß wissen, warum wir Männer alle weil so blöd sind?“ Ja, so sind's halt die Mannsbilder...
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 07.05.2016
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