Khao Lak ein Urlaubsziel mit trauriger Geschichte

   

Zusammen mit meiner Frau werde ich im Dezember 2007 meinen Urlaub in Khao Lak verbringen. Wir freuen uns auf Sonne, Meer und Strand. Bei aller Urlaubsvorfreude wollen wir aber nicht vergessen, was sich in dieser thailändischen Ferienregion am 26.12.2004 ereignet hat. Man sollte sich bewusst sein, auf welchem Boden und an welchen Stränden man sich bewegt und derer gedenken, deren Urlaubsreise an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 ein fatales, jähes und trauriges Ende nahm.

Die Morgensonne des 26. Dezember 2004 liegt über den Stränden von Khao Lak.

Es ist 9.30 Uhr Morgens, die ersten Urlauber befinden sich schon an den schönen Stränden der beliebten thailändischen Ferienregion, andere genießen das Frühstück auf den Terrassen ihres Hotels oder liegen noch schlaftrunken in den Betten ihres Urlaubs-Domizils.

Vor aller Augen spielt sich ein Naturschauspiel der besonderen Art ab, von dem noch keiner ahnt, was für schreckliche und tödliche Folgen es für Tausende von Menschen haben wird. Das Meer hat sich zurückgezogen und gibt den Blick frei auf die vorgelagerten Riffe und Steinformationen, die normalerweise unter Wasser liegen.

Die ersten Photoapparate werden gezückt, gilt es doch diese Situation festzuhalten. Touristen und Einheimische
stehen zusammen, Gründe für dieses Phänomen werden gesucht. So mancher gab dem derzeitigen Vollmond die Schuld hierfür, nur die wenigsten erkannten darin die Vorboten einer Naturkatastrophe biblischen Ausmaßes.

Auch das englische Ehepaar Knill drückt auf den Auslöser ihrer Digitalkamera als die erste Welle das "Andaman Beach Resort" erreicht. Ihre Bilder werden in den nächsten Wochen um die Welt gehen, dass Ehepaar Knill hingegen, hielt die letzten Sekunden ihres Lebens fest. Beide starben an der Küste von Khao Lak, nur die Memorycard der Kamera wurde später unversehrt geborgen.

Die Bilder 1-3 zeigen diese letzten Minuten. Besonders bei Bild 3 wird deutlich, wie die Gefahr unterschätzt wurde. Eine Thailänderin macht sogar noch Bilder kurz vor dem Einschlag der ersten Welle.

Die Flutwelle erreicht nun die Hotelanlagen und Wohnhäuser. Die Wucht der Welle reißt alles mit sich. Autos, Schiffe, Ferienbungalows, Bäume und die Menschen. Wer noch kann rettet sich auf Gebäude oder läuft um sein Leben. Die meisten Flüchtenden werden aber von den Wassermassen schnell eingeholt und zusammen mit den Trümmern im Wasser mitgerissen.

Besonders schwer wütet die Welle in dem von überwiegend deutschen Urlaubsgästen bewohnten "Magic Blue Lagoon".
Viele der Gäste sitzen noch in der , zum Meer offenen Frühstückslobby als die Welle hereinbricht. Allein in diesem Hotel sterben in diesen Minuten 151 Gäste und 54 Angestellte. Nur 2 Urlauber sollen sich aus dem Frühstücksraum haben retten können, so ein Augenzeuge aus Deutschland.

Die Bilder aus diesem Hotel gehen in den nächsten Tagen über alle Sender. Mahnend und bewacht steht es noch heute auf Khao Lak (Siehe Bild 6), für 2008 ist aber seine Wiedereröffnung geplant. Selbst 2006 wurde noch mit Suchhunden nach Vermissten gesucht. Die Bewachnung scheint wohl leider nicht nur aus diesem Grund nötig, denn immer wieder suchen Tsunami-Touristen nach Souvenirs in dieser als "Todeshotel" bekannt gewordenen Anlage. Traurig aber wahr und an Geschmacklosigkeit wohl nicht zu überbieten.

Auf Phuket hingegen rettet in diesen Minuten ein zehnjähriges Mädchen aus England rund hundert Urlaubern das Leben. Ihr Erdkundelehrer hatte seinen Schülern die Entstehung eines Tsunamis erklärt, so dass das Mädchen die Vorzeichen erkannte und ihrer Mutter dies mitteilte. Daraufhin wurde der Strand des Hotels, in dem das Mädchen war, geräumt, ebenso der Nachbarstrand. Auf beiden Anlagen wurde dadurch niemand schwer verletzt.

Auf Khao Lak und den anderen betroffenen Regionen von Thailand zieht sich nun das Meer wieder zurück und das ganze Ausmaß der Tragödie wird langsam sichtbar. Überall liegen Trümmer und Leichen. Menschen schreien nach Hilfe oder ihren Angehörigen. In Deutschland gibt es die ersten Meldungen über ein Seebeben in Südost-Asien.

Das bergen der Opfer beginnt, ebenso die Versorgung der vielen Verletzten. Die thailändische Bevölkerung dieser Region, fast jeder hat selbst in der Familie ein Opfer zu beklagen oder sucht nach einem Angehörigen, stehen in diesen schweren Momenten den ausländischen Urlaubern bei.

Was die thailändische Bevölkerung in den Stunden und Tagen nach dem Tsunami an Menschlichkeit und Liebe ihren Gästen entgegenbrachten, ist wohl auch heute mit ein Grund dafür, dass sich diese Region von dieser Tragödie erholt hat. Viele neue, aber auch ehemalige Gäste reisen wieder nach Khao Lak oder Phuket.

Die Spuren sind auch heute noch sichtbar. Ein Memorial Park ist entstanden in dessem "Gedächtnisgang" einer Seite mit den Namen und Staatsbürgerschaften der Getöteten versehen wurde. In Thailand starben an diesem Tag mehr als 5000 Menschen (überwiegend auf Khao Lak und Phuket). Am Bang Niang Highway liegt inmitten von Wiesen ein Polizeiboot. Es war am 26. Dezember zum Schutz des Enkels der Königsfamilie im Einsatz, der dennoch ertrank. Das schwere Boot wurde von der Welle anderthalb Kilometer weit ins Landesinnere getragen.

Dann sieht man immer wieder die Photos von Menschen die hier ihr Leben lassen mussten. Ihre Bilder hängen an Bäumen, Hauswänden oder liegen mit Muscheln beschwert und Blumen geschmückt einfach an jener Stelle wo sie gefunden wurden. Ein letzter Gruß eines Freundes oder Angehörigen. Einfach ein Zeichen dafür das sie nicht vergessen sind.

Menschen wie der Schweizer Marco Bassi sind ein weiterer Garant für die Zukunft dieser Küstenregion. Schon kurz nach dem Tsunami gründete er das "Khao Lak Help Projekt" und leistet bis heute wichtige Beiträge zum Wiederaufbau der Region. Diverse Projekte sind durch seinen Einsatz und Spendengelder die er sammelte, erst möglich geworden.

Heute sind überall sogenannte Tsunami-Wegweiser zu finden, die im Ernstfall Leben retten sollen. Zusammen mit dem neu installierten Frühwarnsystem trägt dies zu etwas mehr Sicherheitsgefühl bei. Die Behörden haben entlang der 800 Kilometer langen Westküste 100 Warntürme gebaut, die die Menschen vor einem heran nahenden Tsunami warnen sollen. Die Türme sind per Satellit mit einer Boje hunderte Kilometer vor der Küste verbunden.

Eines aber ist Gewiss, der Blick auf das Meer ist seit diesem 26.12.2004 ein Anderer.

In Gedenken an die über 250.000 Tsunami-Opfer vom 26.12.2004.
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2 Kommentare zum Beitrag
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Stephan Lott aus Gersthofen am 01.06.2007 um 18:02 Uhr  
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Dagmar ... aus Krumbach am 02.06.2007 um 14:47 Uhr  
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