Dominos Reise ins Glück

Spanische Waisenhunde
 
Flughafenatmosphäre
 
Fachsimpeln unter Tierfreunden

Madrid im November? Für viele vielleicht kein lohnendes Reiseziel. Doch für uns war es auch nur ein kurzer Aufenthalt dort, denn wir waren nur für einen Tag in Spanien. Verrückt ist das natürlich, doch die Reise war ja auch nicht nur für uns bestimmt, sondern für Domino, einen hübschen Spanier!
Wir waren Flugpaten!
Und was das ist und wie toll das funktioniert hat, darüber möchten wir berichten:


In Spanien gibt es, wie in vielen anderen südlichen Ländern, eine Menge Straßenhunde und –katzen. Meist werden sie eingefangen und in den städtischen Tierheimen (Perreras) nach einer gewissen Wartezeit (meist 10 – 21 Tage) getötet, egal ob jung oder alt, gesund oder krank. Die Vermittlungschancen im eigenen Land sind sehr schlecht, denn die Spanier holen sich dann doch lieber einen jungen Hund vom Züchter und auch diese werden oft vom eigenen Besitzer irgendwann in der Perrera entsorgt. Also wird auch weiter gezüchtet und es beginnt ein endloses Elend.

Nun haben es sich in den letzten Jahren viele Tierschutzorganisationen zur Aufgabe gemacht, diese südländischen Tiere vor der Tötung zu retten und im Heimatland zu vermitteln. Und zwar hauptsächlich Tiere, die bei uns nicht im Tierheim zu finden sind: gesunde, junge, sozialisierte Hunde, oft kleine süße Mischlinge oder auch richtige Rassetiere. Durch die Vermittlung wird auch keinem Tier, das zum Beispiel in einem deutschen Tierheim sitzt, die Chance auf einen Platz genommen. Denn verantwortungsbewusste Organisationen „importieren“ keine schlecht vermittelbaren Tiere, die zuhauf auch bei uns in den Tierheimen anzutreffen sind.

Um diese Tiere aber erst mal ins eigene Land zu bekommen und da die Tiere nicht ohne menschliche Begleitung im Flugzeug transportiert werden dürfen, sind die meisten Tierschutzvereine, die im Ausland aktiv sind, auf so genannte „Flugpaten“ angewiesen - und hier kommen wir ins Spiel!
Denn das wollten wir einfach mal testen!

Natürlich haben wir in den Wochen vor unserem Flug bereits alle Flugzeiten und Treffpunkte und mit der Tierschutzorganisation „Spanische Waisenhunde“ abgesprochen und alle wichtigen Telefonnummern ausgetauscht. So standen wir also pünktlich mit unserer Telefonliste bewaffnet (sicher ist sicher!) am Madrider Check-in unserer Fluglinie und warteten auf die ersten „Mitreisenden“. Diese waren uns auch schon vorher bekannt gegeben worden – alles per email und mit Foto, so dass wir unsere Tiere auch erkennen würden. Mit uns würden also 2 Hunde und 1 Kater und 2 Katzenbabys fliegen.

Wir hatten uns 2 ½ Stunden vor Abflug verabredet und schon bald kam die erste Dame mit den ersten Kabinengästen: die 2 kleine Katzenbabys (8 Wochen). Wir hatten Glück, denn Jutta von der Organisation ALBA (www.albaonline.org) ist eine ausgewanderte Deutsche und spricht somit fließend deutsch und spanisch. Die 2 Kätzchen waren sehr ruhig und schliefen schon gleich auf dem Flughafen ein. Der nächste Ankömmling war unser stattlicher Kater Turko (von ANAA, www.anaaweb.org), ein wunderschöner Siamkater mit blauen Augen. Auch er saß bereits in seiner Transportbox (Kennel) und schien die ganze Sache gelassen zu sehen.

Zuletzt liefen dann die beiden Hunde von den Spanischen-Waisenhunden (www.spanische-waisenhunde.de) mit ihrer Betreuerin Angeles ein:
Pigy, ein niedlicher Dackelmischling und Domino, ein wunderschöner „Golden“ Dalmatiner, das ist ein Dalmatiner mit hellbraunen Punkten. Ein hübscher Kerl.

Somit war unsere Reisegruppe vollständig.

Zunächst wurden dann erst mal die Impfausweise und Dokumente der Tiere an uns übergeben und auf unseren Wunsch auch erklärt. Den Impfpass sollte man sich natürlich hinsichtlich der gemachten Angaben ansehen und ca. die Rasse/Aussehen/Größe prüfen, damit es bei der Einreise keine Missverständnisse gibt. Außerdem dürfen nur geimpfte und mit einem Mikrochip versehene Tiere eingeflogen werden. Natürlich hat alles bei unseren Tieren gepasst und somit verfrachteten wir die beiden Hunde in ihre Kennels und ab ging´s zum Schalter.

Auch hier hatten wir eher eine Statistenrolle eingenommen, denn Jutta und Angeles regelten die Sache für uns. Die Hunde, die ja aufgrund ihres Gewichtes und Größe im Frachtraum transportiert wurden, wurden zum Sperrgepäck-Schalter gebracht, wobei Angeles auch hier noch immer begleitete. Und bei den Hunden war´s das dann auch schon, sie würden wir erst bei Ankunft wieder sehen und somit verabschiedeten wir uns auch von Angeles, die ja noch viele weitere Hunde zu versorgen hat.

Die Katzen, die ja als Handgepäck in der Kabine mitfliegen können, hatten wir inzwischen auf dem Gepäckwagen deponiert und fuhren mit ihnen zur Sicherheitskontrolle. Bis hierher begleitete uns nach wie vor die deutschsprachige Jutta, um sicher zu gehen, dass wir auch hier keine Probleme bekommen würden.
Das haben wir auch nicht, aber hier ist trotzdem eine Schwachstelle, da manche Sicherheitsbeamte verlangen, die Katzen (oder auch kleine Hunde) aus der Box zu nehmen. Hier vermittelte doch wieder Jutta für uns, so dass die Katzen einfach auch „durchröntgt“ wurden („einmal macht schon nichts!“) und wir somit auch hier abgefertigt waren. Mit heftigem Winken verabschiedeten wir uns dann noch mal von der hilfsbereiten ALBA-Dame und warteten auf unseren Flug (die Katzen schliefen).

Endlich durften wir dann das Flugzeug besteigen und erkundigten uns sicherheitshalber bei den Flugbegleitern, ob auch unsere Hunde mit an Bord sind. Dies wurde uns auch freundlich bestätigt und nachdem wir auf unseren Plätzen waren, verstauten wir wie gefordert, die Boxen mit den Katzen unter den Vordersitzen.

Der Flug war angenehm, die Kätzchen schliefen, einzig der Kater Turko miaute kurz nach dem Start ab und zu, aber bei den Fluggeräuschen hörte man das eh kaum. Es verlief also auch der Flug ruhig und entspannt. Die Katzen wirkten auch nicht sehr gestresst und darüber waren wir dann doch erstaunt!

Nach der Landung in München bekamen wir dann auch recht schnell unsere Hunde bei Sperrgepäck zurück und auch die beiden waren recht gelassen! Somit konnten wir auch gleich durch die Zollkontrolle und wie zu erwarten war, wurden wir nicht mal angesprochen oder aufgehalten. Also nichts wie raus!

Womit wir nicht gerechnet haben war dann diese überwältigende Freude bei den Abholern!!

Pigy, unser Dackelmix wurde von Mutter und Tochter schon sehnlichst erwartet. Die beiden hatten mit Wasserschüsselchen und Futter vorgesorgt und drückten den etwas verdutzten Hund fest an sich. Da flossen fast schon die Tränen!

Die Kätzchen wurden uns ebenfalls gleich abgenommen und die Dame bedankte sich vielmals für unsere Mithilfe.

Turko, der hübsche Siamkater wurde von seinem neuen Besitzer abgeholt, der ihn beinahe persönlich in Madrid abgeholt hätte und überglücklich über unsere Patenschaft war. Er bedankte sich mit einer süßen Überraschung bei uns.

Am Flughafen wurden dann natürlich wieder sämtliche Papiere den neuen Besitzern übergeben. Die Transportboxen werden ebenso von den Abholern mitgenommen und wieder zurückgeführt.

Tja und Domino, der hübsche braun gepunktete Dalmatiner?
Der durfte erst mal mit uns nach Hause fahren, denn wir haben ihn als Pflegehund zu uns geholt. Nachdem wir ihn dann aus der Box befreit hatten, freute er sich auch wie wild, als ob er schon immer zu uns gehört hätte und dann machten wir uns mit ihm auf die Heimreise.

Unser Ergebnis:
Flugpate zu sein macht Spaß und ist nicht mit irgendwelchen Kosten für den Reisenden verbunden. Der Aufwand ist auch für den Flugpaten sehr gering, vor allem wenn man nur einen Hund im Frachtraum mitnimmt. Jeder kann hier auf seinem Rückflug aus dem Urlaub ein gutes Werk tun und einem oder mehreren Vierbeiner somit einfach das Leben retten.

Denken Sie das nächste Mal daran, wenn Sie einen Flug aus dem Süden nach Deutschland buchen und informieren Sie sich zum Beispiel bei www.flugpaten.de über den Ablauf einer Flugpatenschaft.

Wir werden es jedenfalls gerne wieder machen!

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Martina Dreier aus Gersthofen am 27.11.2007 um 14:44 Uhr  
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