2015 stand die GIGA im Mittelpunkt: Günter Gaugenrieder vom BDS über das wirtschaftliche Jahr in Gersthofen

Günter Gaugenrieder eröffnet die erste Gersthofer Industrie- und Gewerbeausstellung in der Stadthalle
 
Das erste Fazit der GIGA fiel sowohl beim Organisationsteam als auch bei den Ausstellern positiv aus
 
Gaugenrieders Wunsch für die nächste GIGA: auf dem Rathausplatz vor der Stadthalle soll mehr los sein
Günter Gaugenrieder ist Vorsitzender vom Bund der Selbstständigen (BDS) in Gersthofen. Zusammen mit seinem Team organsierte er 2015 die erste Gersthofer Gewerbe- und Industrieausstellung (GIGA). Über die GIGA und den Gersthofer Einzelhandel erzählt er im Interview.

mh bayern: Unter Ihrer Federführung wurde die erste GIGA veranstaltet. Warum sahen Sie die Notwendigkeit, eine Industrie- und Gewerbeausstellung für Gersthofen zu organisieren?

Günter Gaugenrieder: Der Bund der Selbstständigen (BDS) in Gersthofen wollte den Bewohnern vor Ort nahebringen, welche Fachbereiche wir in Gersthofen haben. Die ganze Bandbereite der Dienstleistungen, der Einzelhandel, das Handwerk und die mittelständische Betriebe sollten so die Möglichkeiten haben, sich zu präsentieren. Der Kunde soll wissen, dass er nicht weit fahren muss und alles vor Ort ist.

mh bayern: Welches Fazit zogen das Organisationsteam und die Aussteller nach dem GIGA-Wochenende?

Günter Gaugenrieder: Die Ausstellung lief insgesamt sehr gut. Ein Kritikpunkt war die Werbung und die wollen wir für die nächste Ausstellung 2017 definitiv verbessern und noch weitere Werbemaßnahmen ergreifen. Gersthofen selbst wurde gut beworben, aber das Umland wurde etwas vernachlässigt. Ansonsten waren wir mit dem Besucherandrang, mit dem Zeitpunkt und der Location zufrieden.

mh bayern: Eine Besonderheit der GIGA war die Azubi-Börse an am Samstag. Wie war hier die Resonanz?

Günter Gaugenrieder: Leider nicht so gut wie erhofft. Der Zeitpunkt war ungünstig, da die Schulen bereits am Freitag kamen. Allerdings waren die Schüler gut vorbereitet. Sie hatten Merkblätter dabei, die sie im Vorfeld erarbeitet hatten, und haben so den einzelnen Unternehmer gezielt Fragen gestellt, zum Beispiel nach Praktika. 2017 müssen wir die Azubi-Börse mit den Schulen besser abstimmen.

mh bayern: Bereits jetzt steht fest, dass es 2017 die zweite GIGA geben wird. Gibt es etwas, das Sie nächstes Mal anders machen wollen - abgesehen von der Werbung?

Günter Gaugenrieder: Neben der Azubi-Börse soll auch die Party, also die Abendveranstaltung, expliziter beworben werden. Das Rahmenprogramm werden wir beibehalten. Ein paar Aussteller mehr wären gut, damit der Rathausplatz voller wird und die Stadthalle, insbesondere unten im Foyer, stärker ausgelastet ist. Aber wenn wir die GIGA das zweite Mal veranstalten, dann machen sicherlich auch mehr Aussteller wird. Es gab jetzt einige Betriebe, die sich das Ganze zuerst mal ansehen wollen. Die Location selbst war gut gewählt. Auch am Termin wollen wir nichts rütteln: 2017 wird die GIGA wohl wieder Mitte bis Ende September an einem Wochenende stattfinden.

mh bayern: Einkaufen im Internet erfreut sich - sehr zum Leidwesen des Einzelhandels - großer Beliebtheit. Gibt es von Seiten des BDS in Gersthofen Ideen und Aktionen, um den Kunden die Vorzüge des lokalen Einzelhandels schmackhaft zu machen?

Günter Gaugenrieder: Genau das war der Sinn der GIGA: die vielen kleinen Fachgeschäfte, die Gersthofen hat, sollten sich präsentieren können. Der Kunde soll sehen, wo er Fachberatung bekommt und dass das genauso viel kostet wie im Internet oder nicht wesentlich teurer ist. Außerdem bieten die Händler vor Ort Service: Hat der Kunde technische Fragen oder will etwas reklamieren, dann hat er quasi vor der Haustür einen Ansprechpartner. Genau diesen Service wollen wir in naher Zukunft stärker fokussieren. Darüber wird sich im Januar der BDS bei seinem nächsten Treffen Gedanken machen. Da 2016 keine GIGA stattfinden wird, wollen wir zwei oder drei Veranstaltungen zusammen mit dem Einzelhandel auf die Beine stellen.

mh bayern: Die Attraktivitätssteigerung der Gersthofer Stadtmitte ist ein Dauerbrenner. Auch für den Einzelhandel ist das ein wichtiges Thema. Wo sehen Sie Verbesserungspotential? Hat der Einzelhandel konkrete Vorschläge zur Aufwertung des Zentrums?

Günter Gaugenrieder: Unser großer Pluspunkt sind die sehr guten Fachgeschäfte, die qualifizierte Mitarbeiter haben und in denen teilweise auch die Firmenchefs selbst im Laden stehen. Meines Erachtens müsste man nur das Innenleben des City-Centers etwas netter und freundlicher gestalten. Gerade samstags nach Ladenschluss oder sonntags sollten die Türen offen sein, damit der Kunde durch die Gänge streifen kann. Dafür sollten auch die Schaufenster ansprechender gestaltet werden. Gerade an einem Schlecht-Wetter-Wochenende wäre das eine tolle Sache. Das Café Ihle macht ja schon vor, wie das geht und präsentiert sich mit Kaffee und Kuchen. Ich denke, dass das City-Center so wieder mehr Zulauf bekommt. Das Problem mit Parkplätzen, dass ja vielerorts besteht, gibt es hier ja glücklicherweise nicht.

mh bayern: Wie sieht die Bereitschaft der Gersthofer Betriebe aus, Asylbewerber auszubilden? Oft wird ja über Nachwuchsmangel geklagt. Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden, damit die Ausbildung zum Erfolg führt?

Günter Gaugenrieder: Dieses Thema wollen wir vom BDS im Januar/Anfang Februar unseren Mitgliedsbetrieben näherbringen. Dazu wollen wir Herrn Konrad vom Gersthofer Unterstützerkreis einladen, der sich diesbezüglich gut auskennt. Denkbar wäre, dass er in einem Vortrag den Mitgliedsbetrieben erzählt, was die Flüchtlinge bereits können und wie die Bereitschaft bei ihnen ist. Wir sind da schon offen und werden dann sehen, ob wir Praktikumsstellen anbieten können. Die Flüchtlinge sollten eine Chance bekommen, zumal wir ja auch Bedarf haben, gerade im Handwerk. Voraussetzung ist jedoch, dass sie zumindest in den Grundzügen Deutsch beherrschen.

mh bayern: Der BDS hat in Gersthofen zum Muttertag Rosen verteilt. Wird es diese Aktion auch nächstes Jahr wieder geben? Was hat der BDS sonst noch für 2016 geplant?

Günter Gaugenrieder: Auch 2016 wird es definitiv wieder Rosen zum Muttertag geben. Ansonsten wollen wir, wie soeben gesagt, das Thema Asylbewerber angehen. Eine weitere große Aktion ist, dass wir den Gersthofern unser Netzwerk nahebringen wollen. Wie genau das dann aussehen soll, ist noch nicht klar. Vielleicht werden wir eine Broschüre drucken lassen, in der die ganzen Mitgliedsbetriebe des BDS aufgeführt sind, und werden die dann verteilen. Denkbar wäre auch ein Stand, um sich zu präsentieren. Wir wollen, dass die Kunden im Ort bleiben und nicht im Internet einkaufen. Das ist uns ein ganz großes Anliegen. Ab März/April beginnen dann die Planungen für die GIGA 2017. Das wird viel Zeit in Anspruch nehmen, da wir das ja alles ehrenamtlich machen.

mh bayern: Herr Gaugenrieder, vielen Dank für das Interview!
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 17.12.2015
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