Erste Erfolge der Praxisklasse Gersthofen - Bürgermeister Deffner will verstärkt unterstützen
Gersthofen (pm). Bei einem Vor-Ort-Termin am 17. Februar in der Hauptschule Gersthofen stellten die St. Gregor-Jugendhilfe und Schulleiterin Sigrid Puschner Bürgermeister Siegfried Deffner die Arbeit der neuen Praxisklasse vor. Sie überzeugten dabei so gut, dass Deffner spontan die Schirrmherrschaft für ein Ehrenamtlichenprojekt übernahm und die Zusammenführung der fachlichen Verantwortung für die gesamte Jugendsozialarbeit an der Hauptschule unter einem Dach befürwortete.
In der Praxisklasse Gersthofen erhalten derzeit 13 Jungen und zwei Mädchen die Chance zu zeigen, dass sie einiges auf dem Kasten haben, auch wenn ihre schulischen Leistungen bisher nicht gerade überzeugten. Ihre Stärken liegen in der praktischen Arbeit und nicht im theoretischen Lernen. "Wir machen die erstaunliche Erfahrung, dass sich häufig gerade die Schüler, die es im Unterricht überhaupt nicht schaffen, sich konstruktiv in die Klasse einzugliedern, draußen in den Betrieben sehr gut bewähren", berichtete Sozialpädagoge Michael Wallach bei einem ersten Reflexionsgespräch seines Trägers St. Gregor-Jugendhilfe und Schullleiterin Sigrid Puschner mit Bürgermeister Deffner. Wallach unterstützt die Klasse unter anderem durch die Vermittlung und Betreuung der Praktika in den Betrieben. "Die Gersthofer Betriebe begegnen uns dabei erfreulich offen und vorurteilsfrei." Ein Betrieb entwickele sogar erste Ideen für die Einrichtung spezieller Ausbildungsplätze, die an die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler angepasst sei, um diesen nach der Schule ein Ausbildungsverhältnis anbieten zu können.
Damit die positive Entwicklung der Jugendlichen durch ihre ersten Erfolgserlebnisse in der Praxisklasse sich auch nach der Schule fortsetzt, ist jedoch eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung nötig, die nach Beendigung der Praxisklasse nicht mehr durch den Sozialarbeiter geleistet werden kann. Die St. Gregor-Jugendhilfe hat in diesem Bereich gute Erfahrungen mit ehrenamtlichen "Paten" gemacht und will dieses Konzept jetzt auch in Gersthofen umsetzen. Beate Sigl, die die Jugendsozialarbeit der St. Gregor-Jugendhilfe im nördlichen Landkreis und im Landkreis Dillingen seit mehr als zehn Jahren fachlich verantwortet, erläutert: "Das ist gar nicht in erster Linie finanziell begründet. Ehrenamtliche haben einen ganzen anderen Zugang zu den Menschen. Die Jugendlichen und ihre Eltern sind oft schon durch das freiwillige Engagement so beeindruckt, dass sie auch selbst wieder mehr Verantwortung für Dinge übernehmen, die sonst der bezahlte Sozialarbeiter für sie machen sollte."
Bei ihrem Einsatz sollen die Ehrenamtlichen fachlich fundiert vom Sozialpädagogen unterstützt werden. Bürgermeister Deffner zeigte sich so beeindruckt von dem Konzept, dass er sich spontan zur Übernahme einer Schirmherrschaft entschloss, um die ihn Jürgen Reichert, Direktor der St. Gregor-Jugendhilfe bat, um besser für das Projekt werben zu können. Weiterhin war er sich mit Reichert einig, dass die Jugendsozialarbeit an der gesamten Hauptschule fachlich zusammengeführt werden sollte.
Hintergrundinformation St. Gregor-Jugendhilfe:
Die St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Katholischen Waisenhausstiftung Augsburg ist eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in Europa, gegründet im Jahr 1572. Heute ist die renommierte Organisation eine der modernsten Einrichtungen in Bayern. Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen und Familiensituationen werden bedarfsgerecht durch differenzierte pädagogische Angebote unterstützt, die sie zu einem selbstbestimmten Leben führen sollen: neben der Jugendsozialarbeit an Schulen sind das unter anderem aufsuchende Erziehungshilfen, Familienbildungsangebote, Wohngruppen, heilpädagogische Tagestätten, sozialpädagogisch betreute Gastfamilien, Erlebnispädagogik und mehr.


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