Der Schippedupfer

Pfarrer Pockamayr ist verlegen...

Was ist das nun, ein „Schippedupfer“? Ein Volksfest, ein unbekannter bayerischer Heiliger oder der neue Bahn-Triebwagen für Regionalverkehr? Wir wissen es nicht und das ist auch der einzige Minuspunkt, der dem Theater Gersthofen anzulasten ist.

Mit der Wahl des „Schippedupfers“ hat die Spielleitung des Theaters Gersthofen wiederum ein „gutes Händchen“ bewiesen. Das Stück gibt Einblick in das bayerische Dorfleben mit seinen Protagonisten Pfarrer, Wirt, Apotheker, Bauer und deren Frauen (beim Pfarrer natürlich seine Köchin). Es fehlt auch nicht die Parodie des klassischen „Preussen“, der vorzüglich das Ensemble ergänzte. Den Laien-Schauspielern scheinen die Rollen auf den Leib geschrieben worden zu sein – schwer einige Darsteller hervor zu heben. Die Handlung selbst ist in wenigen Worten erklärt: die Männer von Schaidlfing wollen dem dörflichen Alltag entfliehen und rüsten sich für den jährlichen „Schippedupfer“. Die Frauen nutzen die Zeit für eine Wallfahrt. Natürlich sind auch einige „unlautere“ Absichten im Spiel und es kommt zu etlichen Wirrungen. Zum Schluss gibt’s wieder große Versöhnung.

Der myheimat-Mann darf vor Beginn der Aufführung einen Blick hinter den Vorhang werfen. Beeindruckend u.a. die Kulisse mit einem echten Wurststand. „Die Würste werden später an die Darsteller verteilt“, informiert Manfred Kögl, 1. Vorsitzender des Theatervereins. Echtes Bier wird in der Vorstellung allerdings nicht getrunken – Wasser tut's auch. Im Schminkraum herrscht Hochbetrieb. Hier wird frisiert, geschminkt und gepudert. Hochwürden Pockamayr (alias Lukas Kiermayer) ist schon fertig und stärkt sich noch mit einem Bier. Wirt Rindl (alias Bernhard Allinger) verrät, dass er immer noch Lampenfieber hat, das aber einfach dazu gehört. Pfarrersköchin Schützin (alias Helga Rochel) sitzt als ruhender Pol auf dem blauen Sofa und ist ganz entspannt.

Der Saal in der Stadthalle füllt sich langsam. Püntklich um 20:00 Uhr steht Manfred Kögl auf der Bühne und begrüßt die Besucher. Er gibt eine kurze Inhaltsangabe zu dem Stück, die aber elegant das Wesen eines „Schippedupfers“ ausklammert. Ja, was ist es denn nun...?

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin gersthofer | Erschienen am 29.04.2009
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