Sicherheit ist für die Chemie ein großes Anliegen
Aktuelle Störfall-Broschüre des Industrieparks Gersthofen wird am Samstag in Gersthofen und Umgebung verteilt
Gersthofen, 30. Juni 2008. Vier von zwölf Unternehmen im Industriepark Gersthofen gehen in Produktion und Logistik mit einer Vielzahl an Chemikalien um. Sie sind deshalb nach § 11 a der Störfallverordnung verpflichtet, die Bewohner im unmittelbaren Umkreis des Industrieparks darüber zu informieren, wie sie sich im Fall eines Ereignisses richtig verhalten. Die 20-seitige Broschüre mit dem Titel "Wie Sie sich und andere bei Chemieunfällen schützen können" wird am Samstag, 5. Juli, an rund 11.000 Haushalte in Gersthofen, Stettenhofen und Langweid-Foret verteilt.
Die neue Störfallbroschüre informiert im Detail über das richtige Verhalten bei einem Ereignis, das Auswirkungen über die Grenzen des Industrieparks hinaus haben könnte. Zusätzlich gibt es ausführliche Informationen über die Produktionsanlagen und –verfahren der betroffenen Unternehmen und über die Gefahrstoffe, mit denen in Produktion und Logistik umgegangen wird. Die Verhaltensregeln sind auch in Englisch, Italienisch, Türkisch und Serbokroatisch zusammengefasst.
In der Störfallverordnung hat der Gesetzgeber Anforderungen beschrieben, die ein Industriebetrieb erfüllen muss, um Ereignisse durch technische und organisatorische Maßnahmen zu vermeiden oder ihre Auswirkungen zu begrenzen. Ein Ereignis wird im Sinne der Störfallverordnung nur dann als "Störfall" bezeichnet, wenn durch Brände, Explosionen oder Freisetzung von Stoffen, die in der Verordnung genannt sind, Menschen oder die Umwelt gefährdet werden. Nur selten ist eine Betriebsstörung ein Störfall.
Im Industriepark Gersthofen werden Chemieprodukte hergestellt, verarbeitet oder gelagert und transportiert. Die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen der produzierenden Unternehmen halten das Risiko eines Schadensfalles so gering wie möglich. Dennoch lassen sich Betriebsstörungen oder Transportschäden, die zu einer Gefährdung der Bevölkerung führen könnten, nicht völlig ausschließen. Die Werkfeuerwehr des Industrieparks sowie die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden sind für solche Fälle ausgebildet und ausgerüstet. Bei einem außergewöhnlichen Ereignis leiten sie umgehend die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und zur Schadensbegrenzung ein.
Durch Sirenenwarnungen und über Rundfunkdurchsagen wird auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht. Wenn diese vom Industriepark Gersthofen ausgehen, müssen die Anwohner wissen, wie sie sich richtig verhalten und sich selbst schützen können. Das Warnsignal ist in diesem Fall ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton, bei Entwarnung ertönt das Sirenensignal eine Minute lang als Dauerton. Die neu aufgelegte Störfallbroschüre ist Teil der Sicherheitsvorsorge der Unternehmen im Industriepark, die bei aller unternehmerischen Tätigkeit die Sicherheit und den Schutz von Mitarbeitern und Anwohnern immer im Fokus haben.
Seit mehr als 100 Jahren existieren im Gersthofener Norden Chemie und Wohnbebauung in enger Nachbarschaft. Dass sich bislang noch kein gravierender Chemieunfall ereignet hat, ist auf die permanent optimierten Sicherheitsvorkehrungen in den Unternehmen zurückzuführen. Für die Produktionsanlagen und Läger, die unter die erweiterten Pflichten der Störfallverordnung fallen, liegt jeweils ein Sicherheitsbericht vor. Das umfangreiche Notfallmanagement des Standortes ist nach DIN ISO 9001:2005 zertifiziert, alle Festlegungen in den Alarm- und Gefahrenabwehrplänen werden mit der Katastrophenschutzbehörde des Landratsamtes Augsburg abgestimmt. Und nicht zuletzt werden verschiedene Ereignis-Szenarien von allen Mitgliedern des Notfallmanagements im Industriepark Gersthofen regelmäßig geübt.
Die neue Störfallbroschüre ist ab dem 7. Juli auch im Internet zum Download verfügbar: www.industriepark-gersthofen.de/Publikationen
Zur Information:
Am 24. Juli wird im Industriepark Gersthofen eine Informationsveranstaltung rund um das Thema Sicherheit und Gefahrenabwehr stattfinden. Die Herausgeber der Störfallbroschüre werden ab 18:00 Uhr das Gefährdungspotenzial ihrer Betriebe darstellen und für eine Diskussion zur Verfügung stehen. Zu dieser Veranstaltung sind die Empfänger der Störfallbroschüre herzlich ins Betriebsrestaurant des Industrieparks eingeladen. Eingang über die Hauptpforte in der Ludwig-Hermann-Straße 100, Parkplätze stehen auf dem Nordgelände zur Verfügung.





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