Notruf 112 - Einsatz der Gersthofer Feuerwehr - Teil 2

Baumeister hat für seine Leute immer ein offenes Ohr
 
Hilfeleistung bei einem "Verkehrsunfall": Bergung eines Unfallopfers
Aber irgendwie war an diesem Tag die Verbindung zum Schutzheiligen der Feuerwehr, St. Florian, gestört. Durch den andauernden heftigen Regen konnten verstopften Abläufe in der Bahnhofstraße und am Rathaus die Wassermassen nicht mehr in die Kanalisation leiten. Die Abläufe mussten gereinigt werden. Baumeister sah sich gezwungen, Kräfte vom Akazienweg abzuziehen. Nach dem das Wasser wieder abfließen konnte, stand der Rückkehr in die Feuerwache nun endgültig nichts mehr im Wege. Die Männer hatten den "Kanal wirklich voll"....

Der Pressemann war beeindruckt. Konnten die müden Helfer nun endlich den wohlverdienten sonntäglichen Feierabend antreten? Baumeister schüttelt den Kopf. Nach jedem Einsatz muss die Einsatzbereitschaft der ausgerückten Fahrzeuges wieder hergestellt werden. Verbrauchte Materialien müssen ersetzt werden wie z. B. Löschmittel oder Atemschutzgeräte. Wenn es die Zeit zulässt, wird über den Einsatz im Kreis der Kameraden diskutiert. Ist alles gut gelaufen, gab es Pannen, was kann man besser machen? Das gemeinsame Gespräch hat für den Feuerwehrchef einen hohen Stellenwert. "Manchmal geht das Einsatzgeschehen schon unter die Haut." Schlimme Eindrücke, wie sie z. B. schwere Verkehrsunfälle bieten, müssen verarbeitet werden. Hier sieht er auch die Familie und Angehörige als wichtige Partner, die dem "Helfer" Verständnis und Interesse an seinem ehrenamtlichen Job entgegen bringen. Es ist eben nicht jedermann Sache, Familie, Freunde oder Beruf hintan zu stellen, um der Gesellschaft einen nicht ganz ungefährlichen Dienst, noch dazu ehrenamtlich, zu erweisen. Der Feuerwehrchef legt großen Wert auf ein gutes Betriebsklima. Bei der Feuerwehr gibt es nur „Teamplayer“. Jeder muss sich auf den Kollegen an seiner Seite verlassen können – Alleingänge gibt es nicht. Er steht als Ansprechpartner für Probleme zur Verfügung – auch wenn sie privater Natur sind. „Wenn ich merke dass jemand einen bedrückten oder unkonzentrierten Eindruck macht, dann frage ich schon nach“ und weiter, lachend „manchmal überlege ich mir ernsthaft, ob ich nicht die berühmte Couch aufstellen soll.“ Anmerkung Pressemann: Vielleicht tut`s eine Bierbank auch …. Bei Baumeister gibt es keine klare Trennungslinie zwischen Beruf und Freizeit. Er ist seit 33 Jahren Feuerwehrmann, von denen er „kein einziges missen möchte.“ Apropos Beruf: mit leichter Wehmut registriert Baumeister, dass sich die Berufsbilder der Feuerwehrleute verändert haben. Vor 50 Jahren konnten die Freiwilligen Feuerwehren noch auf Landwirte oder Handwerker wie z. B. Schlosser, Installateure oder Schreiner zurück greifen. Deren Arbeitsplatz war in der Regel am Heimatort angesiedelt was ein schnelles Ausrücken erleichterte. Außerdem brachten sie für die Feuerwehr interessantes berufliches Knowhow mit. Heute liegen die Arbeitsplätze unserer mobilen Gesellschaft oft außerhalb des Heimatortes. Manchmal ist es daher schwierig, im Ernstfall eine genügend große Mannschaft für den schnellen Einsatz zu bekommen. Die Zeit zwischen der Meldung eines Notfalls bei der integrierten Leitstelle bis zum Eintreffen am Einsatzort soll 10 Minuten nicht übersteigen. Reichen die örtlichen Kräfte nicht aus, werden Feuerwehren aus den Nachbarorten alarmiert.

Zurück zu "unserer" Freiwilligen Feuerwehr und deren Einsätze an einem Sonntag im September. Es sind in dem Bericht längst nicht alle Einzelheiten geschildert worden, die zu erwähnen interessant gewesen wären. Das hat u. a. damit zu tun, dass die Untersuchungen zum Brandfall "Akazienweg" noch nicht abgeschlossen sind. Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Es ist hier immer nur von "Feuerwehrmännern" die Rede. Natürlich stehen die Feuerwehrfrauen auch ihren "Mann"...

Wenn Sie lieber Leser, die Arbeit unserer Freiwilligen Feuerwehr unterstützen wollen, so wäre vielleicht eine Mitgliedschaft, egal ob passiv oder aktiv, eine Überlegung wert. Unter http://www.feuerwehr-gersthofen.de sind nähere Informationen zu finden. Was Sie auf jeden Fall tun können: geben Sie als verantwortungsbewusster Verkehrsteilnehmer Einsatzkräften mit Blaulicht und Martinshorn freie Bahn. Wenn sie auf mehrspurigen Straßen unterwegs sind: Lassen Sie eine Rettungsgasse frei. Hilfreich wäre es auch, die Helfer am Einsatzort durch Gaffen oder Herumstehen nicht zu behindern. Aber das wissen Sie ja schon längst...

Nachtrag: als dieser Bericht kurz vor Redaktionsschluss fertig gestellt wurde, hatte die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen am 2. Wochenende im Oktober von Freitag Mittag bis Montag Abend 14 Alarmierungen; in der Mehrzahl technische Hilfeleistungen...
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 06.12.2014
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