Neue Herausforderungen für die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen

Wolfgang Baumeister mit dem neuen Rüstwagen
Der Schutzpatron der Feuerwehr, der Heilige St. Florian, wird in den kommenden Monaten alle Hände voll zu tun haben, die Schlagkraft der Feuerwehren zu erhalten oder zu verstärken. „Was steht dem entgegen“, wird sich der Leser fragen. Schließlich genießen die Feuerwehren bei der Bevölkerung zumeist Respekt und Anerkennung. Fragt man einen Dreijährigen nach seinem Berufswunsch, so wird man oft „Feuerwehrmann“ hören.

Leider legt sich die Begeisterung in den späteren Jahren. Anfängliches Interesse erlischt angesichts des hohen Zeitaufwandes für Ausbildung und Übungen. Auch die erforderliche Einstellung zu Disziplin und Teamgeist ist nicht jedermanns Sache. Eine Entwicklung, die quer Beet bei vielen ehrenamtlich tätigen Gemeinschaften zu beobachten ist. Die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen machte hier keine Ausnahme. Erster Kommandant Wolfgang Baumeister: „Die Einsätze nehmen jährlich zu. Es ist manchmal schwierig, die anhand des gemeldeten Schadensbildes die erforderlichen Kräfte zeitnah zum Einsatz zu bringen". Zeitnah bedeutet: Spätestens nach 8 Minuten, gerechnet ab der Alarmierung, muss der Einsatzort erreicht sein.

Hierfür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist der oben angesprochene Nachwuchsmangel. So sind bei der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen trotz intensiver Werbekampagnen lediglich vier Neuzugänge zu verzeichnen.Und die müssen erst ausgebildet werden. Was erschwerend hinzu kommt, ist die Entfernung zwischen den Arbeitsorten der meisten Feuerwehrmänner und Feuerwache in Gersthofen. Wenn der Feuerwehrmann z. B. in Augsburg arbeitet, wird es schwierig sein, die 8-Minutengrenze einzuhalten. Er muss ja erst zur Feuerwache in Gersthofen kommen. Baumeister kann nur auf 12 - 15 Kräfte zurück greifen, die in Gersthofen oder naher Umgebung ihren Arbeitsplatz haben. Es hängt jetzt wiederum von der Situation am Arbeitsplatz ab, ob der Feuerwehrmann alles "liegen" lassen und zur Feuerwache eilen kann. So wird z. B. bei einem Terminauftrag der Arbeitgeber wohl kaum auf einen Mitarbeiter verzichten wollen. Und wie verhält es sich, wenn der Florianjünger das ganze Wochenende im Einsatz war und am Montag seinem gesetzlich verankerten Anspruch auf Ruhezeit nachkommt? Von den vorhandenen ortsnahen Kräften gibt es dann noch Ausfälle durch Schichtarbeit, Krankheit oder Urlaub. „Was dann übrig bleibt reicht oft nicht aus“, stellt Baumeister lakonisch fest. Es müssen dann die benachbarten Feuerwehren „ran“. Früher war der Arbeitsplatz mehr am Heimatort angesiedelt. Es gab Handwerker und, Landwirte, die kurze Wege zum Feuerwehrhaus hatten. Generell ist Baumeister mit dem Verständnis der Arbeitgeber zufrieden.

Eine Lösung könnte sich Baumeister u. a. bei der Schaffung kommunaler Arbeitsplätzen vorstellen, deren Beschreibung das Freistellen des Inhabers für Feuerwehreinsätze regelt. Denkbar wäre auch eine Entlastung der Freiwilligen Feuerwehr durch die Bereitstellung hauptamtlicher Kräfte in der Feuerwache. Derzeit sind es zwei Kräfte in Gersthofen. Sie könnten dann „Kleinaufträge“ wie z. B. Türöffnung, Ölspurbeseitigung ausführen, ohne Alarmierung ihrer freiwilligen Kollegen. Einsatz, Wartungsarbeiten und Gerätetests würde keine Langweile aufkommen lassen.

Weihnachten „droht“: Wie kann man einem „altgedienten“ Feuerwehrmann wie Wolfgang Baumeister, der seinen zweiten Wohnsitz in der Feuerwache Gersthofen hat, eine Freude machen? Logisch. Indem man ihm zwei Feuerwehrautos „schenkt“. Eines davon ist schon Ende November eingetroffen: ein Gerätewagen für Löscheinsatz und Umweltschutz - Kostenpunkt ca. 350.000 Euro. Wenn das zweite Fahrzeug eintrifft, hat die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen einen Bestand von neun Fahrzeugen. Bleibt zu hoffen, dass die personelle Besetzung mithalten kann...

Hinweis: Im Bericht ist immer nur von "Feuerwehrmännern" die Rede. Natürlich freut sich Baumeister (mit Kollegen) über das Engagement von "Feuerwehrfrauen", die in der Feuerwache Gersthofen wie auch bei vielen anderen Freiwilligen Feuerwehren ihren "Mann" stehen...
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 17.12.2015
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